Das bietet Stoff für stundenlange Diskussionen unter GP-Fans: Welcher Formel-1-Rennstall geht 2026 mit der stärksten Fahrerpaarung an den Start? Die Antwort ist ziemlich knifflig.
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Beim Misano-MotoGP-Event vor acht Tagen stand Brad Binder als bester KTM-Pilot auf dem 17. Startplatz. Iker Lecuona, Miguel Oliveira und Danilo Petrucci folgten auf den ruhmlosen Startplätzen 17, 20, 21 und 22. Pit Beirer, Motorsport-Direktor von KTM, sprach vor dem Rennen von einem schwarzen Wochenende.
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Im Rennen sah es zumindest bei Binder besser aus, der sich wie üblich klar steigerte und mit 16,129 sec Rückstand nach 27 Runden auf Platz 9 landete. Doch Lecuona stürzte, Petrucci kam mit 32,654 sec Rückstand auf Platz 16 ins Ziel. Oliveira (+ 37,202 sec) musst sich mit dem 20. Und vorletzten Platz vor Dovizioso begnügen. Dabei war der Portugiese in Mugello und bei den beiden folgenden Grand Prix aufs Podest gebraust. Damals hatte man ihm sogar die Frage gestellt, ob er noch in den Titelkampf eingreifen könne. Im Interview mit SPEEDWEEK.com sprach Pit Beirer über den unerklärlichen Rückfall von KTM nach der Dutch-TT in Assen.
Pit, KTM ist Ende Mai bewundert und gelobt worden, weil ihr nach dem Katar-Debakel so schnell reagiert und wieder ein konkurrenzfähiges Bike auf die Piste gebracht habt. Aber nach drei oder vier Rennen war die Herrlichkeit wieder vorbei. Gibt es für den Einbruch eine Erklärung?
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Wenn wir den Einbruch genau erklären könnten, hätten wir ihn vor Misano oder dort nach dem Qualifying noch behoben.
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Es war für uns eine echt schwierige Situation, denn wir haben bei den beiden Grand Prix in Doha einen mühsamen Saisonstart gehabt. Dann haben wir uns einen Maßnahmenkatalog mit den zehn wichtigsten Punkten vorgenommen und haben sie alle für Ende Mai in Mugello umsetzen können.
Da war auch ein Risiko dabei, denn es war ein Paket, das wir in dieser Konstellation vorher nicht testen konnten. Dann sind wir damit nach Mugello gekommen – und es hat funktioniert. Wir sind in Mugello mit Miguel auf Platz 2 gefahren, in Barcelona haben wir gewonnen, auf dem Sachsenring haben wir Rang 2 erreicht, in Assen sind wir Vierte geworden.
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Dann ist es grundsätzlich so, dass alle aufatmen und meinen, das waren genau die richtigen Schritte. Bei solchen Ergebnissen zweifelst du nichts an. Wir sind danach in die Sommerpause gegangen und haben gesagt: 'Okay, wir haben jetzt gerade einen guten Schritt gemacht, lasst uns jetzt am Motorrad für das nächste Jahr arbeiten.' Wir konnten ja für 2021 nicht noch einmal ein komplettes Update bringen. In Wahrheit haben uns wahrscheinlich drei Strecken in bisschen über den Charakter des Motorrads getäuscht. Wir haben zwar in Assen vor der Sommerpause ein bisschen gemerkt, dass es schon schwieriger war als in Mugello, Barcelona und auf dem Sachsenring. Aber dass es im Prinzip nach der Sommerpause bei jedem Rennen ein bisschen mühseliger werden würde, damit haben wir nicht gerechnet. In Spielberg sind wir zwar zwei sehr gute Rennen gefahren. Aber die Stärken, die wir vorher gehabt haben, zum Beispiel den Kurvenspeed, die haben wir verloren.
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Brad Binder hat zwar den zweiten Spielberg-GP gewonnen. Aber ohne Regenguss wäre er mit den Slicks wohl auf Platz 6 gelandet. Ja, aber es ist ja nicht so, dass ein sechster Platz in der MotoGP ein schlechtes Ergebnis wäre. Und im Steiermark-GP war er Vierter. Aber man hat trotzdem gemerkt: Aha, den Extra-Effekt haben wir nicht mehr. Wir waren 2020 in Spielberg sehr konkurrenzfähig. Durch die Verbesserungen, die sich in Mugello 2021 so gut bewährt haben, haben wir gemeint: Jetzt muss Spielberg in diesem Jahr noch besser werden.
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Aber Spielberg war in diesem Jahr der erste Moment, an dem wir aufgewacht sind und gemerkt haben: Irgendwas hat’s. Es gab eine bestimmt Art von Kurven und eine Beschleunigungsphase, die unserem Motorrad nicht taugt. Das hat auch bei den folgenden Strecken inklusive Misano voll zugeschlagen. Alles was wir vor einer Woche in Misano am Freitag und Samstag geändert haben, hat das Bike nur schlechter gemacht. Wir haben auch keine neuen Testteile mehr für das Rennwochenende mitgebracht. Denn Miguel war ein bisschen verloren und wir mussten ihm einen Anker an Bord geben. Ich kenne das als ehemalige Rennfahrer…
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Miguel hat vor drei Monaten in Catalunya mit diesem Motorrad ein Rennen gewonnen. Wir haben gesagt, wir nehmen jetzt das Barcelona-Bike für ihn, das kann ja inzwischen nicht unfahrbar sein. Wir haben also am Misano-Weekend mit ihm nichts getestet. Er hat das Motorrad genommen und ist gefahren. Schon in Aragón hat er so das Rennen bestritten. Mit Brad Binder haben für Aragón etwas verändert. Er hat dort ein super Rennen gezeigt und ist auf Platz 6 gelandet. Also haben wir gedacht: In Misano voll die Ruhe am Wochenende, wir müssen am Freitag dabei sein, dann folgen Set-up-Arbeiten. Wir haben uns aber ab Freitag im Strudel befunden…
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Man jammert eigentlich das ganze Jahr über zu wenig Grip am Hinterrad. In Misano hast du auf einmal hinten zu viel Grip und schiebst das Motorrad übers Vorderrad. Deshalb haben wir an den drei Tagen relativ viele Stürze gesehen. Nicht nur bei uns. Wir könnten jetzt einen langen Tech-Talk machen und besprechen, was wir seit Spielberg am Motorrad verändert haben. Fakt ist: Wir waren bei den letzten Rennen im August und September zu langsam. Beim Misano-Test am Dienstag und Mittwoch haben wir Fortschritte gesehen. Jetzt hoffen wir, dass sie sich auch auf den restlichen vier Pisten bewähren.
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