Paolo Ciabatti: «Sind stolz, aber nicht zufrieden»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Andrea Dovizioso: Nur Rang 15 in Malaysia

Andrea Dovizioso: Nur Rang 15 in Malaysia

Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti erkennt trotz der Niederlage gegen Marc Márquez beim Blick auf die MotoGP-Saison 2019 positive Aspekte für die Roten. Aber Ducati hat dazu gelernt. Das zeigte sich in Sepang.

Paolo Ciabatti, Sportdirektor von Ducati Corse, hat zwar in den letzten drei Jahren mit Andrea Dovizioso dreimal hintereinander den zweiten WM-Rang erobert. Aber wirklich zufrieden waren die Italiener nicht, besonders 2019, als Marc Márquez 151 Punkte mehr eroberte als «Dovi», bei den GP-Siegen stand es nach 19 Grand Prix 12 zu 2 für den Spanier.

«Man muss sich aber auch vor Augen halten, dass die MotoGP-Weltmeisterschaft 2019 sicher konkurrenzfähiger und ausgeglichener war als in der Vergangenheit, daran wird sich auch 2020 nichts ändern», meint Ciabatti. «Auf diese Situation dürfen wir stolz sein. Das bedeutet aber nicht, dass wir zu 100 Prozent zufrieden sind. Denn du bist zufrieden, wenn du dein Ziel erreichst. Unser Ziel ist es, die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Das ist uns aber nicht gelungen.»

Ducati fühlte sich letztes Jahr bereit für den Titelgewinn. Der Philip-Morris-Konzern warb mit dem Slogan «Winnow» auf den Desmosedici-Maschinen, das wurde als klarer Auftrag verstanden: «Gewinnt jetzt.»

Ciabatti findet aber durchaus positive Aspekte, wenn er auf die Saison 2019 zurückblickt. «Wir waren der einzige Hersteller, der mit zwei unterschiedlichen Fahrern Rennen gewonnen hat. Das ist 2019 keinem anderen MotoGP-Werksteam gelungen. Dazu hatten wir Jack Miller auf der dritten GP19, er hat fünf Podestplätze erzielt. Wenn man die Frage stellt, ob die Desmosedici GP letztes Jahr ein konkurrenzfähiges Motorrad war, musst man sie bejahen. Wir sind der Meinung, wir haben gute Arbeit geleistet.»

«Aber wir haben für 2020 viel auf dem Motorrad verbessert. Klar, wir hatten 2019 beim Sepang-Test vier Ducati auf den ersten vier Plätzen. Aber in dieser Saison befinden wir uns in einer Situation, wo wir die neuen Reifen von Michelin kennenlernen und verstehen lernen müssen. Wir arbeiten also am Set-up, um das Verhalten der neuen Hinterreifen zu verstehen, die eine neue Konstruktion haben. Deshalb haben wir in Sepang nicht wirklich auf Topzeiten Wert gelegt.»

Vor einem Jahr beendete Ducati den Sepang-Test mit vier Piloten auf den ersten vier Plätzen – Petrucci vor Bagnaia, Miller und Dovizioso. Diesmal stand Bagnaia als bester Ducati-Werkspilot an vierter Position, Petrucci und Miller brausten auf die Plätze 6 und 8, Vizeweltmeister Dovizioso landete an 15. Stelle. In diesem Jahr werden bei Ducati Corse und Pramac Racing erstmals vier aktuelle GP20 verteilt.

Hat Ducati aus dem Sepang-Test 2019 die Lehren gezogen und diesmal vermehrt auf Long-runs geachtet? «Die Ingenieure machen die Pläne für die Tests», sagt Ciabatti. «Es ist immer gut, eine schöne, schnelle Rundenzeit zu haben. Das ist positiv, nicht nur für die Medien, sondern auch für das Team. Aber wir sind jetzt ziemlich erfahren und wissen, dass die Endergebnisse des Sepang-Tests kein Indikator für die folgende Saison sind. Schau‘ die Bagnaia 2019 an. Er war in Malaysia beim Test als Rookie an zweiter Stelle… Es ist aber sinnvoller, wenn du zufrieden auf die gesamte Testarbeit blicken kannst. Die einzelne Rundenzeit ist nicht so wichtig. Es ist interessanter, wenn man sich vorrangig um die Rennpace kümmert. Eine einzelne schnelle Runde ist eine Sache. Aber wenn man konstant über die Renndistanz schnell sein will, ist das eine andere Geschichte.»

