Pirelli – Corona, Reifen-Preise und IDM 2021

Von Esther Babel
IDM
Bei Pirelli trägt man Maske

Bei Pirelli trägt man Maske

Der Reifenhersteller ist auch im kommenden Jahr Allein-Ausrüster der IDM Soloklassen. Racing- und Produktmanager Björn Lohmann gewährt Einblicke in Hygiene-Konzepte, Preispolitik und Zukunftspläne.

Ein weiteres Jahr war Pirelli 2020 als Allein-Ausrüster in der IDM unterwegs. Noch vor der Corona-Pandemie wurde der Vertrag zwischen dem Hersteller und dem IDM-Promoter um weitere zwei Jahre verlängert. Aus der Ruhe bringen lässt sich die Mannschaft rund um Björn Lohmann auch durch Corona nicht.

SPEEDWEEK.com: Wie sehr hat Corona eure IDM-Planung durcheinandergewirbelt?

Björn Lohmann: Eigentlich habe wir das gar nicht so gemerkt. Wir hatten das IDM-Konzept ja vorher geplant. Danach haben wir es einfach Woche um Woche um Woche nach hinten verschoben.

Durch das Hygiene Konzept ist die Zahl der Personen im Fahrerlager begrenzt. In wie weit betrifft euch das? Müsst ihr mit weniger Reifentechniker auskommen? Oder habt ihr ein eigenes Hygiene-Konzept?

In Absprache mit dem Sicherheitsbeauftragten bei uns in der Firma haben wir auch ein Hygiene-Konzept erstellt. Bei uns bestand Maskenpflicht auch im Zelt, und im gesamten Fahrerlager. Ich persönlich halte mich auch daran, obwohl es bei der IDM im Fahrerlager nicht zwingend vorgegeben war. Aber unser Pirelli Headquarter war zu Beginn der Pandemie stark betroffen durch das Thema. Daher legen wir hier bei uns Wert auf die Maßnahmen.

Die Preise sind im Vergleich zum Vorjahr etwas gestiegen. War das eine allgemeine Preiserhöhung oder kommt das, weil z.B. in der IDM SBK ein breiteres Modell gefahren wird?

Das stimmt. Zu Beginn, nach der Übernahme vor zwei Jahren als Monomarker, haben wir die Preise weitere zwei Jahre, also für 2018 und 2019 so gelassen. Wir wollten ja nicht den Eindruck einer Abzocke erwecken. Die breiteren Reifen sind von sich aus schon etwas teurer. Das liegt preislich so bei Mehrkosten um die 15 Euro. Über drei Jahre hinweg betrachtet, ist das jetzt kein gewaltiger Anstieg.

Die vier IDM-Rennen gingen ohne Zuschauer über die Bühne. Wie ist das eure Meinung dazu?

In Assen und am Lausitzring hat das nicht so weh getan. Am Sachsenring und in Hockenheim war das schon schade. Es herrscht ja auch eine ganz andere Atmosphäre mit Zuschauern als ohne. Sonst war das Fahrerlager in Hockenheim zum Beispiel immer voll. Auch Strecken wie Schleiz haben uns dieses Jahr gefehlt. Aber der IDM-Live-Stream wurde bei uns im Haus sehr positiv aufgenommen. Auch in Sachen Qualität. Für die Zukunft steckt da noch Potential drin.

Die Mehrwertsteuer ist bis Ende des Jahres um 3 Prozent gesenkt. Ihr gebt das an eure Kunden weiter, der IDM-Promoter, der die Abrechnungen der Reifen vornimmt, aber nicht. Für die Endkunden im Fahrerlager bedeutet es eine weitere Preiserhöhung von 3 Prozent. Wie seht ihr das?

Man muss der Motorpresse zugutehalten, dass sie bei der Abrechnung der Reifen ja den Steuersatz des entsprechenden Landes abführen muss. Sie müssen also in den Niederlanden, Belgien und Tschechien den örtlichen Mehrwertsteuersatz zahlen. Sie haben in jedem Land eine eigene Steuernummer.

Gelten die Wildcard Gutscheine von Milhalchik, Enderlein und Erhard noch? Oder wie ist da die aktuelle Lage?

Ja, die gelten weiterhin. Für die Meister aus dem Vorjahr hatten wir dieses Jahr den WM-Lauf in Oschersleben vorgesehen, der wurde ja dann abgesagt. Über den Einsatz von Ilya Mikhalchik bei der Superbike-WM in Estoril hatten wir mit Werner Daemen geredet. Jonas Folger hat es ja dann gemacht. Wir haben dabei die Nennung und die Reifen übernommen, da liegen die Kosten so bei ca. 6.500 Euro.

Wie sieht eure Planung für 2021 aus? Auch dann wird Corona weiterhin Thema sein, wie wirkt sich das aus?

Unser Vertrag ist ein weiteres Jahr gültig. Wir planen, in der IDM Supersport 300 und 600 auf Slicks zu wechseln, wie sie auch in der WM benutzt werden. Auch wenn das Corona-Virus weiterhin Bestand hat, spricht ja nichts dagegen, wieder auf mindestens acht Veranstaltungen zu kommen. Das Hygiene-Konzept ist übertragbar. Natürlich muss man abwarten, wie es sich mit den Risikogebieten und der Reisefreiheit entwickelt.

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