Liqui Moly plant Moto2-Team mit Schrötter und Tulovic

Von Günther Wiesinger
Das deutsche Moto2-Team könnte 2023 wieder einmal mit zwei deutschen Piloten antreten. Dazu wird über eine Zusammenarbeit mit dem Moto3-Husky-Werksteam von Peter Öttl nachgedacht, um «In-house» eigene Talente aufzubauen.

Das deutsche Liqui Moly Intact-GP-Team hat zwar nach anderen Möglichkeiten Ausschau gehalten, weil Marcel Schrötter im vergangenen Sommer in einem Anflug von Leichtsinn verkündet hat, er könne sich nicht vorstellen, auch mit 30 Jahren noch in der Moto2-WM zu fahren. Aber jetzt zeichnet sich ab: Der Moto2-WM-Siebte wird auch in der kommenden Saison in der Mittelgewichtsklasse antreten, in der mit 765-ccm-Dreizylinder-Einheitsmotoren gefahren wird und in der seit Beginn der Saison 2020 alle Rennen von Kalex-Motorrädern gewonnen wurden.

«Ich kann mir gut vorstellen, dass Marcel bleiben wird, wir hätten die neue Vereinbarung schon vor der Sommerpause unterzeichnen können. Aber in den vergangenen Jahren war nach der Sommerpause bei Marcel immer eine leichte Flaute da. Deshalb wollte ich den Druck ein bisschen aufrechterhalten», erklärte Liqui-Moly-Teamprinzipal Jürgen Lingg gegenüber SPEEDWEEK.com.

Schrötter, der am 2. Januar 2023 seinen 30. Geburtstag feiert, bereits 218 Grand Prix bestritten und beim Sachsenring-GP 2008 im Honda-Team von Mang, Stadler und Schlögl sein Debüt in der 125-ccm-Weltmeisterschaft gefeiert hat, könnte den deutschen Moto2-EM-Spitzenreiter Lukas Tulovic (22) aus Eberbach als Teamkollegen bekommen.

Schrötter, der 125-ccm-Europameister und Deutsche Meister von 2009, und sein Manager Michael Kories haben sich auch in der Superbike-WM umgesehen. Kories flog deshalb sogar zum SBK-Event nach Portimão, aber außer bei Bonovo-BMW gab es kein Interesse am deutschen Moto2-Piloten.

Das Intact-Team hat nach der jüngsten Erfolgsserie von Schrötter finanzielle Zugeständnisse gemacht. «Wir haben zuletzt bei der Dutch-TT in Assen mit dem Intact-Team gute Gespräche im Hinblick auf einen neuen Vertrag geführt», bestätigte Kories gegenüber SPEEDWEEK.com.

Aus Memmingen ist zu hören, dass Moto3-Assen-Sieger Ayumu Sasaki für die Moto2 abgelehnt wurde, der aktuelle Schrötter-Teamkollege Jeremy Alcoba wurde vorläufig vertröstet. «Wir haben ihm bisher keinen neuen Vertrag angeboten», verriet Jürgen Lingg.

Auf den Moto2-EM-Titelanwärter Senna Agius (17) aus Australien wurde zwar ein Auge geworfen, konkret verhandelt wurde aber noch nicht.

Das Liqui-Moly-Intact-Team wird aber über eine Ausweitung der GP-Aktivitäten nachgedacht. Da sich Peter Öttl nach vier Jahren von seinem Moto3-Teampartner Max Biaggi trennen wird und den Rennstall wieder ohne den sechsfachen Weltmeister aus Italien betreiben will, wird über eine Kooperation zwischen den Intact-Verantwortlichen und dem Öttl-Team nachgedacht. Öttl würde mit Sasaki einen Moto3-Titelanwärter sowie die Bezeichnung Husqvarna Factory Racing in die Partnerschaft mitbringen, er müsste aber Hauptsponsor Sterilgarda ersetzen, den das Max Racing Team beigesteuert hat. John McPhee, der zweite Fahrer im Husky-Team, muss ersetzt werden, weil er 2023 das Alterslimit von 27 Jahren überschritten haben wird.

Max Biaggi erhebt allerdings auch noch Ansprüche auf die beiden Teamplätze, weil er vier Jahre lang neben dem Hauptsponsor auch die Infrastruktur (Lkw und so weiter) geliefert hat. Wobei sich Peter Öttl bereits vor der Sommerpause von IRTA-CEO Mike Trimby und der Dorna die Zusicherung geholt hat, der rechtmäßige Teambesitzer zu sein. Denn er hat das Team schon vor der Zusammenarbeit mit Biaggi vor 2019 besessen und auch seither jeweils die Verträge mit der Teamvereinigung IRTA unterschrieben.

Die Teamplätze würden nur dann an Biaggi übergehen, wenn Peter Öttl den Rennstall nicht mehr finanzieren könnte.

Bei der Pierer Mobility wird abgewartet, ob das Max Racing Team oder Öttl die zwei begehrten Moto3-Startplätze bekommt. Öttl hat auf jeden Fall wie üblich seine Application beim Selektions-Komitee abgegeben und seine Ansprüche geltend gemacht.

«Unser Wissensstand ist, dass die beiden Plätze Peter Öttl gehören», sagt Jens Hainbach, Vice President Road Racing bei der Pierer-Gruppe mit den Marken KTM, Husqvarna und GASGAS.

Würde die Öttl-Mannschaft 2023 wieder das Husqvarna Factory Racing-Team bilden? Oder würde Öttls Truppe künftig mit Rücksicht auf die gemeinsamen Nachwuchs-Aktivitäten des Liqui Moly-Intact KTM-Juniors-Teams mit KTM ausrücken?

Hainbach: «Das ist noch nicht abschließend besprochen und entschieden.»

Zur Erinnerung: In der JuniorGP-Serie (vormals Moto3-Junioren-WM) stehen beim Junior-Team 2022 Phillip Tonn und Jakob Rosenthaler in der Startaufstellung. Teammanager Dirk Reissmann kümmert sich dazu im European Talent Cup noch um den Österreicher Niklas Kitzbichler; dieses Trio ist im Liqui Moly Intact Junior-Team auf KTM-Bikes unterwegs.

Die bisherigen Moto2-WM-Piloten bei Intact

2013: Cortese
2014: Cortese
2015: Cortese
2016: Cortese, Folger
2017: Cortese, Schrötter
2018: Schrötter, Vierge
2019: Schrötter, Lüthi
2020: Schrötter, Lüthi
2021: Schrötter, Arbolino
2022: Schrötter, Alcoba
2023: Schrötter? Tulovic?

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