Cal Crutchlow (Honda): Langeweile im Fahrerlager

Von Nora Lantschner
MotoGP
Cal Crutchlow wartet nur ungern

Cal Crutchlow wartet nur ungern

Die MotoGP-WM 2020 konzentriert sich Corona-bedingt auf vier Monate – inklusive Doppel-Events auf ein und derselben Strecke. LCR-Fahrer Cal Crutchlow langweilt sich, gleichzeitig ist er aber auch die Schuldgefühle los.

Auf die fast fünf Monate lange Zwangspause folgte ab dem 19. Juli ein dicht gedrängter Auftakt in die MotoGP-Saison 2020: Fünf Rennen an sechs Wochenenden standen an, zuletzt in Brünn und Spielberg drei Grand Prix in Folge. Nach einer zweiwöchigen Verschnaufpause geht es im September in diesem Rhythmus weiter: Auf das Misano-Doppel (13. und 20. September) folgt in Barcelona am 27. September gleich anschließend der dritte Grand Prix in drei Wochen.

Wie wirkt sich der straffe Corona-Notfallkalender auf die MotoGP-Asse aus? «Wenn es um das Motorradfahren geht, ist es exakt gleich zu dem, wie es immer war. Der Druck ist immer derselbe. Der Wille, die Ergebnisse zu bringen, ist immer derselbe», versicherte Cal Crutchlow. «Um ehrlich zu sein, für einen Fahrer kommt der Großteil des Drucks von ihm selbst, das wird also immer gleich bleiben. Dazu kommt dann die Erwartung des Teams. Natürlich willst du immer die bestmöglichen Ergebnisse bringen.»

Die Doppel-Events auf ein und derselben Rennstrecke bringen aber auch ungewöhnliche Umstände mit sich: «Wenn es um die Situation im Fahrerlager geht, dann ist es langweilig. Es gibt nichts zu tun», seufzte der 34-jährige Brite. «Wir waren die ganze Woche in Österreich… Könnt ihr euch die Bildschirmzeit auf unseren Smartphones vorstellen? Normalerweise kommen wir am Mittwoch oder gar erst Donnerstag an die Strecke. Du absolvierst deine ganzen Meetings, dazu die Pressesachen, dann gehst du zur Massage und zum Radfahren – und dein Tag ist schon um, du bist bereit fürs Motorradfahren. Jetzt sind wir dagegen schon am Montag an der Strecke… ‚Pff‘. Ein paar Mal bin ich erst um 11.30 Uhr aufgestanden, damit ich den Tag rumbekomme.»

Dass es im Paddock 2020 ruhig zugeht, hat für Crutchlow aber auch Vorteile: «Versteht mich nicht falsch, aber es ist schön, wenn man zu Fuß vom Motorhome in die Box gehen kann. Denn man hat immer ein bisschen Schuldgefühle, weil man nicht bei jedem stehen bleiben kann. Du machst es bei zehn Leuten – und bei der elften Person bleibst du nicht mehr stehen, was sich nicht gut anfühlt. In der Hinsicht fühle mich im Moment nicht so schuldig. Und weil wir ohnehin gerade nicht mit den anderen Teams in Kontakt treten sollen, geht man einfach durch.»

Insgesamt versicherte der LCR-Honda-Pilot: «Ich glaube, dass Dorna einen sehr, sehr guten Job macht für die Sicherheit der Fahrer und aller Beteiligten. Dass bisher keine Fans dabei waren, war für alle enttäuschend. Aber dass die Fans keinen Zutritt zum Paddock bekommen, ist auch richtig so – nicht für die Zukunft, aber bis wir die Situation besser verstehen. Aber natürlich wünschen wir uns Fans an der Strecke.»

In Misano wird dieser Wunsch demnächst erfüllt: 10.000 Zuschauer sind auf den Tribünen täglich zugelassen.

Der Motorrad-GP-Kalender 2020

08. März: Doha/Q (ohne MotoGP)
19. Juli: Jerez (GP von Spanien)
26. Juli: Jerez (GP von Andalusien)
09. August: Brünn (GP von Tschechien)
16. August: Spielberg (GP von Österreich)
23. August: Spielberg (GP der Steiermark)
13. September: Misano (GP San Marino e Della Riviera di Rimini)
20. September: Misano (GP Emilia Romagna e Della Riviera)
27. September: Barcelona-Catalunya (GP Catalunya)
11. Oktober: Le Mans (GP von Frankreich)
18. Oktober: Aragón (GP von Aragonien)
25. Oktober: Aragón (GP von Teruel)
08. November: Valencia (GP von Europa)
15. November: Valencia (GP Comunitat Valenciana)
22. November: Portimão (GP Portugal)

Ersatzlos gestrichen:
22. März: Buriram/TH
19. April: Termas de Río Hondo/AR
31. Mai: Mugello/I
21. Juni: Sachsenring/D
28. Juni: Assen/NL
12. Juli: KymiRing/FIN
30. August: Silverstone/GB
18. Oktober: Motegi/J
25. Oktober: Phillip Island/AUS
01. November: Sepang/MAL
15. November: Texas/USA

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