Fabio Quartararo (Yamaha): Der Lorenzo-Nachfolger?

Von Nora Lantschner
MotoGP
Jorge Lorenzo hat es auf der M1 vorgemacht – und laut Wilco Zeelenberg steht Fabio Quartararo dem dreifachen MotoGP-Weltmeister zumindest in puncto Fahrstil in nichts nach: Unterschiede und Gemeinsamkeiten.

Seit 2015 wartet Yamaha auf einen Titelgewinn in der MotoGP-Klasse, damals bescherte Jorge Lorenzo dem japanischen Hersteller die WM-Krone. Der nunmehrige Yamaha-Testfahrer feierte seine drei MotoGP-Titel und 44 seiner 47 Siege in der Königsklasse auf der M1. Dazu sammelte die erfolgreiche Kombination von 2008 bis 2016 insgesamt 107 Podestplätze und 39 Pole-Positions.

Nach zwei Siegen zum Saisonauftakt in Jerez ruhen die Yamaha-Hoffnungen nun vor allem auf dem 21-jährigen Fabio Quartararo, der 2020 zwar noch in den Petronas-Farben zu sehen ist, allerdings bereits eine M1 in der sogenannten «Factory-Spec» steuert. Ab 2021 nimmt er dann den Platz von Valentino Rossi im Werksteam ein.

Geht es um den Fahrstil, gilt Quartararo aber als Nachfolger von Lorenzo. Petronas-Teammanager Wilco Zeelenberg, der bei Yamaha zuvor viele Jahre an der Seite des Mallorquiners tätig war, erklärt dazu den «Mantequilla»-Stil (zu Deutsch: Butter) des fünffachen Weltmeisters: «Jorge hat den Ausdruck geprägt, ‚mantequilla‘ bedeutet smooth und schön, du kannst nicht wirklich sehen, dass er schnell ist – das ist bei Fabio genauso.»

«Fabio macht auch kaum Fehler, das war bei Jorge ähnlich», fuhr der Niederländer gegenüber «motogp.com» fort. «Der konnte ein Rennen gewinnen, aber wenn er irgendwo einen kleinen Fehler eingebaut hatte oder weit gegangen war, dann war er trotzdem noch ein bisschen wütend auf sich selbst. Denn er wollte sehr präzise sein und den Hammer herausholen, um die Rundenzeit runterzudrücken und die Pace hochzuhalten. Ich glaube, dass es das war, was auch Fabio in Jerez gemacht hat.»

Charakterlich unterscheiden sich der Franzose und der Spanier aber, stellte Zeelenberg fest: «Ich würde sagen, Jorge war sehr in sich gekehrt. Fabio ist dagegen extrovertiert, er redet ganz locker und verliert dabei weder seine Konzentration noch den Fokus, da kann ihn nichts stören. Jorge war immer in seiner eigenen ‚Blase‘. Nach dem Rennen war er eine ganz andere Person, aber von Freitag bis Sonntag hat er sich auf sich konzentriert. Er hat das um sich herum nicht gebraucht, um sich zu entspannen. Fabio ist da anders, er redet und scherzt lieber, sogar in der Startaufstellung ist ihm das lieber, als ernst und gestresst zu sein. Da unterscheiden sie sich.»

WM-Stand nach 5 von 14 Rennen:

1. Quartararo, 70 Punkte. 2. Dovizioso 67. 3. Miller 56. 4. Binder 49. 5. Viñales 48. 6. Nakagami 46. 7. Rossi 45. 8. Mir 44. 9. Oliveira 43. 10. Pol Espargaró 35. 11. Morbidelli 32. 12. Zarco 30. 13. Rins 29. 14. Petrucci 25. 15. Alex Márquez 15. 16. Aleix Espargaró 15. 17. Lecuona 13. 18. Bagnaia 9. 19. Smith 8. 20. Rabat 7. 21. Crutchlow 7. 22. Pirro 4.

Konstrukteurs-WM nach 5 von 14 Rennen:

1. Yamaha 88. 2. Ducati 87. 3. KTM 82. 4. Suzuki 57. 5. Honda 46. 6. Aprilia 20.

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