MotoGP-Kalender 2021: Noch viele offene Fragen

Von Günther Wiesinger
MotoGP
In Argentinien wird am 11. April kaum gefahren werden

In Argentinien wird am 11. April kaum gefahren werden

Da die April-Rennen in Argentinien und Texas gehörig wackeln, muss der GP-Kalender in den nächsten zwei Wochen umgekrempelt werden. Es ist ein zweiter Katar-GP geplant.

Auf dem vorläufigen MotoGP-Kalender von Dorna und FIM sind weiterhin zwei Übersee-Rennen in Argentinien und Texas am 18. April vorgesehen. 90 Tage vor den Events müssen die lokalen Veranstalter der Dorna melden, ob sie die Grand Prix trotz der Covid-19-Pandemie durchführen und die volle Austragungsgebühr an die Dorna bezahlen können. Das können sich die GP-Promoter in Süd- und Nordamerika nur leisten, wenn sie mit Zustimmung der örtlichen Gesundheitsbehörden die volle Besucherzahl zulassen können.

Da so ein Szenario momentan schwer vorstellbar ist, immerhin hat auch die Formel 1 den Auftakt in Melbourne/Australien schon vom 21. März auf November verschoben, hat der Dorna-Krisenstab längst einen Plan B für die erste Saisonhälfte ausgetüftelt, der in der dritten Januar-Woche publik gemacht werden könnte.

Der neue Kalender sieht statt den beiden Übersee-Grand Prix im April einen zweiten Katar-GP am 4. April vor und dazu zusätzlich den Portugal am 25. April, eine Woche vor dem geplanten Europa-Auftakt in Jerez.

Die Behörden in Katar unternehmen alle Anstrengungen, um den MotoGP-Event plangemäß durchführen zu können. Die Scheichs, die jetzt mit den Nachbarstaaten wie Saudi-Arabien und Bahrain wieder in Frieden leben, wollen der ganzen Welt beweisen, dass sie vom Virus kaum noch betroffen sind und den umstrittenen FIFA World Cup 2022 problemlos durchführen können.

Ob auf dem Losail Circuit Zuschauer erlaubt sein werden, ist noch offen. Mehr als 1500 haben sich am Renntag ohnedies nie blicken lassen. Doha war quasi seit 2004 ein Vorreiter der 2020 üblich gewordenen Geisterrennen.

Da auch in ganz Asien die Infektionszahlen dramatisch ansteigen, in Japan sind sie höher als im April, ist das Zustandekommen der Übersee-Rennen im Oktober und November noch fraglich. Wie es bis dahin bei den Reiseverboten und Quarantänebestimmungen aussieht, die sich fast täglich ändern, kann momentan kein Mensch abschätzen.

Sicherheitshalber plant die Dorna deshalb erstmals einen Russland-GP – und zwar auf dem 4 km langen Igora Drive Circuit bei St. Petersburg. Er liegt nur ca. 400 km vom KymiRing entfernt und soll deshalb am 18. Juli nach dem Finnland-GP eingeschoben werden.

Übrigens: Das Autodromo Termas de Río Hondo (Argentinien) war erstmals 2014 GP-Schauplatz, auf dem Circuit of the Americas (COTA) in Austin/(Texas) wird seit 2013 Grand Prix gefahren. Seit 2014 werden die beiden Events als Doppelpack veranstaltet. Ein Grand Prix allein würde zu hohe Reisekosten verursachen, falls nur der Texas-Promoter absagen würde.

WM-Promoter Dorna hat eigentlich keine vertragliche Möglichkeit, dann auf Las Termas zu verzichten. Es könnte aber eine Verschiebung auf Herbst diskutiert werden.

Noch eine Neuigkeit: Wenn ein Grand Prix in Asien oder der Australien-Event im Herbst ausfällt, will Lombok in Indonesien mit dem neuen Mandalika Street Circuit einspringen.

Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta will bisher keine Prognosen zum Umbau des Kalenders abgeben. «Wir müssen abwarten, was uns die jeweiligen Veranstalter spätestens 90 Tage vor ihren Events mitteilen», erklärte der Spanien gegenüber SPEEDWEEK.com.

Auf jeden Fall müssen die Veranstalter voraussichtlich im ersten Halbjahr noch das schon 2020 vorexerzierte Gesundheitsprotokoll der Dorna mit der «bubble» von 1300 Personen akzeptieren.
Das bedeutet: Die Journalisten müssen den Grand Prix wohl bis auf Weiteres fernbleiben.

Seit dem Jerez-GP im Juni dürfen die MotoGP-Werksteams nur je 45 Personen zu den Grand Prix mitnehmen, die MotoGP-Privatteams je 25. In den Klassen Moto3 und Moto2 sind inklusive den Piloten je zwölf Teammitglieder zugelassen.

