MotoGP

Takeo Yokoyama: «Die MotoGP-Honda ist kompliziert»

Von Manuel Pecino - 05.02.2019 08:45

Der Japaner Takeo Yokoyama agiert als MotoGP-Projektleiter bei HRC. Er gibt zu, dass die Marken-WM für Honda fast wichtiger ist als der Fahrer-Titel.

SPEEDWEEK.com führte ein exklusives Gespräch mit dem Japaner Takeo Yokoyama, der für die Honda Racing Corporation (HRC) seit vier Jahren als MotoGP-Projektleiter und Technical Direktor tätig ist. Er ist die Person, die tatsächlich entscheidet, wie die Dinge in der Garage des stärksten MotoGP-Teams der Welt laufen, also bei Repsol-Honda, das 2018 alle drei Titel gewann: Fahrer-WM, Marken-WM, Team-WM.

Leute, die täglich mit Takeo Yokoyama arbeiten, sagen, dass sich hinter diesem in den USA ausgebildeten, freundlichem Japaner ein sehr intelligenter Typ versteckt, ein extrem fähiger Ingenieur und fleissiger Arbeiter, unerschöpflich, sehr anspruchsvoll und eine starke Persönlichkeit. Das ist Takeo Yokoyama, der Technik-Direktor von HRC.

Takeo, ist es wahr, dass für die HRC-Ingenieure der Konstrukteurs-Titel wichtiger ist als der Fahrer-WM-Titel? Für das Marketing ist es natürlich sehr gute Werbung, wenn ein Fahrer die Weltmeisterschaft gewinnt, aber für einen Ingenieur ist es eine größerer Belohnung, wenn er sieht, dass sein Motorrad alle anderen schlägt. Richtig?

Ich glaube, das ist für uns gleich wichtig. («Gleich wichtig», ist eine interessante Antwort. Ist ihnen aufgefallen, dass seine Antworten auf die schwierigeren Fragen bisher nur aus einem Satz bestanden, um das Thema schnell hinter sich zu bringen? Es gab also für mich keine andere Möglichkeit, als darauf zu bestehen.)

Die Fahrer denken in erster Linie an sich selbst. Sobald sie den Titel einmal gewonnen haben, glauben sie, dass ihre Arbeit erledigt ist. Stellen wir uns vor, ein Honda-Fahrer gewinnt die WM, aber Yamaha gewinnt den Konstrukteurs-Titel. Würdet ihr sagen, ihr habt einen guten Job gemacht? Oder würde das Wunden innerhalb von HRC aufreissen?

Natürlich würde es wehtun! Aber ist das jemals passiert? Ich erinnere mich, dass Jorge 2012 Weltmeister wurde, aber Honda den Konstrukteurs-Titel gewonnen hat. Das war nett. (Yokoyama sagte diesen letzten Satz mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Immerhin hält man einige Traditionen bei HRC aufrecht: Yamaha zu schlagen ist die grösste Befriedigung von allen.) Natürlich ist es wichtig, den Konstrukteurs-WM-Titel zu gewinnen. Weil es Journalisten gibt, die behaupten, dass es der Fahrer ist, der gewinnt, nicht das Motorrad.

Momentan ist die Motorenentwicklung für die siegreichen Werke während der Saison eingefroren. Yamaha-Manager Tsuji hat letztes Jahr vorgeschlagen, dass ein Motor-Update pro Saison in die Regeln eingeführt wird. Was sagst du dazu?

Wenn jemand dieses Thema auf den Tisch liegt, sind wir offen, darüber zu sprechen. Aber wir müssen das innerhalb der MSMA, als mit den anderen Werken, ernsthaft darüber diskutieren. Wenn wir diese Regel einführen, hat das grosse Auswirkungen auf den Rennsport. Auf die Rennstrategie, den Technik-Plan, den Entwicklungsplan, auch auf das Budget und die Ressourcen... Man müsste viel ändern. Ich glaube, dass es keine einfache Veränderung ist, die jemand plötzlich einführen kann.

Eine weitere schwierige Frage betrifft die hohe Anzahl an Stürzen, die die Honda-Piloten haben. Weißt du, woran es liegt, dass eure Fahrer so oft stürzen?

Ja und nein. Das Honda-Bike ist speziell. Ich glaube, das weiß jeder. Die Honda ist ein Motorrad, das du bis ans Limit pushen musst, um damit schnell zu sein. Wenn du «gemütlich» damit fährst, kannst du keine Top-Rundenzeiten damit erzielen. Es ist ein kompliziertes Motorrad. Aber wenn du einmal weißt, wie weit du es pushen kannst, kannst du das Maximum aus ihm herausholen.

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