Heinz Kinigadner (KTM): «Bei den Top-Ten anklopfen»

Von Günther Wiesinger
MotoGP

Heinz Kinigadner, zweifacher Motocross-Weltmeister und jetzt KTM-Berater, glaubt fest an den Erfolg des MotoGP-Teams aus Österreich. «Am Saisonende wollen wir bei den Top-Ten anklopfen», sagt der Tiroler.

Das österreichische Red Bull KTM-Team beteiligt sich 2017 an allen drei GP-Klassen – als einziger Hersteller weltweit jeweils mit einem offiziellen Werksteam und eigenen Motorrädern, sogar die Suspension kommt aus dem Konzern – von WP.

Heinz Kinigadner, 250-ccm-Motocross-Weltmeister 1984 und 1985 auf KTM, hat als «Adviser» bei KTM alle Vorbereitungen mitverfolgt.

In den kleinen Klassen Moto3 (Antonelli, Bendsneyder) und Moto2 (Binder, Oliveira) hat KTM Titelchancen. In der MotoGP-Weltmeisterschaft wird sich KTM hingegen hinter Honda, Yamaha, Suzuki, Ducati und Aprilia anstellen müssen. Aber in der Königsklasse verfolgen die Österreicher ein Langzeitprojekt.

Innerhalb von drei Jahren soll um Podestplätze gekämpft werden, der Vertrag mit der Dorna läuft über fünf Jahre. Und Firmenchef Stefan Pierer sagte: «Wenn es zehn Jahre dauert, bis wir die MotoGP-WM gewinnen, dann werden wir halt zehn Jahre mitfahren.»

KTM hat sich 2005 schon einmal an der «premier class» beteiligt, allerdings nur als Motorenlieferant des 990-ccm-V4-Triebwerks für das Team Roberts mit den Piloten Jeremy McWilliams und Shane Byrne. Das Projekt entpuppte sich als Flop, es fehlte damals bei KTM an Geld und Knowhow und an der nötigen Infrastruktur.

Jetzt werden pro Saison rund 30 Millionen Euro allein für die Königsklasse investiert.

«Wir sind jetzt besser aufgestellt. Aber wir werden den Ball trotzdem flach halten», betont Heinz Kinigadner bezüglich der MotoGP-Hoffnungen für 2017. «Teammanager Mike Leitner, Motorsport-Direktor Pit Beirer und Firmenchef Stefan Pierer und ich, wir alle wissen, wo wir stehen. Unser Ziel muss sein, dass wir irgendwann einmal WM-Punkte machen im ersten Jahr. Top-15-Plätze liegen nach den jüngsten Testfahrten nicht außer Reichweite, denn Pol Espargaró war beim Australien-Test Gesamt-Siebzehnter. Und wenn wir gegen Saisonende bei guten Voraussetzungen auch mal an den Top-Ten anklopfen können, werden wir zufrieden sein. Dann musst du eh bis auf eine Sekunde an den Schnellsten dran sein. Unsere Erwartungen halten sich in einem vernünftigen Rahmen.»

In der Dakar-Rallye hat KTM zuletzt 16 Gesamtsiege in Serie gewonnen, in der Moto3-WM räumten die Innviertler in den Jahren 2013/2014 einmal 27 GP-Siege hintereinander ab – ein einsamer Rekord für die längste Siegesserie in jeglicher GP-Klasse seit 1949.

Heinz Kinigadner ist sich bewusst, dass sich solche Serienerfolge in der in der MotoGP nicht verwirklichen lassen. Aber kann KTM zumindest im dritten Jahr um Podestplätze fighten?

«Dass es möglich ist, hat Suzuki gezeigt», sagt der ehemalige Cross-Weltmeister. «Natürlich sind wir im Vergleich mit Suzuki und Aprilia ein echter Neueinsteiger in der MotoGP. Aber so neu sind wir im Straßenrennsport auch nimmer. Wir bauen schon seit sehr vielen Jahren Straßengeräte. Und was man so hört, bauen wir sehr gute Serien-Straßenmotorräder. Außerdem haben wir in der MotoGP wie in den zwei kleinen Klassen mit Aki Ajo ein Superteam. Pit Beirer hat da gemeinsam mit Mike Leitner und anderen Experten eine erstklassige Mannschaft zusammengestellt. Natürlich war in der MotoGP viel Neuland für uns. Aber Mike Leitner hat mit seiner Erfahrung die richtigen Leute dazu engagiert. Das passt jetzt einwandfrei.»

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