Maximilian Kofler über Jerez: «Es war schon heftig»

Von Nora Lantschner
Moto3
Max Kofler in Jerez: Im MotoGP-Fahrerlager gilt Maskenpflicht

Max Kofler in Jerez: Im MotoGP-Fahrerlager gilt Maskenpflicht

Der Neustart der Motorrad-WM in Jerez war für alle Beteiligten eine Herausforderung: Moto3-Rookie Maximilian Kofler (KTM) berichtet von der Hitzeschlacht und den Corona-bedingten Einschränkungen.

Nach zwei Wochen im andalusischen Hochsommer hatte Maximilian Kofler zu Hause in Oberösterreich angekommen auch nichts gegen das regnerische Wetter. «Das habe ich schon ein bisschen vermisst. Ich bin wirklich glücklich, dass ich wieder zu Hause bin», schmunzelte er im Live-Interview mit SPEEDWEEK.com, das übrigens auf Instagram in voller Länge nachzusehen ist.

Wie hart waren die Bedingungen bei knapp 40 Grad Luft- und teilweise über 50 Grad Asphalttemperatur in Jerez de la Frontera wirklich? «Es war schon ziemlich heiß. Beim Fahren ging es mit dem Fahrtwind teilweise und in den Trainings, wo wir nicht so viele Runden hintereinander durchgefahren sind. Da kommt man immer wieder rein, trinkt etwas und hat kurz die Abkühlung durch den Ventilator. Im Rennen waren die 22 Runden aber schon heftig. Vor allem das zweite Rennen war bei weitem anstrengender als das erste, das haben auch alle Fahrer bestätigt, weil es noch einmal um ein paar Grad wärmer war. Ins Schwitzen sind wir alle gekommen. Ich bin also ganz froh, dass wir die heißen Rennen hinter uns haben», bekräftigte der KTM-Pilot aus dem Team CIP Green Power.

Den neuen Alltag im Fahrerlager, zu dem nach dem 60 Seiten umfassenden «closed doors protocol» nur 1600 Personen Zutritt hatten, beschreibt der 19-Jährige so: «Das Ankommen an der Strecke war schon ganz anders. Wir brauchten nicht nur unseren Paddock-Pass, wir haben von der MotoGP auch eine App bekommen, wo die Testergebnisse des Corona-Tests hinterlegt waren. Die musste man ebenfalls jedes Mal scannen. Dazu wurde die Temperatur gemessen. Dann gilt natürlich die ganze Zeit überall im Fahrerlager Maskenpflicht. In der Box mussten die Mechaniker und der Crew-Chief während der Sessions einen Mund-Nasen-Schutz und ein Face-Shield tragen, solange der Fahrer keinen Mund-Nasen-Schutz aufhatte. Für sie war es schon anstrengend und für uns war es teilweise auch ein bisschen schwierig, sich während der Session auszutauschen: Mund-Nasen-Schutz, Face-Shield, Helm und Ohrstöpsel – da musste man in der Box schon mal herumschreien», schmunzelte Max.

«Vom Ablauf her war es ein normales Rennwochenende, nur eben ohne Zuschauer», ergänzte der WM-Neuling. «Es war ein wenig entspannter im Fahrerlager, alle waren recht entspannt unterwegs, selbst die MotoGP-Fahrer, die man sonst wenig sieht, wenn die Zuschauer da sind. Sonst war es kein großer Unterschied.» Negativ ausgewirkt habe sich das Protokoll auf die Arbeitsweise auf keinen Fall, unterstrich Kofler.

Erstmals wurde auf dem Circuito de Jerez-Ángel Nieto zudem an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden gefahren. Allerdings gab es auch an den Ruhetagen wenig Abwechslung: «Wir waren jeden Tag an der Rennstrecke, bis auf den Montag. Da sind wir im Wohnmobil geblieben, haben andere Dinge erledigt und uns einfach erholt. Mein Vater und ich haben außerhalb von der Strecke im Wohnmobil geschlafen. Dienstag und Mittwoch war ich an der Strecke, bin dort laufen gegangen und habe mit den Leuten aus dem Team gearbeitet. Wir haben die Daten angeschaut und hatten sehr viel Zeit für solche Dinge, was auch gut war. Aber bei der Hitze wusste man manchmal nicht mehr, wo man sich ein bisschen abkühlen könnte. Selbst in der Box wurden am Montag 42 Grad gemessen. Das war schon hart», gestand der KTM-Pilot.

Auch zurück in Österreich ist Vorsicht geboten, weiß Kofler: «Ich bin noch nicht sicher, ob ich nochmal Motocross fahren werde, weil doch immer das Verletzungsrisiko dabei ist, wie man es auch schon bei ein paar MotoGP-Piloten gesehen hat. Laufen und Radfahren steht auf jeden Fall auf meinem Plan. Dann werde ich die Zeit zu Hause genießen, vielleicht noch Freunde treffen – aber alles mit Abstand, weil eine Corona-Ansteckung für mich jetzt fatal wäre. Nächste Woche geht es am Mittwoch weiter nach Brünn.»

Zuvor steht am Montag ein erneuter Corona-Test an. «Danach muss ich mich bis Brünn abschotten und zu Hause bleiben, bis wir dann an der Strecke sind. Dann müssen wir entweder in Brünn wieder einen Corona-Test für Spielberg machen, wobei wir dann aber direkt nach Spielberg müssten. Wenn wir dagegen in der Zeit nach Hause fahren, was ich eigentlich vor hätte, müssen wir vor Spielberg wieder einen Corona-Test machen.»

Zusätzlich können alle Beteiligten an der Strecke jederzeit zu zusätzlichen Tests gerufen werden. Für das Rennfahren nehme man aber viel in Kauf, bestätigte Kofer: «Auf jeden Fall!»

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