Andrea Dovizioso (Ducati/8.): «Speed reicht nicht»

Von Maximilian Wendl
MotoGP
Andrea Dovizioso behauptet nach beiden Misano-Rennen die WM-Führung

Andrea Dovizioso behauptet nach beiden Misano-Rennen die WM-Führung

Platz 8 hat Andrea Dovizioso gereicht, um die Gesamtführung in der MotoGP-Klasse zu behaupten. In Misano tat sich der Routinier aber erneut schwer. Auch die Spurensuche gestaltet sich alles andere als einfach.

Entscheidet sich die Weltmeisterschaft in Abwesenheit von Titelverteidiger Marc Márquez in puncto Konstanz? Falls ja, dann könnte Andrea Dovizioso der Mann sein, den es weiterhin im Auge zu behalten gilt. Der Ducati-Fahrer zeigte bei beiden Rennen in Misano keine Fabelleistung, dennoch behauptete er mit den Rängen 7 und 8 die Führung in der Gesamtwertung.

Er selbst konnte es nach einem unauffälligen Grand Prix selbst kaum glauben, dass er mit 84 Punkten immer noch einen Zähler vor dem Yamaha-Duo Fabio Quartararo und Maverick Vinales liegt. Der Italiener sagte: «Die WM ist erst zur Hälfte vorbei. Es wäre besser, wenn wir in den kommenden Rennen wieder um das Podium fahren würden. Natürlich kann alles passieren, aber unser Speed reicht nicht, um zu kämpfen.»

Seinen Gemütszustand beschrieb der 34-jährige Vize-Weltmeister daher als «frustrierend». Das Problem ist, dass die Schwierigkeiten anhand der Daten offensichtlich sind, aber nur schwer überwunden werden können, bestätigt Dovizioso: «Das Rennen war komisch. Ich habe ein paar Positionen in den ersten Kurven verloren und habe später noch mehr Positionen verloren. Ich konnte keine Aufholjagd starten wie Joan Mir es getan hat. Mir fehlte dafür die Geschwindigkeit.»

Positiv ist, dass sich Dovizioso besser gefühlt hat als noch eine Woche zuvor. Jetzt geht es darum, die Probleme aufzuarbeiten. Hierbei beginnt der Pilot, der für 2021 noch keinen neuen Arbeitgeber hat, bei der Analyse der Reifen: «Bei Rennhälfte war der Reifen auf der linken Seite komplett am Ende. Trotzdem konnte ich gute Zeiten fahren. Das bedeutet aber auch, dass ich mit Reifen, die in einem guten Zustand sind, nicht wirklich schneller fahren kann. Das müssen wir verstehen.»

Markenkollege Francesco Bagnaia von Pramac Ducati, der auf P1 liegend stürzte, hat sich an die Herangehensweise besser angepasst. Darauf angesprochen sagt Dovizioso: «Der Fahrstil hat sich in den letzten Jahren komplett verändert. Wir arbeiten häufig an der Abstimmung. Ich bin ein Fahrer, der immer spät bremst, aber wenn man das macht, dann gerät das Motorrad in eine andere Position und das erschwert das Bremsen. Pecco kriegt das besser hin. Er schafft es ohne großen Druck und kommt damit besser zurecht. Es ist schwer, dass so zu machen wie er.»

Mit Blick auf das kommende Wochenende in Barcelona merkt Dovizioso an: «Das ist eine komplett andere Strecke, ein komplett anderes Layout. Außerdem werden wir dort schlechtere Gripverhältnisse haben. Ich weiß nicht, ob es schlechter oder besser für uns sein wird, aber es wird auf jeden Fall eine andere Situation.»

Die Situation in der Gesamtwertung ist immer noch komfortabel, schließlich führt «Dovi» auch weiterhin. Weil aber vier Fahrer innerhalb von vier Punkten liegen, spricht der Fahrer aus Forlimpopoli von einem Neustart: «Wir sind in einer guten Ausgangslage, aber wir müssen hart arbeiten. Aktuell können wir nicht vorne mitkämpfen. Ganz sicher werden wir nicht aufgeben. Barcelona ist eine neue Strecke.»

Was dort passieren wird, steht in den Sternen. Dovizioso träumt aber in Abwesenheit von Weltmeister Marc Márquez, hinter dem er die vergangenen drei Jahre landete, vom ersten Titel in der MotoGP-Klasse. Es wäre der perfekte Abschied für ihn von Ducati.

Ergebnis MotoGP, Emilia Romagna-GP, 20. September

1. Viñales, Yamaha, 41:55,846 min
2. Mir, Suzuki, + 2,425 sec
3. Pol Espargaró, KTM, + 4,528
4. Quartararo, Yamaha, + 6,419
5. Oliveira, KTM, + 7,368
6. Nakagami, Honda, + 11,139
7. Alex Márquez, Honda, + 11,929
8. Dovizioso, Ducati, + 13,113
9. Morbidelli, Yamaha, + 15,880
10. Petrucci, Ducati, + 17,682
11. Zarco, Ducati, + 23,144
12. Rins, Suzuki, + 24,962
13. Smith, Aprilia, + 30,008

Fahrer-WM nach 7 von 14 Rennen:

1. Dovizioso 84 Punkte. 2. Quartararo 83. 3. Viñales 83. 4. Mir 80. 5. Morbidelli 64. 6. Miller 64. 7. Nakagami, 63. 8. Oliveira 59. 9. Rossi 58. 10. Pol Espargaró 57. 11. Binder 53. 12. Rins 44. 13. Zarco 36. 14. Petrucci 31. 15. Bagnaia 29. 16. Alex Márquez 24. 17. Aleix Espargaró 18. 18. Lecuona 15. 19. Smith 11. 20. Rabat 7. 21. Crutchlow 7. 22. Pirro 4.

Konstrukteurs-WM nach 7 von 14 Rennen:

1. Yamaha 138 Punkte. 2. Ducati 115. 3. KTM 104. 4. Suzuki 93. 5. Honda 63. 6. Aprilia 26.

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