Ciabatti: «Ducati ist die beste Wahl für Dovizioso»

Von Nora Lantschner
MotoGP
Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti gibt sich zuversichtlich, was eine Vertragsverlängerung des dreifachen MotoGP-Vizeweltmeisters Andrea Dovizioso betrifft. Sieht Ciabatti KTM als Gefahr für das Vorhaben?

Andrea Dovizioso steht seit 2013 in den Diensten von Ducati, 13 Siege sammelte der inzwischen dreifache MotoGP-Vizeweltmeister bisher auf der Desmosedici aus Borgo Panigale. Geht es nach Paolo Ciabatti, soll die Kombination auch nach 2020 bestehen. «Ich hoffe, dass in den kommenden Tagen – sagen wir eine Woche, zehn Tage – die Konditionen gegeben sein werden, um eine Einigung zu erzielen», erklärte der Sportdirektor im Interview mit «moto.it». «Sollte das nicht geschehen, müssten wir den Beginn der Weltmeisterschaft abwarten», ergänzte er.

Ciabatti ist überzeugt: «Wir sind die beste Wahl für Andrea, wenn es um die Konkurrenzfähigkeit geht, und er ist es für Ducati aus demselben Grund, ganz abgesehen vom Alter, das fortschreitet: Ich weiß, dass er sehr gut vorbereitet ist und weiterhin mit vollem Einsatz trainiert. Das alles lässt mich glauben, dass es keine besonderen Gründe gibt, die gegen eine Einigung sprechen würden, die auf einer Seite auf die Bedürfnisse des Fahrer eingeht und auf der anderen auf jene des Unternehmens in einem aus finanzieller Sicht recht kritischen Moment. Wir sprechen hier von der schwersten Krise seit der Nachkriegszeit: Es ist normal, dass man ein finanziell tragbares Abkommen finden muss.»

Die Verhandlungen mit dem inzwischen 34-jährigen Italiener stocken aber nicht nur des Geldes wegen, bestätigte der Ducati-Sportdirektor: «Es gibt einige Überbleibsel, die aus den schwierigen Momenten des Vorjahres stammen, die aus dem Weg geschafft wurden und jetzt noch metabolisiert werden müssen. Ich glaube auch, dass ein derart langer Zeitraum ohne Grand Prix mit der Auflage, zu Hause zu bleiben, dich dazu bringen kann, eine Reihe von Überlegungen zu vielen Aspekten anzustellen – wie wir es alle getan haben, auch im Hinblick auf die Zukunft. Wenn die Saison regulär begonnen und wir die Ergebnisse eingefahren hätten, von den ich glaube, dass wir sie erreicht hätten, dann wäre die Situation jetzt einfacher. So hingegen hat der Fahrer eine ganze Reihe von Überlegungen angestellt, die er, wahrscheinlich, unter normalen Umständen so nicht angestellt hätte.»

Könnte KTM auf der Suche nach einem Ersatz für Pol Espargaró die Pläne von Ducati durchkreuzen und Dovizioso abwerben? «Das müsste man Andrea und seinen Manager fragen… Um ehrlich zu sein, ich glaube es nicht», entgegnete Ciabatti. «Ich habe den größten Respekt vor dem Unternehmen KTM, aber ich glaube nicht, dass sie im Moment ein Motorrad haben, dass es einem Fahrer wie Andrea ermöglicht, Grand Prix zu gewinnen und um die WM zu kämpfen. Das ist eine Tatsache. Ich glaube auch, dass Dovi für ein derartiges Projekt sehr nützlich wäre, um das Motorrad zu entwickeln und es dahin zu bringen, konkurrenzfähig zu sein, aber ich glaube nicht, dass dieses Ergebnis in relativ kurzer Zeit erzielt werden könnte. Es stimmt zwar, dass KTM – wie Aprilia – den Vorteil der Konzessionen genießt, die die Arbeit erleichtern, aber in der Zwischenzeit stehen die anderen nicht still, sie gehen weiter», begründete er seine Auffassung.

Das Fazit von Ciabatti: «Ich glaube nicht, dass ein Fahrer, der die Ergebnisse von Andrea erreicht hat und in seinem Alter ist – nicht alt, aber auch kein Jungspund mehr – die Motivation hat, eine andere Entscheidung zu treffen: Das würde bedeuten, vom Ziel abzugehen, um den Titel zu kämpfen», stellte er fest. «Wenn das Ziel des Fahrer das ist, was wir uns setzen – in allen Rennen konkurrenzfähig zu sein, um Márquez und den anderen Fahrern bei Yamaha und Suzuki Sorgen zu bereiten – ist der einzige Hersteller, der dir dafür das Gesamtpaket bieten kann, Ducati.»

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