Misano und Mugello: Langsam in Richtung Normalität

Von Nora Lantschner
In Misano heulen erstmals wieder die Motoren auf, in Mugello vermeldet man die Rückkehr der medizinischen Geräte, die zum Höhepunkt der Corona-Pandemie den italienischen Krankenhäusern geliehen wurden.

Die medizinische Ausstattung zur Notfallversorgung des Mugello Circuit – darunter zwei Beatmungsgeräte, zwei Vitaldatenmonitore und vier Monitor/Defibrillator-Einheiten – wurden am 20. März dem Sanitätsbetrieb der Region Toskana übergeben. Damit konnten die Intensivstationen des «Ospedale del Mugello» in Borgo San Lorenzo und der Universitätsklinik «Careggi» in Florenz am Höhepunkt der Corona-Pandemie in Italien unterstützt werden.

Gestern teilten die Betreiber des Mugello Circuit mit, dass die medizinischen Geräte wieder zurückgekehrt sind. Das Medical Center sei somit im Hinblick auf eine baldige Wiederaufnahme des Streckenbetriebs gerüstet.

Seit dem 20. Februar wurden im Stiefelstaat mehr al 222.000 Coronavirus-Fälle verzeichnet, 31.106 Todesfälle sind im Zusammenhang mit Covid-19 zu beklagen. Nach einem knapp zweimonatigen Lockdown, der seit dem 4. Mai schrittweise aufgehoben wird, zeichnet sich in Italien eine immer deutlichere Abflachung der Kurve ab: Am Mittwoch wurden nur noch 888 Neuinfektionen gemeldet (am Höhepunkt waren es täglich bis zu 6500), allerdings starben innerhalb von 24 Stunden erneut 195 Menschen. 893 Patienten werden in den italienischen Krankenhäusern aktuell noch intensivmedizinisch betreut.

Unterdessen öffnete der «Misano World Circuit Marco Simoncelli» am heutigen Donnerstag erstmals wieder seine Tore. Rund 40 Fahrer waren für den Track-Day zugelassen, es waren aber tatsächlich viel weniger Fahrer vor Ort.

Zur Erinnerung: Mit dem 4. Mai erteilte der italienische Motorsportverband (FMI) den Profis die Erlaubnis zum Motorradtraining, mittlerweile sorgten regionale Verordnungen in Venetien, der Lombardei und der Emilia-Romagna für weitere Lockerungen. In den genannten Regionen dürfen alle Motorradsportler, die über eine Lizenz verfügen, wieder auf die Strecke. Die strengen Sicherheitsmaßnahmen sehen aber unter anderem eine begrenzte Teilnehmerzahl, eine gesundheitliche Eigenerklärung, Mundschutz im Fahrerlager sowie nur eine Begleitperson und eine Mindestfläche von 100 Quadratmetern pro Fahrer im Paddock vor.

Eine Erschwernis stellt dabei die noch immer eingeschränkte Bewegungsfreiheit dar: Nur aus dringenden beruflichen und gesundheitlichen Gründen (dazu zählt kein Training) dürfen die Italiener in eine andere Region fahren. Aus Rom sickerte in den vergangenen Tagen durch, das die Reisefreiheit zwischen den Regionen voraussichtlich ab 1. Juni wieder hergestellt wird.

So stellte sich im letzten Moment noch heraus, dass sich Valentino Rossi noch gedulden muss, ehe er in Misano (und damit in der Emilia-Romagna) fahren kann – obwohl er bis zur Rennstrecke keine 20 km zurücklegen muss. Denn sein Heimatort Tavullia liegt in der Provinz Pesaro und Urbino, die zur Region Marken gehört. Dass für den «Dottore» eine Ausnahme gemacht werden würde, bezweifelt in Italien kaum jemand. Allerdings wird gleichzeitig auch erwartet, dass der 41-Jährige angesichts der noch immer angespannten Situation ein gutes Beispiel für seine Landsleute abgibt.

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