Aprilia Racing: Große Hoffnungen, klare Ziele

Von Günther Wiesinger
MotoGP

Aprilia Racing bestreitet die sechste Saison mit dem 1000-ccm-V4-Motor; jetzt soll endlich der Durchbruch gelingen. Aber Stammfahrer Andrea Iannone ist weiter gesperrt.

Auf dem Losail Circuit in Doha präsentierte sich das Aprilia Racing Team Gresini heute erstmals in den Farben für die MotoGP-Saison 2020. Andrea Iannone (30), von der FIM bis auf weiteres gesperrt, stellte sich neben Stammfahrer Aleix Espargaró, Testfahrer Bradley Smith stand etwas im Hintergrund.

Aprilia hat von der neuen RS-GP20 in Sepang nur zwei Modelle dabei gehabt, jetzt wurde für den Katar-Test (22. bis 24. Februar, jeweils bis 18 Uhr mitteleuropäischer Zeit) mehr neues Material angeliefert.

Aprilia ist 2015 erstmals nach 2004 in die MotoGP-WM zurückgekehrt. Die Saison 2020 soll den großen Umschwung bringen. Massimo Rivola, seit Januar 2019 neuer CEO von Aprilia Racing, bezeichnete es als große Herausforderung, für den Doha-Test jetzt vier rennbereite Werks-Aprilia in der Box zu haben. «Wir sind froh und stolz, dass uns das gelungen ist. Wir haben enorme Anstrengungen unternommen, um das zu schaffen. Jetzt sind wir gespannt, was hier ab Samstag auf der Strecke passiert.»

Am neuen Motorrad ist alles neu, vom Motor (jetzt 90 statt 72 Grad Zylinderwinkel) bis zum Chassis und zur Aerodynamik. Technical Director Romano Albesiano: «Wir haben mit der Planung für dieses Modell bereits zu Jahresmitte 2019 begonnen, mit einem weißen Blatt Papier. Wir hatten eine Reihe klarer Ideen und haben alle Bereiche umgekrempelt. Beim Sepang-Test hat sich bestätigt, dass die ganze Arbeit des Winters in die richtige Richtung geht.»

Aleix Espargaró musste sich 2019 mit 63 Punkten und dem 14. WM-Rang zufrieden geben. Er bestreitet seine vierte Saison mit Aprilia und setzt große Hoffnungen in die neue RS-GP20.

Bei Aprilia ist viel Aufbruchstimmung zu spüren, denn Aleix Espargaró hielt beim Malaysia-Test vor zwei Wochen konstant in den Top-Ten mit. «Es war definitiv ein positiver Start mit diesem Bike in Sepang, Denn seit ich vor drei Jahren zu Aprilia gekommen bin, habe ich nicht viele technsichen Veränderungen erlebt. Wir haben uns alle angestrengt, aber beim Motorrad hat etwas Bedeutendes gefehlt. Die 2020-Maschine ist völlig neu, das ist eine große Revolution. Ich habe von der ersten Runde an in Malaysia gespürt, dass dieses Bike eine Menge mehr Potenzial hat. Mit dem 2019-Modell war ich am Limit, damit konnte man nicht schneller fahren. Auf der RS-GP20 habe ich mich sofort viel besser und viel konkurrenzfähiger gefühlt. Klar, wir haben erst einen Test hinter uns, wir haben noch viel Arbeit vor uns. denn unsere Gegner sind sehr stark, der Level in der MotoGP ist sehr hoch. Aber ich rechne mit einem unterhalztsamen Jahr.»

Was Aleix noch Kopfzerbrechen macht: In Sepang durfte er mit dem neuen Motor nie mehr als fünf Runden am Stück fahren. Es gibt noch keine Ausdauertests mit diesem Triebwerk. Dshalb ist es höchste Zeit für erste Long-runs.

Die Ziele von Aprilia sind klar umrissen: Rivola und Albesiano wollen mit ihren Piloten konstant um die Top-5 fighten.

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