Portimão-Test: Jorge Lorenzo nur mit 2019er-Yamaha

Von Nora Lantschner
MotoGP
Yamaha-Testfahrer Jorge Lorenzo ist am Mittwoch und Donnerstag im Einsatz

Yamaha-Testfahrer Jorge Lorenzo ist am Mittwoch und Donnerstag im Einsatz

Jorge Lorenzo testet ab morgen zwar erstmals seit Februar für Yamaha, allerdings wird er in Portimão nicht die aktuelle M1 steuern. «Ich will glauben, dass sie ihr Bestes geben», beteuerte der dreifache MotoGP-Champion.

Bisher hatte der Yamaha-Edeltester ein ruhiges Jahr, denn seit dem Sepang-Test in der ersten Februarwoche saß Jorge Lorenzo nicht mehr auf der M1. Damals drehte er auch nur einige Runden auf dem 2019er-Bike. Am morgigen Mittwoch ist er nun auf dem «Autodromo Internacional do Algarve» in Portimão erstmals wieder im Einsatz.

«Ich freue mich sehr, wieder zurück zu sein und das MotoGP-Bike zu fahren», betonte der Mallorquiner. «Es sind bald neun Monate, fast ein ganzes Jahr vergangen. Ich bin noch nie so lange nicht gefahren. Sicher wird es ziemlich schwierig, sich wieder an diesen Speed und diese Bikes zu gewöhnen. Aber wir haben zwei Tage – auf einer neuen Strecke, was auch sehr wichtig ist, weil es eine sehr spezielle Strecke ist mit viel Auf und Ab. Es wird wichtig, zu Beginn keine dummen Fehler zu machen, und dann zu versuchen, Kilometer abzuspulen und die maximalen Informationen an Yamaha weiterzugeben, für die offiziellen Fahrer.»

Wie sieht also der Plan für den zweitägigen Test aus? «Wenn ich es richtig verstanden habe, werden wir dasselbe Bike wie in Sepang einsetzen. Wir haben es nicht geschafft, das neue Motorrad herzubringen», gestand Lorenzo am Dienstagabend in Portugal. «Wir werden diesen Test also speziell dafür nutzen, um das Getriebe abzustimmen und alle Reifen zu testen, um zu verstehen, welche Reifen auf diesem Asphalt und bei diesen Bedingungen die besten sind für die Zeitattacke und die Renndistanz. Das Dritte wäre, auch ein bisschen am Set-up zu spielen, aber weil ich das 2019er-Bike haben werde, ist das Set-up ein bisschen anders. Es ist also weniger wichtig als das Getriebe und die Reifen.»

Warum setzt das Yamaha-Testteam dann nicht die aktuelle M1 ein? «Ich habe mit Maio [Meregalli] vor ein paar Wochen geredet, da sagte er mir, dass sie wahrscheinlich das 2020er-Bike hier haben würden. Aber jetzt bin ich vor zwei Stunden in die Box gekommen – und sie haben nur das 2019er-Bike hier», schilderte der 33-Jährige, der sich mit einer Erklärung selbst schwertat. «Sie haben mir gesagt, dass sie keine Zeit hatten, das 2020er-Bike herzurichten. Sie waren nicht bereit. Es ist schade, nicht dasselbe Bike zu haben wie das Werks-Bike, aber ich gehe davon aus, dass sie das Maximum versucht haben, um das neue Motorrad hier zu haben. Sie haben es aber nicht geschafft, also werden wir uns mit dem arrangieren müssen, was wir haben.»

Hat der fünffache Weltmeister nicht das Gefühl, dass Yamaha damit sein Potenzial vergeudet? «Ich will glauben, und ich glaube es wirklich, dass sie ihr Bestes geben», beteuerte er. «Aber die Umstände mit Covid-19 verhindern das aus irgendwelchen Gründen. Ich glaube natürlich, dass wir ohne Covid-19 die 15 oder 16 Tage absolviert hätten, die wir geplant haben. Ich glaube nicht, dass sie absichtlich ihren Testfahrer ‚vergeuden‘. Denn aus finanzieller Sicht ist es das Werk, das Geld ausgibt. Es ist also nicht logisch, das zu denken. Ich glaube wirklich, dass die Umstände dem Team nicht geholfen haben.»

Der ehemalige Crew-Chief von Valentino Rossi, Silvano Galbusera, ist übrigens ebenfalls in Portimão eingetroffen. «Galbusera ist hier, ich werde morgen und übermorgen mit ihm arbeiten», bestätigte Lorenzo. «Und ich hoffe, dass er im nächsten Jahr weitermacht, weil ich mich mit ihm großartig fühle und er viel Erfahrung hat. Ich glaube, er kann einen idealen Job im Team machen.»

Und die Zukunft des dreifachen MotoGP-Champions? «Wir haben noch nicht über das nächste Jahr gesprochen. Wahrscheinlich tun wir das nach dem Test.»

Teilnehmerliste für MotoGP-Test in Portimão:

Aprilia: Aleix Espargaró (7.10.), Bradley Smith (7.10.), Lorenzo Savadori (8.10.)
Ducati: Michele Pirro
Honda: Stefan Bradl
KTM: Dani Pedrosa
Suzuki: Sylvain Guintoli
Yamaha: Jorge Lorenzo

Stammfahrer auf Superbikes:
Joan Mir und Alex Rins (Team Suzuki Ecstar)
Maverick Viñales und Valentino Rossi (Monster Energy Yamaha MotoGP)
Andrea Dovizioso und Danilo Petrucci (Ducati Team)
Jack Miller und Francesco Bagnaia (Pramac Racing)
Takaaki Nakagami (LCR Honda Idemitsu)
Miguel Oliveira (Red Bull KTM Tech 3)
Brad Binder und Pol Espargaro (Red Bull KTM Factory Racing)
Johann Zarco und Tito Rabat (Esponsorama Racing)
Alex Márquez (Repsol Honda Team)

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