Brad Binder (KTM): «Habe Bikes und Autos repariert»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Der Südafrikaner Brad Binder ist gespannt auf seine erste MotoGP-Saison. Er ist bei Red Bull-KTM Teamkollege von Pol Espargaró. Binder spricht über den Lockdown, den Vorteil seines britisches Passes und seine neue KTM.

Red Bull KTM-Werkspilot Brad Binder hat zwar den ersten MotoGP-Test von KTM Ende Mai in Spielberg versäumt, weil er nicht rechtzeitig von Südafrika nach Europa reisen konnte. Aber inzwischen hat er im Juni auf der GP-Strecke in der Steiermark mit einer Moto2-KTM von 2018 und danach zwei Tage mit der MotoGP-KTM RC16 in Misano trainiert.

Etliche Teammitglieder der Top-Teams aus Übersee haben Sorgen, weil sie sich üblicherweise nicht mehr als 90 Tage hintereinander im Schengenraum der EU aufhalten dürfen. Binder, der Moto3-Weltmeister von 2016, hat diese Probleme nicht. «Ich habe Glück, denn meine Mutter kommt aus Großbritannien», erzählt Binder. «Ich habe also einen britischen Pass und brauche für den Schengenraum kein Visum.»

Der 24-jährige Brad Binder macht sich trotzdem auf eine außergewöhnliche Rennsaison gefasst. Es sind von 19. Juli bis 15. November 13 MotoGP-Rennen geplant, alle in Europa. Erstmals in der GP-Geschichte finden auch Doppel-Events statt – sogar fünf Grand Prix werden auf aufeinanderfolgenden Wochenenden auf der gleiche Strecke stattfinden.

«Ich habe mir bisher über die neuen Gegebenheiten noch nicht viele Gedanken gemacht», versichert der Moto2-Vizeweltmeister von 2019. «Ich habe nur ein paar Blicke auf das neue ‚closed doors protocol‘ geworfen... Ich habe kein Motorhome, sondern werde weiter in Hotels wohnen. Aber es spielt ja keine Rolle, ob du in einem Motorhome haust oder in einem Hotel wohnst, durch die Abstandsregeln und so weiter kannst du sowieso nicht viel unternehmen, weder im Paddock noch in einem Beherbergungsbetrieb. Eventuell habe ich als Hotelgast sogar Vorteile, weil ich immerhin ins Restaurant gehen kann. Dort habe ich wenigstens Bedienung, im Motorhome musst du alles selber machen. Außerdem kannst du zwischen den Doppel-Events im Hotel einmal zwei, drei Tage ein bisschen ausspannen und Abstand zum Paddock gewinnen.»

Der 14-fache GP-Sieger Binder musste in Südafrika einen wochenlangen Lockdown hinnehmen, wie viele seiner Rennfahrerkollegen in Europa. «Es war ziemlich hart, was wir da durchmachen mussten», versichert Brad. «Aber ich kann von Glück reden, dass ich in Südafrika im Haus meiner Eltern wohnen konnte, wo wir immerhin ziemlich viel Platz hatten. Das war sicher besser, als in einem Appartement irgendwo sonst eingesperrt zu sein. Außerdem konnte ich viel Zeit mit meiner Familie verbringen, was ich normalerweise nie tun kann. Das war eine fantastische Abwechslung. Ich habe den Großteil der Tage in der Garage verbracht und alte Motorräder und Autos repariert. Nach dem Aufwachen in der Früh habe ich zuerst einmal trainiert. Untertags habe ich dann viel Zeit in der Garage verbracht. In der Nacht habe ich dann wieder ‚gym sessions‘ gemacht und trainiert. Ich habe mich immer stark beschäftigt gehalten. Aber mit den Tagen ist mir langsam langweilig geworden. Ich wollte endlich wieder raus aus dem Hausarrest und etwas unternehmen.»

MotoGP-Rookie Binder hat im November noch mit der 2019-Version der KTM RC16 trainiert, erst in Sepang und Katar im Februar und jetzt im Juni in Misano setzte er die neue 2020-KTM ein. «Ich habe jetzt einen etwas anderen Rahmen bekommen, den die anderen Jungs von KTM schon beim Losail-Test probiert haben», berichtet Binder. «Ich habe dieses Chassis jetzt im Juni in Misano eingesetzt. Dazu haben wir beim Set-up ein paar Änderungen probiert. Ab er das waren keine drastischen Veränderungen.»

Die MotoGP-Zeiten am Mittwoch, 24. Juni

1. Miguel Oliveira, KTM, 1:32,913
2. Pol Espargaró, KTM, 1:33,122
3. Michele Pirro, Ducati, 1:33,124
4. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:33,427
5. Brad Binder, KTM, 1:33,588
6. Iker Lecuona, KTM, 1:33,591
7. Scott Redding, Ducati, 1:33,957 (SBK)
8. Bradley Smith, Aprilia, 1:34,276
9. Sylvain Guintoli, Suzuki, 1:34,287
10.
Jonnny Rea, Kawasaki, 1:34,381 (SBK)

Die MotoGP-Zeiten am Dienstag, 23. Juni

1.Pol Espargaró, KTM, 1:33,07
2.
Michele Pirro, Ducati, 1:33,19
3. Miguel Oliveira, KTM, 1:33,22
4. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:33,97
5. Bradley Smith, Aprilia, 1:34,00
6. Iker Lecuona, KTM, 1:34,07
7. Brad Binder, KTM, 1:34,41
8.
Sylvain Guintoli, Suzuki, 1:34,47

(Aleix Espargaró fuhr in Misano auch am dritten Tag, 25. Juni. Er drehte an drei Tagen insgesamt 183 Runden und ließ sich dabei die Bestzeit von 1:32,932 min notieren. Sein britischer Teamkollege Smith umrundete den knapp vier Kilometer langen Kurs sogar 207 Mal und schaffte seine schnellste Rundenzeit mit 1:33,536 min.)

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