Luca Marini (5.): «Fast Geschichte geschrieben»

Von Nora Lantschner
Iker Lecuona, Luca Marini und Valentino Rossi matchten sich zeitweise um Rang 3

Iker Lecuona, Luca Marini und Valentino Rossi matchten sich zeitweise um Rang 3

In einem verrückten Flag-to-Flag-Rennen fand sich MotoGP-Rookie Luca Marini in Spielberg in den letzten vier Runden plötzlich im Kampf um die Podestplätze wieder – mit seinem Bruder Valentino Rossi.

Als Marc Márquez, Pecco Bagnaia, Fabio Quartararo, Jorge Martin und Joan Mir in der fünftletzten Runde in die Boxengasse einbogen und auf das zweite Motorrad mit Regenreifen sprangen, wurde Luca Marini mit einem Mal auf Rang 5 nach vorne gespült, weil er sich trotz des Regens gegen einen «Bike swap» entschied und wie der spätere Sieger Brad Binder sowie unter anderen Aleix Espargaró, Valentino Rossi und Iker Lecuona auf den Slick-Reifen weiterfuhr.

Die Chance auf den ersten Podestplatz in der Königsklasse schien für den Moto2-Vizeweltmeister des Vorjahres plötzlich greifbar nah, bis Bagnaia, Martin und Mir im Finish auf den Regenreifen noch unaufhaltsam heranstürmten.

«Es war ein verrücktes Rennen. In der letzten Runde war es wirklich schwierig, nicht zu stürzen. In der vorletzten Runde war nur Kurve 3 wirklich nass, mit den Slicks konnte ich bei den Bedingungen sonst noch recht gut fahren. In der letzten Runde war die Strecke aber komplett nass, es war sehr schwierig, weil die Reifen und die Bremsen abkühlen. Die letzte Runde war wirklich schwierig. Ich habe einfach versucht, bestmöglich damit umzugehen, weil ich an das Podium glaubte, aber am Ende waren die Jungs auf den Regenreifen in den letzten drei Kurven sehr schnell. Ich habe versucht, mich zu verteidigen, aber es war unmöglich.»

In welcher Position sich der Ducati-Pilot aus dem Avintia-VR46-Team befand, wusste er sehr genau. «Sie haben es mir nicht angezeigt, aber ich hatte es ihm Gefühl. Es war dann auch ein bisschen mehr Druck da, ich habe einfach versucht, einen kühlen Kopf zu bewahren und keinen Fehler zu machen. Ich dachte nicht, dass die anderen auf den Regenreifen so schnell kommen würden, aber leider hat es dann sehr stark geregnet. Unsere letzte Runde war eine 1:51 min – wir haben also 20 Sekunden verloren. Es hätte schon gereicht, wenn es eine Minute später geregnet hätte, aber so ist das Rennfahren.»

Trotzdem: «Ich bin heute stolz auf mein Ergebnis und mein Rennen. Ich bin sehr glücklich, dass ich clever war und in einem kritischen Moment die richtige Entscheidung getroffen habe. Das macht mich stolz auf die Arbeit, die ich leiste. Es ist einfach ein großartiges Gefühl. Das Podium wäre natürlich besser, aber wir müssen dieses Rennen genießen und dann an das nächste denken.»

Dass der Rookie es genossen hatte, war bereits in der Auslaufrunde zu sehen, als er seinen Bruder und neunfachen Weltmeister Valentino Rossi ausgelassen umarmte. «Ja, es war großartig. Wir waren nahe dran, Geschichte zu schreiben, wenn wir auf 2 und 3 gelandet wären», grinste der 24-Jährige. «Es war ein sehr schwieriges Rennen, aber wir haben diesen Kampf genossen. Es war ein großartiges Rennen und mit ihm zu kämpfen, ist jedes Mal fantastisch. Wenn ich neben ihm bin, macht man sich immer ein bisschen mehr Gedanken, aber es ist schön. Hoffentlich kämpfen wir öfter um die Plätze da vorne.»

Der VR46-Lehrmeister half übrigens auch bei der Entscheidungsfindung: «Es gab einen Moment, bevor alle an die Box fuhren, an dem ich das Motorrad wechseln wollte, weil ich mir dachte: ‚Jetzt oder nie.‘ Als ich dann aber in die Boxengasse einbiegen wollte, habe ich ihn vorbeifahren sehen und dachte mir: ‚Dann bleibe ich auch draußen.‘ So kämpfen wir bis zum Schluss.»

Ergebnisse MotoGP Red Bull Ring, 15. August 2021:

1. Brad Binder (ZA), KTM, 28 Runden in 40:46,928 min
2. Pecco Bagnaia (I), Ducati, +9,991 sec
3. Jorge Martin (E), Ducati, +11,570
4. Joan Mir (E), Suzuki, +12,623
5. Luca Marini (I), Ducati, +14,831
6. Iker Lecuona (E), KTM, +14,952
7. Fabio Quartararo (F), Yamaha, +16,650
8. Valentino Rossi (I), Yamaha, +17,150
9. Alex Márquez (E), Honda, +17,692
10. Aleix Espargaró (E), Aprilia, +18,270
11. Jack Miller (AUS), Ducati, +25,144
12. Danilo Petrucci (I), KTM, +25,193
13. Takaaki Nakagami (J), Honda, +25,603
14. Alex Rins (E), Suzuki, +30,642
15. Marc Márquez (E), Honda, +35,459
16. Pol Espargaró (E), Honda, +40,384
17. Cal Crutchlow (GB), Yamaha, +52,950
– Miguel Oliveira (P), KTM, 6 Runden zurück
– Johann Zarco (F), Ducati, 10 Runden zurück
– Enea Bastianini (I), Ducati, 22 Runden zurück

Stand Fahrer-WM nach 11 von 18 Rennen:

1. Quartararo, 181 Punkte. 2. Bagnaia 134. 3. Mir 134. 4. Zarco 132. 5. Miller 105. 6. Binder 98. 7. Viñales 95. 8. Oliveira 85. 9. Aleix Espargaró 67. 10. Martin 64. 11. Marc Márquez 59. 12. Nakagami 55. 13. Rins 44. 14. Alex Márquez 41. 15. Pol Espargaró 41. 16. Morbidelli 40. 17. Bastianini 31. 18. Petrucci 30. 19. Rossi 28. 20. Marini 27. 21. Lecuona 24. 22. Bradl 11. 23. Pedrosa 6. 24. Savadori 4. 25. Pirro 3. 26. Rabat 1.

Konstrukteurs-WM:

1. Ducati, 212 Punkte. 2. Yamaha 209. 3. KTM 152. 4. Suzuki 138. 5. Honda 104. 6. Aprilia 68.

Team-WM:
1. Monster Energy Yamaha, 276 Punkte. 2. Ducati Lenovo 239. 3. Pramac Racing 200. 4. Red Bull KTM Factory Racing 183. 5. Suzuki Ecstar 178. 6. Repsol Honda 107. 7. LCR Honda 96. 8. Aprilia Racing Team Gresini 71. 9. Petronas Yamaha SRT 68. 10. Esponsorama Racing Ducati 58. 11. Tech3 KTM Factory Racing 54.

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