Jack Miller: «Keiner mag den Schiedsrichter»

Von Nora Lantschner
MotoGP
Jack Miller erklärt seinen Standpunkt

Jack Miller erklärt seinen Standpunkt

Geht es um «track limits» oder den Drei-Sekunden-Penalty für die Abkürzung in der Schikane, hält Fabio Quartararo das Eingreifen der Regelhüter in der MotoGP-WM für übertrieben. Jack Miller verteidigt das Stewards Panel.

Das FIM MotoGP Stewards Panel unter dem Vorsitz von Freddie Spencer, das in der Motorrad-WM bei Regelverletzungen die Strafen verteilt, sieht sich immer wieder mit teils scharfer Kritik konfrontiert. Zu den jüngsten Beispielen zählt die Verwirrung um die Auswirkungen der «track limits»-Vergehen in der letzten Rennrunde von Mugello, weshalb Joan Mir und Miguel Oliveira im Parc Fermé von Mugello gleich zweimal ihre Plätze tauschten.

Viel Gesprächsstoff lieferte natürlich auch die ausgebliebene Reaktion der Regelhüter während des MotoGP-Rennens von Montmeló, als Fabio Quartararo die letzten drei Runden mit offener Lederkombi und ohne den vorgeschriebenen Brustschutz absolvierte. Erst drei Stunden nach Rennende bekam der Franzose einen Drei-Sekunden-Penalty aufgebrummt.

«Wenn wir nicht nur über das reden, was in Barcelona passiert ist, sondern auch in Mugello mit Joan und Miguel, dann sind diese Art von Strafen aus meiner Sicht ziemlich merkwürdig», hielt Quartararo rückblickend fest. «Du bist 2 oder 3 cm auf dem Grün und verlierst einen Platz. Man gewinnt damit aber keine Zeit, daher ist es für mich ein bisschen zu viel. In meinem Fall in Barcelona, als ich [in Kurve 1] geradeaus bin, war ich sieben Zehntel langsamer. Sie sagen aber, wenn du noch drei Zehntel langsamer gewesen wärst, hätte es keinen Penalty gegeben. Wie soll man das kalkulieren? Aus meiner Sicht wird es ein bisschen zu viel, weil es sich nicht auf die Sicherheit auswirkt. Aber ich arbeite nicht dort, sie treffen die Entscheidungen», schob er nach.

Jack Miller hielt mit einem Vergleich dagegen: «Keiner mag bei einem Fußballspiel den Schiedsrichter, oder? Der Schiedsrichter ist aber notwendig. Genauso ist eine Rennleitung notwendig.»

«Diese Regel, von der du geredet hast, mit der einen Sekunde, gilt seit drei Jahren», wandte sich der Ducati-Werksfahrer direkt an den WM-Leader. «Taka musste einen Long-Lap-Penalty absolvieren, das besagt die Regel.»

«Eine dumme Regel», warf «El Diablo» ein. Der Australier konterte: «Ja, aber wenn dort wie früher Gras oder Kies wäre, würdest du mehr als eine Sekunde verlieren. Genauso, wenn dort noch Gras wäre, wo jetzt das Grün ist. Dann würde man nicht bis an den Rand der Kerbs fahren. Dadurch kommt die Streckenbegrenzung immer näher. Und deshalb drängen wir in der Safety Commission auf diese Regeln, weil man am Ende immer schneller und schneller wird und die Strecken damit immer unsicherer werden. Das gilt auch in den Schikanen. Früher war dort Kies, keiner hat den Notausgang genommen. Als der Asphalt kam, fingen die Leute an, drei oder vier Mal pro Rennen geradeaus zu fahren. Am Ende des Rennens haben sie damit sehr wohl einen Vorteil herausgeschlagen.»

«Regeln sind Regeln. Keiner mag den Schiedsrichter. Sicher können sie viele Dinge besser machen, wie wir alle. Jemand muss aber da sein und den Bösen geben», fasste «JackAss» zusammen.

«Ich will nur eine Sache anfügen: Wir reden hier über die MotoGP, aber wenn man sich die letzten Moto3-Runden anschaut, dann glaube ich, sollte man mehr über die Sicherheit in der Moto3 sprechen», ergänzte Quartararo, der dafür auch Millers Zuspruch erntete. «Wir reden über Details – okay, die Regel besagt eine Sekunde… Zeit gutmachen oder nicht, das ist für mich alles okay. Wir haben aber erst vor drei Wochen einen Kerl verloren. Wir müssen uns also ein bisschen mehr auf die kleine Kategorie konzentrieren», forderte der 22-jährige Yamaha-Star.

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