Stefan Bradl (Honda): «Das Leben hat sich verändert»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Stefan Bradl im Februar 2020 in Sepang

Stefan Bradl im Februar 2020 in Sepang

Honda-Testfahrer Stefan Bradl erzählt aus seinem Leben zu den Zeiten der Krise. Er will auf gewisse Rituale nicht auf Dauer verzichten.

Stefan Bradl saß zuletzt in der ersten Februar-Woche beim Shakedown-Test in Sepang auf seiner Honda RC213V. Dann hätte er von 18. bis 20. März in Jerez einen MotoGP-Test absolvieren sollen, doch der Ángel Nieto-Circuit in Andalusien wurde am 13. März gesperrt. Und jetzt weiß der 30-jährige Bayer nicht, wie und wann das HRC-Testprogramm weitergehen wird.

Der siebenfache GP-Sieger, der in der MotoGP-WM bereits 50 Top-Ten-Plätze erreicht hat, wartet jetzt auf die weltweite Eindämmung der Covid-19-Seuche. Denn bis auf Weiteres ist nicht mit einer Aufhebung der Reiseverbote und der Grenzschließungen zu rechnen.

In Deutschland werden ab Montag voraussichtlich einige Maßnahmen gelockert. Inzwischen sind in Deutschland 2497 Menschen am Virus gestorben, aber von total 132.210 Infizierten sind bereits 72.600 genesen. Die Kurve flacht sich also ab. Am 27. März wurden 1933 neu Fälle gemeldet, am 2. April noch 6813, am 14. April nur noch 2138. Aber die Behörden müssen die Vorschriften mit viel Bedacht lockern, um keine zweite neue Infektionswelle zu riskieren.

«Ja, die Situation ist auf einem guten Weg. Aber das Leben hat sich verändert, beim Einkaufen musst du Bodenmarkierungen beachten. Die Menschen tragen Handschuhe und teilweise Masken, man muss die Abstandsregeln beachten, an der Supermarktkasse hast du eine Plexiglasscheibe. Das ist schon gewöhnungsbedürftig. Ich möchte das nicht auf Dauer haben. Ich kann verstehen, dass diese Maßnahmen jetzt notwendig sind. Aber ich glaube nicht, dass sich der Verzicht auf einen Händedruck zu Begrüßung langfristig durchsetzen wird. Denn das ist ein Ritual, das sich bei uns über Jahrhunderte eingebürgert hat. Ich habe mir vorher im ganzen Leben nie 20 Sekunden lang die Hände gewaschen. So viel Zeit haben wir ja normal gar nicht…»

«Wir erleben so eine Pandemie zum ersten Mal. Und dann fragt man sich, warum Babys eigentlich alles in den Mund nehmen. Entwickeln sie dadurch Abwehrkräfte? Das sind Fragen, die uns beschäftigen. In dieser Zeit sind wir alle neugierig auf Informationen. Ich habe bisher mein Abendprogramm nie nach der Uhrzeit der Abendnachrichten in ARD und ZDF gerichtet. Jetzt mache ich es. Weil es mich interessiert, wie die aktuellen Entwicklungen täglich aussehen, ich will immer die neuesten News hören.»

Die Berufsausübung ist für den Rennfahrer Stefan Bradl zum Stillstand gekommen. Auch der Nebenjob bei ServusTV kann ncht ausgeübt werden. «Die Einschränkungen treffen auch mich. Aber für mich sind die finanziellen Auswirkungen Gott sei Dank nicht so schlimm. Aber es stellt sich auch bei mir wie bei allen Rennfahrerkollegen die Frage, wie lange es dauert, bis wir wieder aktiv in den Sport eingreifen können. Die Einnahmen fehlen momentan natürlich bei uns allen.»

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