Andrea Dovizioso zu KTM: Was dagegen spricht

Kolumne von Günther Wiesinger
MotoGP
Andrea Dovizioso

Andrea Dovizioso

In Aragón hat sich herumgesprochen, dass auch KTM noch einmal Gespräche mit dem bisher für 2021 arbeitslosen Andrea Dovizioso führt. Aber bei KTM ist kein Platz frei.

Dreimal hintereinander wurde Andrea Dovizioso in den Jahren 2017 bis 2019 auf der Ducati Vizeweltmeister, aber selbst in der Marc-Márquez-losen MotoGP-Saison 2020 scheint ihm die Chance auf den Titelgewinn zu entgleiten. Denn «Dovi» kam am Freitag auf dem MotorLand Aragón über Platz 13 nicht hinaus. So war es nicht verwunderlich, dass er im FP3 am Samstag den direkten Einzug ins Qualifying 2 nicht schaffte (im Gegensatz zu den Ducati-Kollegen Petrucci und Miller) – und jetzt von Platz 13 in der fünften Reihe wegfahren muss. Dabei ist sein Rückstand auf WM-Leader Fabio Quartararo bereits auf 18 Punkte angewachsen, vier Rennen sind noch zu fahren.

Natürlich wird «Dovi» auch durch die ungewisse Zukunft irritiert, er wird Ducati nach acht Jahren verlassen, das Verhältnis zu den Chefs Gigi Dall’Igna und Claudio Domenicali ist zerrüttet. Sein Manager Simone Battistella hat die Trennung am Samstag, 15. August, beim Österreich-GP kundgetan und ist seither fieberhaft auf der Suche nach einem neuen Vertrag, notfalls als Testfahrer mit maximal drei Wildcard-Einsätzen.

Suzuki wird mit Sylvain Guintoli weitermachen. Yamaha hat noch keine konkreten Pläne zum Ausbau des europäischen Testteams, da spielt auch die Coronakrise eine Rolle. Deshalb kam Jorge Lorenzo 2020 bisher nur zweimal zum Einsatz. Er könnte aber nächstes Wochenende in Aragón statt Valentino Rossi fahren, wenn dieser keinen negativen Corona-Test abliefern kann.

Vor dem Aragón-GP hat sich abgezeichnet, dass Dovi bei Aprilia Racing statt Andrea Iannone eine komplette Saison fahren könnte, falls dessen Sperre (bis Mitte Juni 2021) nicht verkürzt wird. Auch Kontakte zu HRC sind entstanden, dort könnte der 15-fache MotoGP-Sieger die Rolle von Stefan Bradl als Test- und Ersatzfahrer übernehmen.

Aber im Aragón-Fahrerlager hat sich noch eine andere Neuigkeit herumgesprochen: Das KTM-Management mit Pit Beirer wird sich demnächst noch einmal mit Simone Battistella unterhalten. Die vier Fahrerplätze sind zwar mit Binder und Oliveira (Factory Team) und Petrucci und Lecuona (Tech3) besetzt.

Aber Dovizioso würde sich auch mit einem Testfahrer-Vertrag und der Zusicherung von drei Wildcard-Rennen 2021 zufrieden geben.

Doch einem Vertrag mit KTM stehen drei Hürden entgegen.

Erstens wurde KTM im Mai von Dovizioso und Battistella durch eine resolute Gagenforderung von 4 Millionen Euro für eine Saison verärgert. «Zu Corona-Zeiten müssen wir jeden Euro umdrehen», erklärte Firmenchef Stefan Pierer im Juli zu diesem Thema.

Zweitens kommen die neuen Gespräche zwischen Battistella und KTM wohl ein paar Wochen zu spät. Denn Dani Pedrosas Vertragsverlängerung stand zwar aus finanziellen Gründen eine Zeit lang auf der Kippe, sie wurde aber inzwischen vollzogen. Und zwei teure Testfahrer leistet sich nicht einmal Honda. Schon gar nicht, wenn die 2020-Bikles ohnedies auch 2021 verwendet werden müssen. KTM-Nr.-2-Testfahrer Mika Kallio kam 2020 nie zum Einsatz, weil es nicht genug neues Material für zwei Testfahrer gab.

Drittens bevorzugen Red Bull und KTM junge Eigengewächse aus der eigenen MotoGP Academy, also Fahrer, die aus dem Red Bull Rookie Cup und den eigenen Moto3- und Moto2-Teams für die MotoGP-Aufgaben ausgebildet werden. Wie Oliveira und Binder.

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