Marc Márquez: Die Belastung war einfach zu groß

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Marc Márquez bei der Rückkehr an die Box

Marc Márquez bei der Rückkehr an die Box

Repsol-Honda und Marc Márquez wollten Wunder wirken, doch selbst der Serien-Weltmeister sah sich außerstande, in seinem Zustand 25 Rennrunden abzuspulen. Deshalb zog sich er vom Andalusien-GP zurück.

Im vierten freien Training rackerte sich Weltmeister Marc Márquez noch einmal zehn Runden lang ab, doch er kam über Rang 16 nicht hinaus, er verlor 0,999 sec auf die Bestzeit auf Nakagami. Es war ihm anzusehen, dass er Schmerzen hatte, vor allem beim heftigen Beschleunigen aus Rechtskurven raus, er musste die Belastung durch andere Körperpartien und Muskelgruppen ausgleichen.

Aber der Repsol-Honda-Star hatte schon nach dem enttäuschenden 20. Platz im FP3 zu erkennen gegeben, dass die Nachwirkungen des Oberarmbruchs zu groß waren. Er konsultierte GP-Arzt Dr. Chartre – und machte dann vorläufig weiter.

Doch gleich nach der ersten Runde des Qualofyings 1 tuckerte der sechsfache MotoGP-Weltmeister an die Box; er stieg ab und marschierte gleich durch die Box hindurch Richtung HRC-Truck. Der Andalusien-GP war zu diesem Zeitpunkt für den Superstar definitiv vorbei.

Die Vernunft hat gesiegt.

Und es ist halt ein Unterschied, ob man einen Schlüsselbeinbruch erleidet wie Jorge Lorenzo 2013 in Assen und dann zwei Tage später Fünfter wird, oder ob man den Oberarmknochen demoliert. Und Jerez mit seiner nur 608 Meter langen Geraden bietet null Chancen, um den geschundenen Körper zwischendurch mal etwas zu schonen, schon gar nicht bei 40 Grad Hitze.

«Heute früh war es unsere Absicht, Marc erstmals wieder auf dem Motorrad zu sehen», schilderte Teammanager Alberto Puig. «Man hat gesehen, er konnte schnell fahren. Am Nachmittag im FP4 war es unser Plan, einen längeren Run zu probieren. Doch entweder wegen der Hitze oder wegen der Anstrengung vom FP3 hat Marc am Nachmittag mehr Mühe gehabt. Und natürlich haben wir eingesehen, dass es besser sei, keine Risiken einzugehen. Bis jetzt haben wir unseren Plan eingehalten, also den Freitag gestrichen und dann zu schauen, wie sich Marc heute fühlt. Jetzt haben wir die Situation analysiert und entschieden, nicht am morgigen Rennen teilzunehmen.»

Puig weiter: «Wir haben den gesundheitlichen Zustand des Fahrers sehr genau beobachtet. Marc hat versucht, auf seinen Körper zu hören, er wollte erfahren, wie er auf die Belastung durch das Motorradfahren reagiert. Er hat dann eingesehen, dass die Belastung zu groß war. Marc ist sehr stark. Er wollte nichts unversucht lassen. Und wir wollten hm die Gelegenheit geben. Wir haben ihn zu jeder Zeit unterstützt. Und ich glaube, wir haben immer die richtige Entscheidung getroffen.»

Das bedeutet aber auch: Marc Márquez könnte morgen um diese Zeit bereits 45 oder 50 Punkte hinter WM-Leader Quartararo oder Viñales liegen. Und es sind dann nur noch elf Rennen zu fahren.

In Jerez starten morgen die Honda-Fahrer Nakagami, Crutchlow und Alex Márquez von den Plätzen 8, 13 und 21.

Puig wirbt um Verständnis für das optimistische Manöver des sonst so unverwüstlichen Honda-Stars. «Ein Champion kann nicht einfach daheim sitzen, wenn er meint, er habe eine Option oder eine geringe Chance. Jetzt muss Marc mit starken Entzündungen leben. Aber das wird vorbeigehen. Es liegen noch viele Rennen vor uns. Und unser Ziel ist es, in Brünn im bestmöglicher Verfassung an den Start zu gehen.»

Andalusien-GP, MotoGP, Q2:

1. Quartararo, Yamaha, 1:37,007 min
2. Viñales, Yamaha, 1:37,102
3. Bagnaia, Ducati, 1:37,176
4. Rossi, Yamaha, 1:37,342
5. Oliveira, KTM, 1:37,344
6. Morbidelli, Yamaha, 1:37,412
7. Miller, Ducati, 1:37,423
8. Nakagami, Honda, 1:37,464
9. Binder, KTM, 1:37,596
10. Mir, Suzuki, 1:37,600
11. Petrucci, Ducati, 1:37,906
12. Pol Espargaró, KTM, 1:40,277

Die weitere Startaufstellung:
13. Crutchlow, Honda, 1:37,644
14. Dovizioso, Ducati, 1:37,656
15. Zarco, Ducati, 1:37,761
16. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:37,885
17. Lecuona, KTM, 1:38,206
18. Rabat, Ducati, 1:38,211
19. Smith, Aprilia, 1:38,310
20. Rins, Suzuki, 1:38,601
21. Alex Márquez, Honda, 1:38,648


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