IDM News: Weltmeister, Weihnachten und Wiedersehen

Von Esther Babel
IDM
Noch müssen die Macher und Aktiven der IDM den Ausstieg von Hersteller Suzuki aus dem Industrie-Pool verkraften. Doch auch hinter den Kulissen geht die Meisterschaft weiter und erste Statements für 2021 trudeln ein.

Inzwischen sind sich auch die letzten Meisterschaften zu Ende gegangen und bei genauem Hinsehen spielt auch immer ein bisschen IDM mit. Ein Wiedersehen in der IDM Superbike 2021 wird es wohl mit Julian Puffe (Honda) und Ilya Mikhalchik (BMW) geben. Wer noch was zum Anziehen braucht, wird in der Schweiz fündig.

FSBK-Titel mit IDM-Erfahrung

Der Superbike-Titel in der Französischen Superbikemeisterschaft ging im Oktober beim Finale in Nogaro mit Mathieu Gines an einen alten Bekannten aus der IDM. 2015 hatte er in der IDM Superstock 1000 vor Roman Stamm und Lukas Trautmann den Titel geholt. Sein erster Titel in der Heimat war bis zum aktuellen Titel schon eine Weile her. Im Jahr 2005 holte er den ersten Gesamtrang in der Französischen 125er-Meisterschaft. Mit dem Titel 2020 holte er seinen insgesamt fünften Titel in der FSBK. Valentin Debise, der beim IDM-Finale in Hockenheim für seinen Landsmann Erwan Nigon eingesprungen und aufs Podest gefahren war, versenkte seinen Titelchancen in Frankreich im Kies. Er stürzte im zweiten und damit letzten Lauf des Jahres. «Ein Sieg und ein DNF beim Finale», lautete anschließend die Bilanz des Kawasaki-Piloten. «Ich freue mich über meine französische Saison mit dem Team von Pablo Puschmann. Wir waren bis zum vorletzten Rennen Meisterschaftsführender. Wer hätte das gedacht? Das letzte Wochenende war einfach, beide Rennen mussten von mir gewonnen werden. Ich habe das Maximum bis zum Sturz gegeben, ich bereue nichts. Vielen Dank an alle, die meine französische Saison möglich gemacht haben. Nein, es ist noch nicht vorbei für mich, ich fahre das letzte Rennen der Spanischen Meisterschaft in Jerez, bevor ich in den Urlaub gehe oder auch nicht.»

Julian Puffe zieht Honda-Projekt durch

Der IDM-Vize 2019 Julian Puffe fand seine neue Heimat im Team Holzhauer Racing Promotion auf der neuen Honda CBR 1000 RR-R. Das Ergebnis am Saisonende 2020 war für den bis dato vom Erfolg verwöhnten Racer niederschmetternd: Platz 13 in der Gesamtwertung und ein achter Platz in Assen als bestes Einzelergebnis. Teamchef Jens Holzhauer hatte in der vergangenen Saison mehrfach betont, dass Neuzugang Puffe wie auch der erfahrene Alessandro Polita die Leistung der Honda noch nicht umsetzen konnten. Eine handfeste Erklärung gab es nicht. Aber laut Holzhauer gib es scheibchenweise vorwärts. Puffe redet Klartext: «Es hat sich angefühlt wie auf einer Großbaustelle. Wir hätten mehr Zeit gebraucht, um bessere Ergebnisse einfahren zu können – und auch ein paar Daten oder Infos von weiter oben.» Puffe weiß aber auch: «Jede Klasse fährt mit einem anderen Reglement. Ich bin immer noch der Meinung, dass das Motorrad Potential hat. Wir müssen nur den richtigen Dreh finden. In einem Einstellungsbereich, der in keinem anderen IDM-Motorrad ist wie bei uns.»
Puffe hat trotz des persönlichen Rückwärtsganges in der IDM-Gesamtwertung nicht vor, die Segel im einzigen Honda-Team in der Topklasse zu streichen. «Wir haben den Auftrag, das Motorrad zu entwickeln. Wir haben jetzt damit begonnen und ich werde trotz der Ergebnisse nicht gleich wieder alles hinschmeißen, sondern dranbleiben. Die Corona-Pandemie hat auch meinen Sponsoren mitgespielt. Ich habe Bedenken, dass welche abspringen. Es ist schwierig, da ich in diesem Jahr eben auch keine großartigen Ergebnisse vorzuweisen habe.» (Quelle: idm.de)

SSP300-Weltmeister hat in der IDM gelernt

Auf dem Circuito do Estoril wurde Jeffrey Buis, der vor zwei Jahren noch in der IDM Supersport 300 unterwegs war, Weltmeister in der Klasse Supersport 300. Von einem neunzehnten Startplatz gelang es Jeffrey, im ersten Rennen auf den sechsten Platz vorzurücken. Dieses Ergebnis reichte für den Weltmeistertitel. Der 18-jährige Fahrer aus Steenwijkerwold ist der jüngste niederländische Weltmeister im Straßenrennen. Der Circuito do Estoril war für Jeffrey völlig neu. Im Rennen machte es Jeffrey Buis sehr spannend. Lange Zeit fuhr der junge Fahrer um den fünfzehnten Platz. Scott Deroue, der ebenfalls schon IDM-Erfahrungen sammeln konnte, fuhr einige Plätze vor ihm, und das war für Buis der wichtigste Fahrer, den er im Auge behalten musste. In den letzten beiden Runden machte Jeffrey einen starken Eindruck und auf der Ziellinie gelang es ihm, den sechsten Platz und damit auch den Weltmeistertitel zu holen. «Ich kann es noch kaum glauben, aber wir sind einfach Weltmeister», jubelte er. «Im Training ist das sicher nicht passiert, denn wir mussten von P19 aus starten. Das Rennen war auch nicht einfach, aber mein Plan war es, in der Schlussphase zuzuschlagen. Dieser Plan funktionierte perfek. Ein unbeschreibliches Gefühl! MTM Kawasaki MotoPort hat in diesem Jahr eine großartige Maschine hingestellt und die Unterstützung innerhalb des Teams ist großartig. Es gibt so viele Menschen, die mich über die Jahre hinweg unterstützt haben.»

