IDM Superbike

Toni Finsterbusch - Kalifornien-Tour und Jobsuche

Von Esther Babel - 06.01.2020 12:15

Der IDM-Superbike-Pilot tourt gerade mit seinen Kollegen Max Enderlein und Jan-Ole Jähnig durch die USA. Am Sonntag gönnte sich das sächsische Trio einen Ausflug zum Supercross nach Anaheim.

In der IDM Superbike-Saison 2019 hatte der ehemalige GP-Pilot Toni Finsterbusch mit dem Team Suzuki Mayer aus Passau für den Hersteller Suzuki den achten Gesamtrang rausgeholt. Ein Ergebnis, mit dem keiner der Beteiligten so richtig happy gewesen sein dürfte, obwohl man damit bester Suzuki-Pilot war.

«Für uns ist es mit der Suzuki nahezu unmöglich, in die Top-Vier vorzufahren», betrachtet Teamchef Thomas Mayer ganz sachlich die seit Jahren andauernde BMW-Dominanz in der IDM Superbike. «Das ist fast der Hauptgrund, warum wir überlegen, ob und wenn ja, wie wir weitermachen. Ein Kostenfaktor sind inzwischen auch die Reifen.» Der Vertrag zwischen Finsterbusch und dem Team Mayer lief automatisch aus und wurde nicht verlängert.

Beide überlegen nun, wie es in Zukunft weitergehen soll. Obwohl Finsterbusch mit Abstand bester Suzuki-Pilot wurde, zog er im Interview mit der Leipziger Volkszeitung ein düsteres Fazit: «Die ganze Saison verlief relativ enttäuschend, mit Platz 8 sind wir logischerweise nicht zufrieden. Das ist natürlich frustrierend, aber ich denke, wir haben das Bestmögliche draus gemacht.»

Im Neujahrs-Interview mit der Website Sportbuzzer hat Finsterbusch auch verraten, dass er ein Angebot von einem anderen Suzuki-Team für die IDM Superbike 2020 inzwischen abgelehnt hat und er stattdessen über eine Kooperation mit Honda und dem Einsatz mit der neuen Fireblade verhandelt. «Das Angebot war nicht das, was ich wollte», erklärte er gegenüber dem Sport-Magazin. «Ich brauche ein anderes Fabrikat und hab eine Variante im Hinterkopf. Es ist aber noch nichts spruchreif.»

Der Traum von einem Cockpit bei den schier unschlagbaren BMW zerplatzte freilich, schreibt der Leipziger Sportbuzzer, ohne dass er jemals realistisch gewesen wäre. Im Gegenteil: Selbst Vizemeister Julian Puffe fand keinen Platz bei seinem alten Werksteam. Das erzeugt Unverständnis. «Das kann ja auch nicht sein. Da sieht man, dass unheimlich viel Politik bei der Vergabe von Startplätzen eine Rolle spielt», sagt Finsterbusch.

Da trifft es sich ganz gut, wird weiter berichtet, dass Finsterbusch gerade mal auf ganz andere Gedanken kommt – zumindest fast. Mit seinen Kumpels Max Enderlein (Ostdeutscher Supersportmeister) und Jan-Ole Jähnig (Fahrer in der Supersport 300 Weltmeisterschaft) ging es an die amerikanische Westküste. San Francisco, Los Angeles, diverse Nationalparks.
Am Sonntag gönnte sich das Trio einen Ausflug zum Monster Energy Supercross von Anaheim. Finsterbusch freute sich auf ein geiles Event, erklärt er gegenüber Sportbuzzer, das irgendwo zwischen sportlichem Wettbewerb und Show tingelt. Die drei jungen Herren gedenken auch selbst ein wenig Motocross zu fahren. «Ganz ohne Mopeds geht´s bei uns nicht», sagt Toni Finsterbusch.

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