Maverick Viñales (Aprilia/13.): Potenzial viel größer

Von Nora Lantschner
Maverick Viñales vor Luca Marini, Alex Márquez und Stefan Bradl

Maverick Viñales vor Luca Marini, Alex Márquez und Stefan Bradl

Aprilia-Neuling Maverick Viñales holte in Misano seine ersten Punkte auf der RS-GP. Richtig wohl fühlt er sich eigenen Aussagen zufolge aber noch nicht. Daher liegt der Fokus auf dem bevorstehenden MotoGP-Test.

Tagesbestzeit an einem wechselhaften Freitag, Startplatz 10 am Samstag und Rang 13 im 27-Runden-Rennen am Sonntag: Wie bewertet Maverick Viñales sein zweites Rennwochenende auf der Aprilia RS-GP? «Wir haben an diesem Wochenende viel gelernt», betonte er. «Es ist klar, dass wir weiterhin arbeiten müssen, weil ich mich auf dem Motorrad nicht sehr wohl fühle, vor allem im Qualifying und auch mit vollem Tank habe ich im Rennen ein paar Schwierigkeiten. Der positive Aspekt ist aber, dass die RS-GP einen guten, konstanten Grip hat. Der Rhythmus war recht gut, nicht perfekt, aber ziemlich gut.»

Ist der neunfache MotoGP-Sieger zufrieden mit dem neu eingeschlagenen Weg für seiner Karriere? «Ja, ich bin zufrieden, es ist eine neue Herausforderung. Sicherlich ist es ganz anders, es holt mich ganz sicher aus meiner Komfortzone, weil es ein total anderes Motorrad ist. Es ist viel schwieriger zu fahren. Aber wir fingen mit 27 Sekunden Rückstand an, heute waren es 21. Wir verbessern uns Schritt für Schritt, das ist das Wichtigste. Jetzt haben wir zwei Tage – hoffentlich ist das Wetter okay – um viel mehr auszuprobieren. Denn mit dem Motorrad, das wir im Moment haben, ist es für mich schwierig zu fahren. Wir müssen weiter arbeiten.»

Der 26-jährige Spanier spricht offen an, dass ihm nach sechseinhalb Jahren mit einem Reihenmotor der Umstieg auf die RS-GP und das V4-Konzept nicht leichtfällt. Fühlt er aber dennoch, dass Potenzial vorhanden ist? «Ja, ich habe das Gefühl, dass mein Potenzial mit diesem Motorrad viel größer sein kann. In dem Sinne, dass es über mehr Power verfügt und ich es besser stoppen kann. Es gibt aber immer noch Punkte, wo ich das Bike nicht so gut verstehe. Ich brauche mehr Runden», bekräftigte er einmal mehr. «Es gibt viele Aspekte, wo wir noch lernen und dem Motorrad Vertrauen müssen.»

Daher sei der Misano-Test am Dienstag und Mittwoch auch so wichtig. «Wir müssen viele Dinge ausprobieren. Im Moment habe ich das Gefühl, dass das Bike vor allem in den ersten Runden sehr nervös ist, wenn du ein bisschen mehr pushen willst, wird es sehr unruhig. Es gibt ein paar Dinge, die wir korrigieren müssen. Sobald wir das erledigt haben, werden wir die Rundenzeit stark nach unten verbessern. Wir lernen, ich lerne in jedem Rennen. 27 Runden am Stück geben dir genug Zeit, um den Fahrstil, die Bremsphase, die Position zu verändern. Ich versuche im Rennen immer wieder verschiedene Dinge.»

Fragte Viñales schon nach speziellen Änderungen? «Ich bin dieses Motorrad erst zwei Rennen gefahren, ich muss auch noch viel lernen. Ich brauche aber auch ein bisschen Hilfe in einigen Bereichen der Strecke, wo wir eine Lösung finden müssen», sagte der Neuzugang. «Es ist für mich aber sehr positiv, wir fahren gut, es wird Schritt für Schritt kommen, das passiert nicht an einem Tag. Wir müssen hart arbeiten.»

Steht beim Hersteller aus Noale im zweitätigen Test die Entwicklungsarbeit für 2022 im Vordergrund oder wird auch für die verbliebenen vier Rennen der laufenden Saison an der RS-GP21 gearbeitet? «Mal sehen, wir müssen es noch besprechen. Ich würde mich gerne auf diese Saison konzentrieren, weil ich ein besseres Vertrauen zum Bike und vor allem Stabilität finden muss. Wir werden also Zeit mit dem Set-up verbringen müssen. Es ist klar, dass wir ein paar Dinge für das neue Jahr testen müssen, denn das Motorrad muss jetzt gemacht werden, nicht später. Ich muss mich aber wohler fühlen, um schneller zu sein. Ich glaube, jeweils die Hälfte wäre gut, einen Tag für eine Sache, den nächsten für die andere», kam Viñales noch einmal auf die Frage nach dem Testprogramm zurück.

MotoGP-Ergebnis, Misano (19. September)

1. Bagnaia, Ducati, 27 Runden in 41:48,305 min
2. Quartararo, Yamaha, + 0,364 sec
3. Bastianini, Ducati, + 4,789
4. Marc Márquez, Honda, + 10,245
5. Miller, Ducati, + 10,469
6. Mir*, Suzuki, + 10,325
7. Pol Espargaró, Honda, + 13,234
8. Aleix Espargaró, Aprilia, + 15,698
9. Binder, KTM, + 16,129
10. Nakagami, Honda, + 18,519
11. Pirro, Ducati, + 20,373
12. Zarco, Ducati, + 21,066
13. Viñales, Aprilia, + 21,258
14. Bradl, Honda, + 28,142
15. Alex Márquez, Honda, + 30,686
16. Petrucci, KTM, + 32,654
17. Rossi, Yamaha, + 33,853
18. Morbidelli, Yamaha, + 36,272
19. Marini, Ducati, + 36,839
20. Oliveira, KTM, + 37,202
21. Dovizioso, Yamaha, + 42,587

*ein Platz nach hinten («track limits» in der letzten Runde)

Stand Fahrer-WM nach 14 von 18 Rennen:

1. Quartararo 234 Punkte. 2. Bagnaia 186. 3. Mir 167. 4. Zarco 141. 5. Miller 140. 6. Binder 124. 7. Aleix Espargaró 104. 8. Viñales 98. 9. Marc Márquez 92. 10. Oliveira 87. 11. Martin 71. 12. Nakagami 70. 13. Rins 68. 14. Pol Espargaró 64. 15. Bastianini 61. 16. Alex Márquez 50. 17. Morbidelli 40. 18. Lecuona 38. 19. Petrucci 37. 20. Marini 28. 21. Rossi 28. 22. Bradl 13. 23. Pirro 8. 24. Pedrosa 6. 25. Savadori 4. 26. Rabat 1.

Konstrukteurs-WM:

1. Ducati 275 Punkte 2. Yamaha 262. 3. Suzuki 184. 4. KTM 178. 5. Honda 148. 6. Aprilia 105.

Team-WM:
1. Monster Energy Yamaha 329 Punkte. 2. Ducati Lenovo 326. 3. Suzuki Ecstar 235. 4. Pramac Racing 216. 5. Red Bull KTM Factory Racing 211. 6. Repsol Honda 163. 7. LCR Honda 120. 8. Aprilia Racing Team Gresini 111. 9. Esponsorama Racing Ducati 89. 10. Tech3 KTM Factory Racing 75. 11. Petronas Yamaha SRT 68.

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