Daniil Kvyat: «Dr. Marko sagt, zeig einfach Leistung»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Daniil Kvyat

Daniil Kvyat

Der neue Toro-Rosso-Fahrer über seine Anfänge in Moskau, seine beiden Einsätze als Freitag-Testfahrer sowie über die kommende Formel-1-Saison 2014.

So schnell geht das in der Formel 1: Zunächst sprach alles vom jungen Russen Sergey Sirotkin, der für Sauber 2014 Grands Prix fahren soll. Ob das passieren wird, das hängt vom Verlauf seines Ausbildungsprogramms aus. Dann verpflichtete Toro Rosso den 19 Jahre jungen Daniil Kvyat aus Ufa (Russland), und kaum einer im Fahrerlager spricht noch von Sirotkin. Am «Circuit of the Americas» redet Daniil mit den Journalisten, bevor es morgen hier in Texas ins erste freie Training geht.

Daniil, natürlich behauptet jeder junge Fahrer vor seinem ersten Einsatz, er sei bereit für die Formel 1. Erst später geben viele dann zu – sie waren alles andere als bereit. Wie bereit fühlst du dich?

Ziemlich bereit. Dieses Jahr war sehr intensiv, sei dies in der GP3 oder beim Schritt in die Formel 1. Ich konnte ja nicht nur zum ersten Mal überhaupt einen GP-Renner testen, ich erhielt später dann auch die Nachricht, dass ich Freitagtrainings und 2014 Grands Prix fahren darf. Den GP3-Titel zu gewinnen, hat mein Selbstvertrauen weiter gefestigt. Das war wichtig für mich. Ich bin bereit.

Hand aufs Herz – warst du nicht überrascht, dass du den Zuschlag erhieltst?

Es war eine Überraschung, gewiss, aber keine riesige. Ich spürte Wochen zuvor schon, dass sich hier eine Gelegenheit ergeben könnte. Ich erhielt einfach die Vorgabe, die Nerven zu behalten und weiter in der GP3 Rennen zu gewinnen. Ich konnte dann eine schöne Serie von Siegen oder Podestplatzierungen vorlegen. Aber ich wusste nicht, ob das reichen wird. Das letzte Wort hatten natürlich Dr. Marko zusammen mit Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost, immer in Absprache mit Didi Mateschitz.

Wer sagte dir, dass du Rennen fahren wirst?

Dr. Helmut Marko. Wir hatten sowieso eine Sitzung in Österreich und im Laufe dieser Sitzung sagte er mir, dass ich 2014 Formel 1 fahre.

Wie wichtig sind die Freitageinsätze hier in Texas und in Brasilien?

Sehr wichtig. Wenn du nicht richtig testen kannst, dann zählt jede Runde, die du kriegen kannst. Es geht ja nicht nur darum, dass ich zwei Rennstrecken kennenlernen kann, die ich zuvor nur aus dem Fernsehen kannte. Es geht auch darum, so viele Formel-1-Kilometer wie möglich zu erhalten und das Team kennenzulernen. Ich kann nur profitieren und bin sehr dankbar dafür.

Was erwartet man von dir in der Saison 2014?

Dr. Marko war da nicht spezifisch, er hat nur gesagt – du musst Leistung bringen. Aber es gibt kein bestimmtes Ziel, keinen Rang in der WM oder keine bestimmte Punktezahl. Ich will so schnell als möglich Vertrauen ins Auto gewinnen, das ist für mich das Wichtigste, und dann tüchtig angreifen.

Woher stammt eigentlich deine Rennleidenschaft?

Jedenfalls nicht von meinen Eltern. Sie interessierten sich nicht für Motorsport und hatten keinen Schimmer, was ein Kart ist. Aber wir lebten in Moskau in der Nähe eines Karting-Zentrums, und ich war einfach neugierig, das mal auszuprobieren. So fing alles an.

Hattest du ein Idol als Formel-1-Zuschauer?

Es gibt viele starke Fahrer in der Formel 1, aber am meisten Eindruck hat mir Michael Schumacher gemacht. Kimi Räikkönen gefällt mir auch gut, ebenso Sebastian Vettel. Sie alle haben es geschafft, sich in kurzer Zeit einen Namen in der Formel 1 zu machen – so geht das!

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