Mark Webber: «Kimis Pause, wieso schaut Bernie zu?»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Mark Webber

Mark Webber

Der australische GP-Veteran findet, dass durch das vorzeitige Saisonende von Lotus-Star Kimi Räikkönen die Formel 1 als Produkt in Mitleidenschaft gezogen wird.

Mark Webber ist keiner, der seine Meinung im Keller versteckt und dann den Schlüssel zwei Mal im Schloss umdreht: «Ich bin wirklich erstaunt darüber, dass Bernie (Ecclestone, der Formel-1-Promoter, die Red.) es zugelassen hat, dass Kimi die letzten beiden Rennen auslässt. Das ist doch dem Produkt Formel 1 abträglich! Bernie liebt diesen Sport, daher verstehe ich die Entscheidung nicht. Eine Rücken-Operation kann doch noch zwei Wochen warten. Allerdings verstehe ich die Entscheidung aus der Perspektive von Räikkönen.»

Mark will sich an den Gerüchten nicht beteiligen, wonach das vorzeitige Saisonende vorwiegend mit den ausstehenden Gehaltszahlungen von Räikkönen zu tun habe und sekundär mit den Rückenbeschwerden. «So weit würde ich nicht gehen», sagt Webber. «Aber die Formel 1 ist selber dran schuld, in welcher Situation wir sind, was Bezahlfahrer angeht. Umso erfrischender finde ich es, dass ein vielversprechender jungen Fahrer wie Kevin Magnussen die Chance bei McLaren erhält. Er konnte nichts mehr vorweisen als Talent. Und genau so sollte es auch sein.»

«Darum stört es mich auch, wenn Pastor Maldondo sagt – ich entscheide selber, zu welchem Team ich gehe. Ich bin vielleicht altmodisch, aber ich finde, es sollte umgekehrt sein! Die Rennställe müssen das Sagen haben, nicht die Fahrer. Die Formel 1 kann nicht gesund sein, wenn einige Fahrer den Markt diktieren.»

Australien ist in der glücklichen Lage, mit Daniel Ricciardo einen Nachfolger für Mark Webber zu haben, aber wo ist der nächste Australier?

«Das Problem ist», antwortet Mark Webber, «dass der Sport so verflixt teuer geworden ist. Ich glaube noch immer, man muss als junger Fahrer so früh wie möglich nach Europa kommen. Aber die Finanzierung ist wirklich ein Problem. In Australien und auch in Neuseeland steckt einfach nicht das Geld, um die Fahrer nachhaltig zu fördern. Es ist bestimmt kein Zufall, dass wir junge Russen aufsteigen sehen. Das Talent wäre da in Australien, aber das Geld nicht. Zudem haben wir eine gesunde Tourenwagenserie, und viele Fahrer entscheiden sich einfach für diesen Weg.»

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