IDM gegen EWC: Fahrer fürchten Kollision

Von Esther Babel
IDM
Der IDM-Promoter hat seinen vorläufigen Terminkalender 2021 bereits veröffentlicht. Mit dem Kalender der Langstrecken-WM kann man jeden Moment rechnen. Viele Piloten planen mit beiden Serien. Überschneidungen drohen.

Die IDM-Piloten sind gerne gesehen in der Langstrecken-Weltmeisterschaft und einige haben der IDM in den letzten Jahren den Rücken zugekehrt und sich ganz auf die Endurance konzentriert. Marvin Fritz, Arnaud Friedrich, Lucy Glöckner, Florian Alt und Dominic Vincon waren in der IDM selten bis gar nicht mehr zu sehen. Alt kehrte im letzten Jahr mit dem Team Wilbers in die IDM Superbike zurück und fuhr wie der zweifache Superbike-Meister Ilya Mikhalchik in beiden Serien. Genauso machte es Erwan Nigon, der im Vorjahr den Titel in der EWC klarmachte.

Doch immer wieder kommt es zu Terminüberschneidungen beider Serien, welche die Fahrer vor eine schwierige Entscheidung stellen. Beim IDM-Finale in Hockenheim 2020 fehlten Alt und Nigon. Die beiden waren in Estoril bei der EWC unterwegs und bekamen für ihr IDM-Fehlen auch gleich die Quittung. Alt flog aus den Top-Drei der IDM raus, Nigon musste zusehen, wie sein Ersatzmann dem Team einen Pokal bescherte. Mikhalchik hatte noch theoretische IDM-Titelchancen gegen Jonas Folger und sein Teamchef Werner Daemen organisierte mit Peter Hickman einen Ersatzmann für Estoril.

Während die IDM und zum Beispiel auch die Französische Meisterschaft ihre Termine bereits veröffentlicht haben, muss man auf den Kalender der EWC noch warten. Groß ist erneut die Gefahr, dass zum Beispiel die EWC in Suzuka und die IDM in Schleiz kollidieren. Solche Terminüberschneidungen sind auch wirtschaftlich für die Fahrer ein Frusterlebnis. Schon der Ex-IDM-Pilot Damian Cudlin meinte in der Vergangenheit, «mit dem, was ich in der EWC verdiene, kann ich das mit der IDM ausgleichen». Denn in der Regel können Fahrer in der EWC Geld mit nach Hause nehmen, während man die Piloten, die mit der IDM ein Plus erwirtschaften, an einer Hand abzählen kann. 

Ilya Mikhalchik

«So richtig nachgedacht habe ich über das Thema Kalender noch nicht. Denn wenn dein Geist von solchen Gedanken frei ist, kann man selber auch frei sein. Aber ich warte schon auch auf den Kalender ehrlich gesagt, wo es wann losgehen wird. Auch um zu wissen, wie es zum IDM-Kalender passt. In den letzten zwei Jahren kollidierte der IDM-Kalender mit den Terminen für die EWC. Ich habe es schon öfters zu den IDM-Organisatoren, dass man das regeln könnte, damit die Rennen der beiden Serien an verschiedenen Terminen sind. Denn die Top 5 bis Top 7-Piloten der IDM fahren eben auch in der Langstrecken-WM. Und ich hoffe, falls ein Termin zusammenfällt, dass die Organisatoren dann die Rennen auf einen anderen Termin legen können. Die gleiche Strecke an verschiedenen Terminen oder beides an einem Termin auf einer Strecke. Ich möchte halt kein Rennen in einer der beiden Serien verpassen. So wie dieses Jahr, als ich zur IDM nach Hockenheim gefahren bin und dafür das EWC-Rennen in Estoril verpasst habe. Für mich ist es wichtig, bei beiden Meisterschaften dabei zu sein. Ich hoffe, die Verantwortlichen kriegen das so hin, dass es für jeden Fahrer passt.»

Erwan Nigon

«Es ist in der Tat eine sehr unglückliche Situation, wenn es bei den beiden Meisterschaften eine Terminkollision gibt. Es ist schwer, beruflich als Fahrer zu überleben, wenn man gerade mal nur eine Meisterschaft bestreiten kann.»

Florian Alt

«Ich habe dieses Problem, seitdem ich in der Langstrecken-WM fahre. Termin-Überschneidungen sollten von nationalen Meisterschaften gegenüber internationalen Meisterschaften vermieden werden. Das hat Spanien, Italien und auch Frankreich hinbekommen. So haben nicht nur die Fahrer und Teams keine Probleme, sondern auch nicht der Promoter und dementsprechend die Fans. Man sollte nicht den einfachsten Weg wählen, sondern den besten. Die Teilnahme an beiden Meisterschaften ist für mich extrem wichtig. Die EWC ist auf einem top Niveau und gerade mein französisches Team hat großes Vertrauen zu mir. In der IDM habe ich selbiges vom Wilbers Team. Die IDM wird und wird größer, aber wenn die Fahrer teilweise aussetzen müssen, ist das wenig interessant für den Sport und den Kampf um Siege.»

Stefan Ströhlein

«Mein erster EWC-Einsatz war ja erst 2019 in Malaysia, das war im Dezember. 2020 war es natürlich schwierig, da alle Rennen egal ob EWC und IDM im August und September waren.
Somit musste ich mich für irgendwas entscheiden, da ich ja kein Profi bin. Ein Rennen IDM ging dann irgendwie doch. 2021 habe ich noch nicht geprüft, es wird sich eh noch was ändern. Die Planungssicherheit sehe ich seit Covid19 für hinfällig. Die EWC wird für mich 2021 an erster Stelle stehen. Das Team Motobox Kremer gibt mir weiter die Möglichkeit, mich auf WM-Niveau zu präsentieren. Die IDM muss anstehen, trotzdem werde ich prüfen welche Rennen für mich machbar sind. Schade, dass ein Hersteller bei der IDM ausgestiegen ist.»

Lucy Glöckner

«Probleme damit hatte ich noch nicht, da ich ja in den letzten Jahren keine IDM gefahren bin. Nichtsdestotrotz finde ich es für alle Fahrer nicht gut, wenn sich was überschneidet, da viele beides anstreben und ich muss sagen, für die Partner und Sponsoren ist die EWC vielleicht etwas interessanter, da mehr Medienpräsens gibt. Wie es nächstes Jahr für mich aussieht, steht noch in den Sternen. Aber als Rennfahrer strebt man natürlich vieles an... und da gehören natürlich beide Meisterschaften dazu.»

Stefan Kerschbaumer

«Ich habe gar keine Ahnung, was ich dieses Jahr machen werde, von dem her tu ich mich schwer, da was dazu zu sagen. Vor allem jetzt, wo die IDM-Termine stehen und die der EWC noch nicht. Ich habe die letzten Jahre immer versucht, die IDM-Verantwortlichen darauf ein wenig zu sensibilisieren. Aber ich will jetzt nicht gescheit daherreden, wenn ich keine Ahnung habe, ob ich IDM oder EWC oder gar nichts fahre.»

Pepijn Bijsterbosch

«Ich hoffe natürlich, dass es keine Überschneidungen gibt. Nach dem Ausstieg von GERT56 aus der EWC habe ich noch kein konkrete Angebot bekommen für die EWC. Ich bin offen für ein gutes Paket in der EWC. Meine IDM-Planung läuft. Lassen wir uns alle hoffen, dass es eine normale Saison gibt für jede Meisterschaft.»

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