Jannick de Jong: Fliegender Holländer kehrt zurück

Von Rudi Hagen
Langbahn-GP
Jannick de Jong kehrt im kommenden Jahr wieder auf die Langbahn zurück

Jannick de Jong kehrt im kommenden Jahr wieder auf die Langbahn zurück

Die Doping-Sperre für Jannick de Jong endet im Juni 2021. Der Weltmeister von 2015 geht davon aus, dass die Corona-Pandemie dann noch nicht überwunden ist. Ein Jahr später will er wieder auf höchstem Renn-Niveau sein.

Jannick de Jong musste sich zu Beginn der Saison 2017 bei den Dutch Open in Eenrum einem Doping-Test unterziehen. Der Test fiel positiv aus. In seinem Urin wurde eine sehr geringe Menge Amphetamin gefunden. Der am 7. Juni 1987 in Drachten geborene Niederländer, zum Zeitpunkt der Doping-Kontrolle Führender in der Langbahn-WM 2017, bestreitet die wissentliche Einnahme einer verbotenen Substanz bis heute.

Da de Jong bereits im Jahr 2010 des Dopings verdächtigt wurde - damals wurden Spuren von Cannabis in seinem Urin gefunden – fiel das Urteil mit vier Jahren Sperre «für die Teilnahme am organisierten Motorrad-Rennsport» recht hart aus. Im Juni des kommenden Jahres endet die Sperre für den «fliegenden Holländer» aus Gorredijk.

SPEEDWEEK.com sprach jetzt mit Jannick de Jong, der in seinem Portfolio eine beachtliche Titelsammlung vorweisen kann. Der heute 33-Jährige wurde einmal Langbahn-Weltmeister, zweimal Team-Weltmeister, dreimal Europameister und achtmal holländischer Grasbahnmeister.

Hallo Jannick, wie geht es dir?

Mir geht es gut. Ich habe einen festen Job als Account Manager bei Motip Dupli, dem europäischen Marktführer in Lackaerosolen und betreue Kunden im In- und Ausland, ich habe mit Femke eine tolle Frau und vor drei Monaten haben wir unseren Sohn Joren auf dieser Welt begrüßen dürfen.

Wo wohnt ihr?

In meinem Heimatort Gorredijk in einem eigenen Haus. Da habe ich auch eine Werkstatt, in der meine Motorräder stehen.

Aha, es stimmt also, dass wir dich demnächst wieder auf der Langbahn sehen werden?

Ja, meine Sperre läuft im Juni kommenden Jahres ab, dann darf ich wieder Rennen fahren.

Wie ist das damals eigentlich wirklich gelaufen?

Also ich bin immer noch der Meinung, dass ich nicht gedopt habe. Ich habe nichts wissentlich eingenommen oder verabreicht bekommen. Damals war bei uns Feiertag und ich war in Groningen auf einer Studentenparty zu Gast. Ich kann mir bis heute nicht erklären, wie das Zeugs in meinen Körper gekommen sein soll. Ich hätte aber insgesamt vorsichtiger sein sollen.

Du hast doch eigentlich an der Universität Sport-Management studiert. Wie kam die beruflich Umorientierung zum Kundenbetreuer im Vertrieb?

Ich musste wie jeder Mensch Geld verdienen und habe mich bei der Motip Dupli Gruppe hochgearbeitet, von der handwerklichen Fertigung in den Vertrieb.

Und jetzt planst du die Rückkehr in den Bahnsport. Welche Träume und Ziele hast du?

Ohne Ziele und ohne Träume ist das Leben sinnlos, das weißt du selbst. Mein Ziel ist, wieder auf mein altes Niveau auf der Langbahn zurückzufinden, um auf höchstem Niveau Rennen fahren zu können. Und ich träume natürlich von der Weltmeisterschaft.

Die letzten Jahre waren wohl nicht einfach für dich, oder?

Das ist eine schwere Zeit für mich gewesen, das ist wahr und ich finde es schade, dass es so gelaufen ist. Aber jetzt freue ich mich wieder auf ein paar schöne Jahre auf der Bahn. Meine Frau hat mich darin bestärkt und gesagt, ich müsse wieder zurückkehren. Mein ganzes Material steht noch bei mir in der Werkstatt, aber wie es dann auf der Bahn wird, muss man abwarten. Erfahrung habe ich genug, aber wieder den Rhythmus zu finden, das Fingerspitzengefühl beim Start und so und überhaupt wieder in den Modus Rennen zu fahren, das braucht seine Zeit.

Glaubst du, dass im Jahr 2021 wieder alles ganz normal ablaufen wird?

Nein, eigentlich nicht. Es wird die ein oder andere Veranstaltung geben, aber normal ist was anderes. Für die Veranstalter ist diese Situation der Corona-Pandemie sehr schwierig, sie sind von Zuschauern abhängig. Es wäre schade, wenn Clubs daran pleite gehen würden.

Hast du die Langbahn-WM zuletzt verfolgt?

Natürlich, ich bewundere alle Beteiligten, dass in diesem Jahr zumindest zwei Grands Prix gefahren wurden und dass auch der Challenge durchgeführt werden konnte. Ich hoffe inständig, dass demnächst überall wieder so etwas wie Normalität einkehren wird. Dafür braucht es aber wohl einen Impfstoff.

Nehmen wir an, Rennen finden demnächst wieder mehr oder minder regelmäßig statt. Wie wird dein Engagement dann sein?

Nicht so wie früher. Ich muss dann einen guten Mix finden zwischen Arbeit, Familie und Rennen, das ist klar.

Wie man sieht, hast du auch schon einiges für deine körperliche Fitness getan?

Ja, ja, das gute Essen und so weiter. Ich fahre viel mit dem Fahrrad und gehe zum Fitnesstraining, das macht sich stark bemerkbar.

Erik Riss will auch wieder auf die Langbahn zurückkehren. Wie findest du das?

Das ist doch großartig für unseren Sport. Ich freue mich, dass Erik demnächst wieder dabei ist. Und dann kehrt auch der fliegende Holländer zurück. Wenn das nichts ist, dann weiß ich es nicht.

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