Sorgen um den Phillip Island-GP: Katastrophenzustand

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Phillip Island ist für 2021 noch nicht gesichert

Phillip Island ist für 2021 noch nicht gesichert

Für 2020 wurde der Phillip-Island-GP bereits abgesagt. Da der Bundesstaat Victoria von der Coronakrise stark betroffen ist, ist auch der WM-Lauf 2021 bedroht. Die Betreiber von «The Bend» würden gern einspringen.

Durch die Covid-19-Seuche ist das MotoGP-Programm in diesem Jahr von 20 auf 14 Grand Prix geschrumpft, welche Auswirkungen die Coronakrise auf den GP-Kalender 2021 haben wird, lässt sich noch nicht abschätzen. Aber in GP-Ländern Argentinien, Texas und Australien, vielleicht auch in Japan, ist die Pandemie nicht unter Kontrolle, auch in Thailand und Malaysia nicht.

Deshalb existieren weiterhin Reisewarnungen und Flugverbote. Malaysia wurde von der EU bisher nicht auf die Liste der «safe travel destinations» gesetzt. Und ein Öhlins-Techniker von Maverick Viñales konnte bis heute nicht von Australien nach Europa fliegen.
Weiter steigende Coronavirus-Infektionszahlen werden auch aus dem australischen Bundesstaat Victoria gemeldet. Dort ist jetzt der Katastrophenzustand ausgerufen worden. Die bereits starken Beschränkungen wurden damit noch einmal verschärft, so gibt es etwa in der Hauptstadt Melbourne eine nächtliche Ausgangssperre. Eine schnelle Lockerung ist nicht in Sicht.

Der Staat Victoria hat etwas weniger Einwohner als Österreich, ist aber dreimal so groß. Laut Premierminister Daniel Andrews gab es jetzt innerhalb eines Tages 671 neue Fälle und sieben neue Todesfälle. Das ist kein neuer Rekord, aber schon in den vergangenen Tagen stieg die Fallzahl deutlich, obwohl sich Melbourne seit Wochen im Lock-down befindet.

Nach Melbourne muss zum Beispiel fliegen, wer ins 1 h 50 Minuten entfernte Cowes und auf die Rennstrecke Phillip Island fahren will.
Dort soll auch 2021 ein Motorrad-GP stattfinden. Weil das Wetter dort im vergangenen Oktober wieder einmal extrem windig und regnerisch war, musste das gesamte Qualifying auf Sonntag verlegt werden.

Danach überlegte WM-Promoter Dorna, ob der Australien-GP nicht auf Februar oder März verlegt und mit Katar und Thailand verknüpft werden könnte, ehe die Tournee in Texas und Argentinien weitergeht.

Aber jetzt ist die Planung für 2021 wegen der Pandemie in weite Ferne gerückt.

Die Australien Grand Prix Corporation, die Phillip Island und den Formel-1-GP in Melbourne veranstaltet, kam 2020 ins Trudeln, weil der F1-Lauf am 13. März erst am Freitagfrüh vor dem ersten Training abgesagt wurde. Das führte zu Verlusten in Millionenhöhe.

Ob die australischen Behörden 2021 Großanlässe erlauben, besonders in Victoria, steht in den Sternen. Die Dorna könnte einen Standortwechsel auf die moderne, neue und anspruchsvolle Rennstrecke «Bend Motorsport Park» (Kurzform: The Bend) überlegen. Sie liegt im Staat News South Wales, ca. eine Autostunde von Adelaide entfernt und sollte 2020 schon einen Event zur Asian Road Race Championship (mit Reiterberger) beherbergen, dazu den von der Dorna veranstalteten Lauf zum Asian Talent Cup, der aber inzwischen abgesagt wurde.

Im australischen Bundesstaat Victoria kündigte Premierminister Daniel Andrews jetzt Stufe 4 der Beschränkungen an, nachdem bisher Stufe 3 gegolten hatte. In Melbourne darf man sich nicht mehr als fünf Kilometer von seinem Zuhause entfernt aufhalten, Einkäufe darf man nur noch einmal täglich erledigen. Grund zur Panik sei das aber keiner. «Supermärkte werden geöffnet bleiben», versicherte Andrews.

Sportliche Aktivitäten wurden auf eine Stunde pro Tag reduziert. Von 20.00 Uhr bis 5.00 Uhr früh gilt eine Ausgangssperre; davon ausgenommen sind nur die Arbeit und Inanspruchnahme von Pflege. Diese Maßnahmen gelten bereits ab heute.

In Melbourne wurde der Großteil der bestätigten Coronavirus-Fälle angehäuft: Mehr als 10.600 Menschen haben sich dort infiziert, nur rund 660 infizierte Personen wurden in Victoria außerhalb des Großraums registriert. Dennoch werden auch in den ländlichen Regionen neue Maßnahmen gesetzt. Restaurants dürfen zum Beispiel nur noch Speisen zum Mitnehmen («Take away») anbieten.

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