Aleix Espargaró: Warum Iannone für ihn erledigt ist

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Am Freitag war noch alles eitel Wonne: Iannone, Smith und Espargaró

Am Freitag war noch alles eitel Wonne: Iannone, Smith und Espargaró

Mit ein paar unbedachten Aussagen hat sich der gesperrte Andrea Iannone beim Aprilia-Teamkollegen Aleix Espargaró unbeliebt gemacht. «Was er gesagt hat, ist super respektlos», wettert Aleix.

Andrea Iannone (30) ist wegen der Einnahme von anabolen Steroiden vom Weltverband FIM bis auf Weiteres gesperrt worden. Er wartet auf eine endgültige Entscheidung über die Dauer seiner Sperre und beteuert seine Unschuld. Am Freitag vor Beginn des MotoGP-Tests posierte er mit dem Aprilia-Werksteam auf dem Losail Circuit, obwohl er wie in Sepang nicht fahren durfte.

Theoretisch hat die FIM keine Handhabe, Iannone von den Testfahrten auszuschließen, denn das sind keine FIM-Events. Aber im Urteil ist zu lesen, er sei für alle Aktivitäten gesperrt, also hält sich Aprilia Racing brav an diese Maßnahme.

Aber die Italiener hoffen, dass Iannone so bald wie möglich wieder Rennen bestreiten kann, Aprilia-Rennchef Massimo Rivola hält ihn für unschuldig. Und statt sich als reuiger Sünder zu gebärden, hat sich Iannone nach der Teamvorstellung in Doha auch noch bei seinem wackeren Teamkollegen Aleix Espargaró unbeliebt gemacht.

Iannone, 2016 auf der Werks-Ducati-GP Sieger in Spielberg, dann zwei Jahre im Suzuki Ecstar-Team (auch dort neben Aleix Espargaró) und auch dort 2017 unangenehm aufgefallen, gilt in der Szene nicht gerade als besonderer Schlaumaier. 

Er behauptete in Doha, die neue Aprilia RS-GP20 sei quasi auf seinem Mist gewachsen. Sie sei das Ergebnis seiner unermüdlichen Entwicklungsarbeit. Dabei fährt Aleix Espargaró schon das vierte Jahr bei Aprilia, «The Maniac» erst seit einem Jahr. Und im schlimmsten Fall nie wieder.

«Was Andrea da erzählt hat, war super respektlos», ärgerte sich Aleix Espargaró. «Ich hatte schon einige Teamkollegen in meinem Leben, auch bei Aprilia hatte ich schon drei oder vier. Ich hatte nie mit einem Teamkollegen Probleme. Ich habe das Gefühl, ich hatte mit allen ein gutes Verhältnis, manchmal entstand sogar eine Freundschaft. Ich war der Meinung, ich hätte auch zu Andrea ein gutes Verhältnis. Aber nachdem was er jetzt erzählt hat, ist unser gutes Verhältnis beendet. Denn was er gesagt hat, ist respektlos mir gegenüber, gegenüber meiner Technik-Mannschaft und gegenüber dem Testteam mit Bradley Smith. Was Andrea behauptet hat, entspricht nicht den Tatsachen. Das weiß er selber ganz genau. Ich bin das vierte Jahr bei Aprilia und pushe die Ingenieure seit Jahren, diese Schritte zu machen, die jetzt an der RS-GP20 passiert sind.»

Espargaró deckt auf: «Andrea hat im Vorjahr in der ganzen Saison mein Set-up verwendet. Und in 90 Prozent alle Sessions war er langsamer als ich! Es ist also nicht fair, was er jetzt behauptet hat. Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle Leute bei Aprilia Racing. Aber wir kennen Andrea… Ich werde mein Leben so weiterführen wie bisher. Er soll so weitermachen, wie er es für gut hält… Die Zukunft wird zeigen, welcher Weg der bessere ist.»

Katar-Test, MotoGP, 23. Februar, 18 Uhr MEZ

1. Fabio Quartararo, Yamaha, 1:54,038
2. Alex Rins, Suzuki, + 0,162 sec
3. Maverick Viñales, Yamaha, + 0,226
4. Franco Morbidelli, Yamaha, + 0,443
5. Pecco Bagnaia, Ducati, + 0,482
6. Johann Zarco, Ducati, + 0,527
7. Joan Mir, Suzuki, + 0,574
8. Andrea Dovizioso, Ducati, + 0,624
9. Valentino Rossi, Yamaha, + 0,702
10. Takaaki Nakagami, Honda, + 0,721
11. Aleix Espargaró, Aprilia, + 0,724
12. Danilo Petrucci, Ducati, + 0,814
13. Pol Espargaró, KTM, + 0,852
14. Marc Márquez, Honda, + 1,055
15. Jack Miller, Ducati, + 1,156
16. Tito Rabat, Ducati, + 1,314
17. Miguel Oliveira, KTM, + 1,562
18. Iker Lecuona, KTM, + 1,606
19. Alex Márquez, Honda, + 1,687
20. Brad Binder, KTM, + 2,140
21. Cal Crutchlow, Honda, + 2,140
22. Bradley Smith, Aprilia, + 2,369 

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