Pit Beirer (KTM): «Will bald wieder Zuschauer sehen»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
KTM bemüht sich, die RC16-MotoGP-Maschine für 2021 in allen Bereichen zu verbessern. Motorsport-Direktor Pit Beirer verrät Einzelheiten und spricht über die Lehren aus der Panademie.

KTM Factory Racing hat mir der RC16 im Vorjahr drei GP-Siege gefeiert und mit Pol Espargaró den fünften Platz in der Fahrer-WM errungen. Dazu kam Rang 4 in der Marken-WM (vor Honda) und Platz 3 in der Team-WM. Jetzt wollen der KTM-Vorstandsvorsitzende Stefan Pierer und Hubert Trunkenpolz mit dem vierköpfigen Fahrerteam 2021 um den Titel fighten.

Pit Beirer, Motorsport-Direktor von KTM, muss also mit seiner Mannschaft ein noch schlagkräftigeres Motorrad auf die Piste bringen, außerdem muss die Lebensdauer der Motoren verlängert werden. Denn durch den Wegfall der «concession team»-Privilegien dürfen 2021 bei 20 geplanten Grand Prix nur sieben statt neun Motoren pro Fahrer verwendet werden, falls alle geplanten 20 Rennen stattfinden. Im Vorjahr hatten Binder Pol Espargaró und Lecuona sechs Motoren verbraucht. Oliveira alle sieben.

Zur Erinnerung: 2020 waren bei 14 Grand Prix fünf Motoren für die Siegerteams und sieben Triebwerke für die «concession teams» erlaubt, zu denen im Vorjahr neben Aprilia auch KTM gehörte.

«Wenn wir über die Verbesserung der Rennmotorräder reden, dann haben die Fahrer jedes Jahr die gleichen Wünsche. Sie sehnen sich nach mehr Traktion, sie wollen, dass die Bikes in den Kurven eng an der Ideallinie bleiben, damit sie beim Rausfahren das Gas früh aufdrehen können», sagt Beirer. «Es darf also nie einen technischen Stillstand geben. Wir reden also bei der Weiterentwicklung immer mit derselben Gruppe von Technikern. Die Elektronik-Abteilung befasst sich pausenlos an neuen Ideen, um von dieser Seite zu helfen. Die Suspension-Ingenieure tüfteln an Verbesserungen, oft gemeinsam mit den Chassis-Designern, um das Turning zu erleichtern und das Motorrad auf der Geraden stabiler zu machen. Der kritische Punkt bei einer Kurvenfahrt ist immer, früh einzulenken und das Bike früh wieder aufzurichten. Auf diesen Bereich legen wir unser Hauptaugenmerk. Denn das ist der wichtige Augenblick, in dem du beim Beschleunigen den ganzen Speed für die nächste Gerade aufbaust. Daran arbeiten wir mit viel Nachdruck.»

Beirer weiter: «Die Arbeit hört nie auf. Denn die Motoren-Ingenieure wollen mehr Power im mittleren und oberen Drehzahlbereich und dazu ein noch besseres Ansprechverhalten. Alle Spezialisten bei uns mach en Druck, um möglichst vielfältige Verbesserungen zu bewirken. denn die MotoGp ist eine sehr dynamische Klasse. wenn du drei oder vier Monate lang nichts verbesserst, fällst du zurück, dann verlierst du wieder an Boden. Diese Kategorie wird jedes Jahr schneller. Du musst dauernd Updates an die Strecke bringen, sonst kannst du die bisherige Position nicht halten. Das ist der interessante und großartige Aspekt bei diesem Sport und an dieser Klasse. Du weißt nie, wie du die neuen Upgrades finden sollst. Aber du wirst und musst sie zusammen mit deinen Technikern austüfteln, um einen weiteren Schritt nach vorne zu machen. Das macht diese Kategorie so aufregend.»

Haben die Werke und Teams durch die Pandemie für die MotoGP-WM auch irgendwelche Lehren ziehen können?

«Ich weiß nicht, ob dieses ganze Durcheinander auch irgendwelche Vorteile hat. Wir alle werden wegen Corona in unserem Berufsleben, in unserem Privatleben und Familienleben stark auf die Probe gestellt. Ich habe jedoch gelernt, dass die Menschen, die sich nicht fürchten und nach vorne marschieren, gut durch diese Krise kommen», sagt Beirer. «Wir müssen deshalb der Dorna für ihr umsichtiges Gesundheitsprotokoll dankbar sein. Die Dorna ist ein großartiger Partner für uns, sie haben die Tore aufgestoßen, damit wir alle wieder auf die Rennstrecke zurückkehren konnten. Die Maßnahmen waren sehr streng und schwierig, aber wir haben sie befolgt und konnten dadurch 14 Grand Prix abwickeln. Wir haben sogar fantastische Rennen und eine unglaubliche Saison mit vielen unterschiedlichen Siegern erlebt. Es ist uns nichts anderes üblich geblieben, als eine Lösung für all diese Restriktionen zu finden, nach vorne zu blicken und Druck zu machen. Wir mussten und müssen lernen, uns zu schützen, Masken zu tragen, Abstand zu halten und die Hygienevorschriften einzuhalten. Aber ich will aus dieser Misere nicht unbedingt etwas fürs Leben lernen. Ich will diese Pandemie in erster Linie hinter uns bringen und zur Normalität zurück kommen. Und ich möchte möglichst bald wieder Zuschauer auf den Tribünen sehen.»

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