Schwere Vorwürfe: Yamaha suspendiert Maverick Viñales

Von Nora Lantschner
Maverick Viñales

Maverick Viñales

Yamaha erhebt schwere Vorwürfe gegen Maverick Viñales und entschied, dass der Spanier beim anstehenden Österreich-GP in Spielberg nicht starten wird.

Das Monster Energy Yamaha MotoGP Team teilte am Donnerstag überraschend mit, dass die Nennung von Maverick Viñales für den Österreich-GP zurückgezogen wurde. Der Auftaktsieger von Doha ist vorübergehend suspendiert und auf die Strafbank gesetzt worden.

Grund dafür sei «die unerklärliche unregelmäßige Bedienung des Motorrads durch den Fahrer während des vorangegangen MotoGP-Rennens der Steiermark», heißt es in der kurzen Pressemitteilung.

Was hinter dieser Formulierung steckt: Yamaha wirft ihrem Werksfahrer offenbar vor, dass er in den letzten zwei, drei Runden des Rennens und selbst noch auf dem Weg an die Box den Motor immer wieder bis zum Drehzahlbegrenzer aufheulen ließ und so versuchte, das Triebwerk zu ruinieren.

Die Entscheidung von Yamaha sei die Folge einer tiefgehenden Analyse der Telemetrie-Daten in den vergangenen Tagen, hieß es in der offiziellen Mitteilung weiter. Der japanische Hersteller ist zum Schluss gekommen, dass der M1-Motor durch die Aktionen des Fahrers Schaden hätte nehmen können, was ein ernsthaftes Risiko für ihn und die anderen MotoGP-Piloten dargestellt hätte.

Viñales wird für den Österreich-GP nicht ersetzt, eine Entscheidung über die nächsten Rennen werde nach einer detaillierteren Analyse der Situation und nach weiteren Gesprächen zwischen Yamaha und dem Fahrer getroffen.

Die frühzeitige Trennung mit Saisonende ist ohnehin schon seit Juni besiegelt: Yamaha Motor Racing hat den mit ca. 6,5 Millionen Euro pro Jahr dotierten Werksvertrag für 2022 mit Maverick Viñales bei der Dutch-TT in Assen aufgelöst. Er hatte dort erstmals um die vorzeitige Entlassung angesucht. Für die Öffentlichkeit kam diese Entscheidung aus heiterem Himmel. Aber den Engländer Lin Jarvis, Managing Director von Yamaha Motor Racing, konnte dieses Manöver nach viereinhalb Jahren mit dem wankelmütigen Spanier nicht mehr so richtig überraschen.

«Ich würde sagen, diese Aktion kam zu diesem Zeitpunkt unerwartet, aber sie war keine totale Überraschung», erklärte Lin Jarvis im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Denn Maverick trifft manchmal ungewöhnliche Entscheidungen. Jedenfalls ist dadurch eine Situation entstanden, in der Petronas plötzlich keine Fahrer für 2022 hatte für den Fall, dass Franky Morbidelli ins Factory Team kommt.»

Übrigens: In dieser Woche kam auch die Nachricht aus der Supersport-WM 300, dass das Rennteam von Mavericks Vater Angel und Yamaha ihre Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung beenden.

Maverick Viñales fiel bei allem Talent und meist freundlicher Bodenständigkeit schon in der Moto3-Saison 2012 durch unbedachte Handlungen auf. Damals entschied er beim Malaysia-GP am Freitag in der Früh seine Abreise und gab während des FP1 im Media Centre dazu Statements ab, ehe er sich ins Flugzeug von Kuala Lumpur nach Spanien setzte.

Er wetterte gegen Honda, weil die Japaner die neue 250-ccm-Viertakt-Moto3-Maschine während der Saison nicht weiterentwickelten, während WM-Leader Sandro Cortese von KTM bei jedem Grand Prix neue Teile erhielt.

Maverick verzichtete auf Sepang. Doch dann übernahm Paco Sanchez sein Management, der Rechtsanwalt überredete ihn zur Rückkehr, also nahm Viñales eine Woche später am Australien-GP in Phillip Island wieder teil. Doch die Weltmeisterschaft war zu diesem Zeitpunkt praktisch schon zugunsten von Cortese und KTM entschieden.

Stand Fahrer-WM nach 10 Rennen:

1. Quartararo 172 Punkte. 2. Zarco 132. 3. Mir 121. 4. Bagnaia 114. 5. Miller 100. 6. Viñales 95. 7. Oliveira 85. 8. Binder 73. 9. Aleix Espargaró 61. 10. Marc Márquez 58. 11. Nakagami 52. 12. Martin 48. 13. Rins 42. 14. Pol Espargaró 41. 15. Morbidelli 40. 16. Alex Márquez 34. 17. Bastianini 31. 18. Petrucci 26. 19. Rossi 20. Marini 16. 21. Lecuona 16. 22. Bradl 11. 23. Pedrosa 6. 24. Savadori 4. 25. Pirro 3. 26. Rabat 1.

Stand Konstrukteurs-WM:
1. Yamaha 200 Punkte. 2. Ducati 192. 3. KTM 127. 4. Suzuki 125. 5. Honda 97. 6. Aprilia 62.

Stand Team-WM:
1. Monster Energy Yamaha 267 Punkte. 2. Ducati Lenovo 214. 3. Pramac Racing 184. 4. Suzuki Ecstar 163. 5. Red Bull KTM Factory Racing 158. 6. Repsol Honda 106. 7. LCR Honda 86. 8. Aprilia Racing Team Gresini 65. 9. Petronas Yamaha SRT 60. 10. Esponsorama Racing Ducati 47. 11. Tech3 KTM Factory Racing 40.

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