Aber Dorna-Chef Ezpeleta geht momentan davon aus, dass die vier 2020 abgesagten Europa-GP in Mugello, Sachsenring, Assen und Silverstone 2021 wieder stattfinden können. Im «worst case» ohne Zuschauer und ohne Gebühr, die sonst 4 Mio. Euro beträgt. Es könnte aber bis Sommer auch eine bestimmte Anzahl von Zuschauern erlaubt werden wie 2020 in Misano (10.000 am Tag) und Le Mans (5000 am Sonntag).

Wenn sich die MotoGP-Asse jetzt im Februar beim Sepang-Test treffen, werden strengere Gesundheitsvorschriften als in der GP-Saison 2020 gelten.

Das aus dem Vorjahr bekannte «closed doors protocol» wird noch einmal verschärft und erinnert stark an die Dezember-Rennen der Formel 1 im Mittleren Osten (Bahrain und Abu Dhabi) und von der Dakar-Rallye 2021 in Saudi-Arabien bekannten Vorschriften.

Jedes Teammitglied muss vor dem Abflug einen negativen PCR-Test vorlegen. Dann wird unmittelbar nach der Ankunft auf dem Kuala Lumpur International Airport (KLIA) noch einmal ein PCR-Test gemacht. Bis zum Vorliegen eines negativen Ergebnisses müssen sich alle Teammitglieder und Fahrer im beliebten «SAMA SAMA»- Hotel direkt am Flughafen in Quarantäne begeben.

Danach müssen die Teams in einer «bubble» bleiben. Alle Teams müssen ihr Quartier im SAMA-SAMA-Hotel buchen, sie werden dann mit Shuttle-Bussen an die rund 5 km entfernte Rennstrecke gebracht. Niemand darf aus dieser «Blase» ausbrechen, alle Teammitglieder dürfen nur den kürzeren Weg vom Hotel ins Fahrerlager nehmen, Restaurantbesuche, Einkaufstrips und so weiter werden strikt untersagt.

Die Dorna und einige Teams prüfen für die GP-Saison auch den Ankauf von Impfstoffen für die Teammitglieder. Eventuell werden neben den bisherigen PCR-Tests auch Antigen-Schnelltests gekauft, um noch besser reagieren zu können, wenn sich die SARS CoV-2-Mutation weiter ausbreitet.

So könnte der provisorische
Kalender 2021 nach Mitte Januar aussehen:

28. März: Doha/Q*
04. April: Doha/*
25. April: Portimão/P***
02. Mai Jerez/E
16. Mai. Le Mans/F
30. Mai: Mugello/I
06. Juni: Barcelona/E
20. Juni: Sachsenring/D
27. Juni Assen/NL
11. Juli: KymiRing/F**
18. Juli: Igora Drive/RUS***
15. August: Red Bull Ring/A
29. August: Silverstone/GB
12. September: Aragón/E
19. September: Misano/I
03. Oktober: Motegi/J
10. Oktober: Buriram/TH
24. Oktober: Phillip Island/AUS
31. Oktober: Sepang/MAL
14. November: Valencia/E

*Nachtrennen
**Homologation der Strecke steht noch aus
*** bisher kein Vertrag unterzeichnet

Die geplanten Pre-Season-Tests:

MotoGP-Klasse
Shakedown-Test in Sepang: 14. bis 16. Februar
Sepang-Test: 19. bis 21. Februar
Katar-Test: 10. bis 12. März
Moto2- und Moto3-Klasse
Jerez-Test: 16. bis 18. März

So sieht der provisorische FIM-Kalender 2021 bisher aus:

28. März: Doha/Q*
04. April: Doha/*
25. April: Portimão/P
02. Mai Jerez/E
16. Mai. Le Mans/F
30. Mai: Mugello/I
06. Juni: Barcelona/E
20. Juni: Sachsenring/D
27. Juni Assen/NL
11. Juli: KymiRing/F**
18. Juli: Igora Drive/RUS
15. August: Red Bull Ring/A
29. August: Silverstone/GB
12. September: Aragón/E
19. September: Misano/I
03. Oktober: Motegi/J
10. Oktober: Buriram/TH
24. Oktober: Phillip Island/AUS
31. Oktober: Sepang/MAL
14. November: Valencia/E

Ausweich-Strecken:
Portimão (Portugal)
Mandalika International Street Circuit (Indonesien)
Igora Drive Circuit (Russland)

*Nachtrennen
**Homologation der Strecke steht noch aus
*** bisher kein Vertrag unterzeichnet

Die geplanten Pre-Season-Tests:

MotoGP-Klasse
Shakedown-Test in Sepang: 14. bis 16. Februar
Sepang-Test: 19. bis 21. Februar
Katar-Test: 10. bis 12. März
Moto2- und Moto3-Klasse
Jerez-Test: 16. bis 18. März

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