IDM-Serienmanager im Weihnachtsmodus

Normann Broy hat seinen Wunschzettel für die kommende Saison schon parat. «Die Geschenke packt man ja erst an Weihnachten aus», ist er sich bewusst. «Auf meinem Wunschzettel stehen natürlich volle Starterfelder, mindestens wie dieses Jahr, und packende Rennen als beste Werbung für den Motorradsport in Deutschland. Außerdem wollen wir die IDM als professionelle Bühne für den Motorradnachwuchs in Nord- und Mitteleuropa etablieren. Deutsche Fahrer schaffen nur dann den nächsten Schritt, wenn sie in einem starken Wettbewerb lernen und behaupten können. Ein zusätzliches Werk, das sich in der IDM engagiert, wäre ein weiteres, tolles Geschenk mit einer ganz großen Schleife. Aber das würde ich auch als Osterüberraschung noch annehmen.» (Quelle: idm.de)

Sidecar-Test fällt flach

Bonovo-action-Chef Jürgen Röder und die Interessengemeinschaft Gespannsport IGG sind immer auf der Suche nach Nachwuchs für die Sidecar Szene und hatten zum Schnuppertag nach Oschersleben eingeladen. «Leider müssen wir euch mitteilen, dass der geplante Nachwuchstag am 12.11. in Oschersleben aufgrund der aktuellen Coronasituation nicht durchgeführt werden kann», erklärt nun die IGG. «Wir werden uns in den nächsten Wochen mit Bonovo action zusammensetzen, um einen neuen Termin zu finden. Wir bedauern diese Entscheidung sehr, aber in der momentanen Situation haben wir keine andere Möglichkeit.»

Ilya Mikhalchik plant IDM-Wiedersehen

«Ich kann es mir nicht leisten, mir einen Platz in der Superbike-Weltmeisterschaft zu erkaufen», erklärt der zweifache IDM-Superbikemeister und diesjähriger Vize hinter Jonas Folger. «Ich muss den Aufstieg mit meinem Talent und meiner Reputation schaffen. Dabei hilft mir meine Herkunft aus der Ukraine, wo der professionelle Straßenrennsport noch einen langen Weg vor sich hat, nicht unbedingt weiter. Selbst Jonas Folger, der dieses Jahr in der IDM eine wirklich starke Performance an den Tag gelegt hat, hat keinen Platz im Yamaha-Werksteam in der Superbike-WM bekommen. Es ist nicht einfach, dort einen Fuß reinzukriegen. Ich weiß nicht, ob ein Markenwechsel so schlau wäre. Ich bin aktuell dabei, wieder einen Vertrag im BMW Werksteam für die Endurance-WM zu erlangen. Warum sollte ich da jetzt den Hersteller wechseln? Natürlich werde ich 2021 wieder IDM fahren. Die Britische Superbike Meisterschaft ist keine Option, denn sie unterscheidet sich sehr von dem, was wir gewöhnt sind. Abgesehen davon herrscht in der IDM ein extrem hohes Level und ich fühle mich wohl in der Serie. Selbstverständlich reden Werner Daemen und ich miteinander. Ich habe ja bereits erwähnt, dass Werner mir wieder einen Platz mit offiziellem Support von BMW Deutschland in der IDM angeboten hat und auch im Werksteam in der Langstrecken-Weltmeisterschaft. Ich mache das alles nicht nur aus Spaß, es ist mein Beruf. Ich möchte mir keinen Platz in einem WSBK Satelliten-Team erkaufen. Das macht für mich keinen Sinn. Aber wenn ich einen guten Platz in einem Werksteam in der WSBK angeboten bekäme, dann würde ich den natürlich sofort annehmen.» (Quelle: idm.de)

Schnäppchen der Woche

Die Sieger der 600er-Abteilung der IDM Sidecar bringen ihre Lederkombis unter den Hammer. Markus Schlosser und Marcel Fries hatten sich in der kurzen Saison 2020 herzhafte Duelle mit den Bonovo-Gespannen um Reeves und Streuer geliefert und den Meisterschaftssack beim Finale in Oschersleben zugemacht.

«Wir verkaufen unsere Lederkombi Schlosser & Fries im Meisterdesign 2020», postete jetzt der Schweizer Pilot auf der Facebook-Seite des Teams und nennt einen Preis von 1.200 Franken, wahlweise Euro. «Die Kombis können auch einzeln erworben werden, für 600 Euro pro Kombi.» Anfrage werden per Nachricht über die Seite des Teams entgegengenommen.

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