Brad Binder (KTM): Die Anfänge des MotoGP-Rookies

Von Mat Oxley
MotoGP

Red Bull-KTM-Werksfahrer Brad Binder steht vor seiner ersten MotoGP-Saison. Der 24-Jährige aus Südafrika erzählt von seinem ersten Motorrad und seinen ersten Runden auf der KTM RC16.

Der in Potchefstroom geborene Brad Binder (24) holte in seiner bisherigen WM-Karriere 15 GP-Siege – allesamt auf KTM. Seine internationale Karriere startete er ebenfalls auf der österreichischen Marke: 2009 im Red Bull Rookies Cup. 2011 feierte er in Estoril seinen ersten Sieg in der Nachwuchsserie und gab im selben Jahr in Indianapolis auf der Aprilia von RW Racing GP sein Debüt in der 125er-Klasse der Motorrad-WM.

Seit seinem Titelgewinn in der Moto3-Klasse 2016 ist Binder nach Kork Ballington (Doppelweltmeister in den Klassen 350 und 250 ccm 1978 und 1979) und Jon Ekelrold (1980 in der Klasse 350 ccm) der dritte Motorrad-Weltmeister aus Südafrika.

2020 ist der Red Bull-KTM-Werksfahrer einer von drei Rookies in der Königsklasse der Motorrad-WM bestreiten. Im Interview blickt der Moto2-Vizweltmeister des Vorjahrs auf seine Anfänge zurück.

Brad, wie fing alles an?

Als ich ein Kind war, wollte ich Motocross fahren, also besorgte mir mein Vater ein Motocross-Bike, und mein Bruder [Darryn] wollte Kartfahren, also bekam er einen Kart.

Wir probierten zuerst das Kartfahren aus, ich habe es auch versucht und ich sagte daraufhin, dass ich auch einen Kart wollte – also waren wir beide zwei Jahre lang in den Karts unterwegs. Sobald ich alt genug war, begannen wir auf 50ccm-Bikes Rennen zu fahren, auf richtigen Strecken wie Kyalami und Phakisa. Ich hatte eine Yamaha TZR50 und ich gewann 2005 meine erste Meisterschaft.

Wann ging es zum ersten Mal nach Europa?

Als ich 12 Jahre alt war, ging ich nach England, um ein paar Rennen in der Aprilia-Superteen-Serie zu fahren. Ich fuhr eines in Brands Hatch und eines in Donington, was das Auftaktrennen in das GP-Wochenende 2007 war. Das war mein erstes Mal bei einem Motorrad-Grand-Prix, es war cool. Dann habe ich es geschafft, einen Platz im Red Bull Rookies Cup zu bekommen, im dem Jahr, als ich 13 wurde.

Bist du dafür nach Europa gezogen?

Nein, wir sind hin- und hergependelt, was nicht so schlimm war, weil nicht so viele Rookie-Rennen im Kalender standen. Sobald ich [2012] in die Moto3-WM kam, haben meine Mutter und ich angefangen, in Spanien zu wohnen, während mein Vater öfter nach Hause flog.

Wahrscheinlich mussten deine Eltern für deinen ersten Moto3-Vetrag Geld mitbringen…

Ja, mein Vater musste den Platz im ersten Jahr kaufen. Mein Vater hat ein Unternehmen in Südafrika, also waren in einer glücklichen Lage. Ich würde nicht sagen, dass wir das Geld hatten, denn es waren massive finanzielle Forderungen – 250 oder 300 Riesen, es ging in diese Richtung.

In meiner zweiten Moto3-Saison hatte ich aber das Glück, einen Vertrag ohne Mitgift zu ergattern. Da war ich wirklich in einer glücklichen Lage, weil es nicht oft vorkommt, dass das ein Faher im zweiten Jahr schafft. Ich kam ins Team Ambrogio Racing, das sich wirklich um mich gekümmert hat, ich hatte Glück.

Der Durchbruch kam mit deinem ersten GP-Sieg auf der Ajo-KTM, als du 2016 das Moto3-Rennen von Jerez nach einer Strafversetzung vom 35. und letzten Startplatz aus gewonnen hast. Es war der erste GP-Erfolg eines Südafrikaners seit Jon Ekerold in Monza 1981 – und ebnete den Weg zum Moto3-Titel.

Das war gut – das sind schöne Erinnerungen! Das gab wirklich den Ton an für ein gutes Jahr: Ich hatte es geschafft, vom Ende der Startaufstellung aus zu gewinnen, also sagte ich mir auch an den Wochenenden, an denen ich Mühe hatte: «Ich habe es schon zuvor geschafft – und ich kann es sicher auch von der zweiten oder dritten Reihe aus schaffen.» Mental gab mir das richtig Auftrieb.

Machen wir einen Sprung, wann bist zu zum ersten Mal auf einem MotoGP-Bike von KTM gesessen?

Ich bin das Motorrad im Sommer des Vorjahres in Brünn gefahren. Ich habe 30 Runden geschafft. Das war cool, es war großartig – ich hatte in diesen 30 Runden mehr Spaß als das ganze Jahr über.

Warst du so schnell?

Ich war wirklich überhaupt nicht schnell, ganz ehrlich, es war ein bisschen ein Shakedown-Test. Ich hatte einen Deal mit Pit [Beirer]: Wenn ich ein Moto2-Rennen gewinnen würde, dann würde er mir eine Fahrt auf einem großen Bike erlauben. Es war nur ein kurzer Ausritt, es ging darum, einige Runden zu drehen und es zu genießen. Ich hatte auf dem Ding so viel Spaß!

Während den Tests in Valencia und Jerez fühlte ich mich immer wohler auf dem Bike, ich habe einfach viele Runden abgespult. Ich bin auf den Geschmack gekommen, aber ich habe immer noch einen unglaublich langen Weg vor mir. Hoffentlich können wir in Sepang im Februar einen Schritt machen.

Ich glaube, ich muss einfach meine Fahrweise verbessern und ein bisschen mein Feeling für die Front – und ich muss es einfach schaffen, das Vertrauen zu haben, um das Motorrad dorthin zu bringen, wo ich es haben will, vor allem im Kurveneingang. Ich glaube, sobald ich das hinbekomme, wird der Rest sich von selbst ergeben.

Vermutlich hast du dir die MotoGP-Klasse immer schon genau angeschaut, um dich auf den Aufstieg in die Königsklasse vorzubereiten.

Das ist das, was ich montags mache. Der Montag ist immer mein Couch-Tag, da schaue ich mir einfach alle Rennen und die ganzen Sessions an.

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