Valentino Rossi: Petronas-Deal schon besiegelt?

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Lin Jarvis neben Valentino Rossi

Lin Jarvis neben Valentino Rossi

Yamaha-Renndirektor Lin Jarvis rechnet mit einer baldigen Vertragsverlängerung von Valentino Rossi. Jarvis: «Ich erwarte, dass die Dinge bis zum ersten Grand Prix im Juli geklärt sind.»

Das Monster Yamaha Werksteam triumphierte in den letzten Monaten mit Maverick Viñales bei drei von vier Wintertests. Dazu wurde der Vertrag mit dem schnellen Spanier frühzeitig um zwei Jahre verlängert bis Ende 2022 und Wunderknabe Fabio Quartararo bekam einen Zwei-Jahres-Vertrag als Teampartner von Viñales. Rossi wurde ein Transfer ins Petronas-Yamaha-Team neben Morbidelli angeboten. Die Verpflichtung von Edeltestfahrer Jorge Lorenzo bildete im Winter einen weiteren schlauen Schachzug.

Valentino Rossi wollte in dieser Saison die ersten neun WM-Rennen bis Ende Juni für eine Entscheidungsfindung nutzen und dann bekanntgeben, ob er 2021 noch eine MotoGP-Saison anhängt oder nicht. Da er diese Frage im Winter offen ließ, hat Yamaha Motor Racing den Vertrag von Maverick Viñales um zwei Jahre verlängert und außerdem Fabio Quartararo für 2021 und 2021 als dessen Teamkollegen engagiert. Rossi wurde aber ein Werksvertrag im Petronas-Yamaha-Kundenteam für das kommende Jahr in Aussicht gestellt – er bekommt dort identisches Material wie das Monster-Yamaha-Werksteam.

Petronas-Yamaha-SRT-Teamprinzipal Razlan Razali hat in dieser Woche bereits bestätigt, dass die Verhandlungen mit dem 115-fachen GP-Sieger und neunmaligen Weltmeister weit fortgeschritten sind.

«Ich kann diese Entscheidung nicht vorwegnehmen. Ich kann nur meine persönlichen Gedanken dazu äußern», sagt Jarvis im Exklusiv-Interview mit SPEEDWEEK.com. «Ich hoffe, dass sich Valentino zum Weiterfahren entschließt. Denn ich glaube, dieses Jahr mit dem Covid-19-Problem wäre nicht der richtige Zeitpunkt für das Ende einer so legendären Sportlerlaufbahn. Ich glaube, dass sich Valentino ähnlich fühlt und deshalb seinem Wunsch Ausdruck verleiht, noch eine Jahr weiterzufahren. Aber die Entscheidung liegt bei ihm. ‚It’s his call‘. Denn es ist sein Leben.»

Yamaha und Rossi haben im aktuellen Vertrag keine Deadline für die Vertragserneuerung festgelegt. «Ich persönlich erwarte, dass die Dinge bis zum ersten Rennen in diesem Jahr am 19. Juli klar sein sollten», betonte Lin Jarvis heute im Gespräch mit SPEEDWEEK.com.

Jarvis scheint nicht mehr daran zu zweifeln, dass Rossi nächstes Jahr auch mit 42 Jahren noch einmal in der Königsklasse antreten wird. «Hm…», lautete die vielsagende Antwort des Yamaha-Rennchefs auf die Frage, ob der Deal mit Rossi bereits weitgehend in trockenen Tüchern sei.

«Valentino Rossi und Franco Morbidelli, das ist ein gutes Team. Ein sehr gutes Team. Es ist ja unübersehbar, dass sich Valentino und Franco gut kennen. Der ‚feel good'-Faktor unter den beiden Fahrern ist wichtig. Diese beiden Fahrer zusammen mit dem SIC-Team, das ist ein gutes Projekt. Und im höchsten Maß konkurrenzfähig, vermute ich. Das Fahrerduo Rossi und Morbidelli ist die einzige Lösung, die wir im Auge haben. Wenn wir diese Vereinbarung zustande bringen, wären alle Beteiligten sehr glücklich», versicherte Lin Jarvis.

Beim Sepang-Test im Februar konnten noch keine konkrete Mutmaßungen angestellt werden, ob Rossi auch einen Großteils seiner Technik-Crew, die teilweise schon bei Mick Doohan zusammengearbeitet hat, zu Petronas mitnehmen würde. Man darf davon ausgehen, dass er auf jeden Fall seinen neuen Crew-Chief David Munoz behalten wird. «Die Frage, welche Techniker Valentino begleiten könnten, besprechen wir bereits mit dem SIC-Team. Aber wir üblich in unserem Sport, wird ein Teil der Mannschaft dem Fahrer beim Teamwechsel folgen. Im Detail ist dieses Thema noch nicht besprochen. Vor den ersten Rennen ist das zu früh. Aber ich stelle mir vor, dass einige Leute mitgehen.»

Übrigens: Auch der Vertrag von Franco Morbidelli läuft am Jahresende aus. Aber es laufen bereits vielversprechende Gespräche zwischen Teamchef Razlan Razali und dem talentierten Moto2-Weltmeister von 2017, der 2019 bei Petronas-Yamaha bei den letzten fünf Rennen drei sechste Plätze erzielt und die WM als Zehnter beendet hat.

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