MotoGP-IRTA-Test Sepang, Sonntag, 9. Februar:

1. Fabio Quartararo, Yamaha, 1:58,349 min
2. Cal Crutchlow, Honda, 1:58,431 min, + 0,082 sec
3. Alex Rins, Suzuki, 1:58,450, + 0,101
4. Francesco Bagnaia, Ducati, 1:58,502, + 0,153
5. Valentino Rossi, Yamaha, 1:58,541, + 0,192
6. Danilo Petrucci, Ducati, 1:58,606, + 0,257
7. Pol Espargaró, KTM, 1:58,610, + 0,261
8. Jack Miller, Ducati, 1:58,616, + 0,267
9. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:58,694, + 0,345
10. Joan Mir, Suzuki, 1:58,736, + 0,387
11. Miguel Oliveira, KTM, 1:58,764, + 0,415
12. Marc Márquez, Honda, 1:58,772, + 0,423
13. Franco Morbidelli, Yamaha, 1:58,838, + 0,489
14. Andrea Dovizioso, Ducati, 1:58,859, + 0,510
15. Johann Zarco, Ducati, 1:58,951, + 0,602
16. Alex Márquez, Honda, 1:59,042, + 0,693
17. Brad Binder, KTM, 1:59,104, + 0,755
18. Maverick Viñales, Yamaha, 1:59,169, + 0,820
19. Tito Rabat, Ducati, 1:59,549, + 1,200
20. Jorge Lorenzo, Yamaha, 1:59,697, + 1,348
21. Bradley Smith, Aprilia, 1:59,841, + 1,492
22. Takaaki Nakagami, Honda, 1:59,860, + 1,511
23. Iker Lecuona, KTM, 1:59,898, + 1,549
24. Sylvain Guintoli, Suzuki, 2:00,100, + 1,751
25. Mika Kallio, KTM, 2:00,148, + 1,799

MotoGP-IRTA-Test Sepang, kombinierte Zeitenliste:

1. Fabio Quartararo, Yamaha, 1:58,349 min
2. Cal Crutchlow, Honda, 1:58,431 min, + 0,082 sec
3. Alex Rins, Suzuki, 1:58,450, + 0,101
4. Francesco Bagnaia, Ducati, 1:58,502, + 0,153
5. Valentino Rossi, Yamaha, 1:58,541, + 0,192
6. Danilo Petrucci, Ducati, 1:58,606, + 0,257
7. Pol Espargaró, KTM, 1:58,610, + 0,261
8. Jack Miller, Ducati, 1:58,616, + 0,267
9. Dani Pedrosa, KTM, 1:58,662, + 0,313
10. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:58,694, + 0,345
11. Joan Mir, Suzuki, 1:58,731, + 0,382
12. Miguel Oliveira, KTM, 1:58,764, + 0,415
13. Marc Márquez, Honda, 1:58,772, + 0,423
14. Franco Morbidelli, Yamaha, 1:58,831, + 0,482
15. Andrea Dovizioso, Ducati, 1:58,859, + 0,510
16. Maverick Viñales, Yamaha, 1:58,893, + 0,544
17. Johann Zarco, Ducati, 1:58,951, + 0,602
18. Alex Márquez, Honda, 1:59,042, + 0,693
19. Brad Binder, KTM, 1:59,104, + 0,755
20. Tito Rabat, Ducati, 1:59,549, + 1,200
21. Jorge Lorenzo, Yamaha, 1:59,697, + 1,348
22. Bradley Smith, Aprilia, 1:59,841, + 1,492
23. Takaaki Nakagami, Honda, 1:59,860, + 1,511
24. Iker Lecuona, KTM, 1:59,898, + 1,549
25. Sylvain Guintoli, Suzuki, 2:00,100, + 1,751
26. Mika Kallio, KTM, 2:00,148, + 1,799
27. Lorenzo Savadori, Aprilia, 2:03,150, + 4,801
28. Takuya Tsuda, Suzuki, 2:03,674, + 5,325

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