Andrea Dovizioso (35): 2022 die letzte MotoGP-Saison?

Von Nora Lantschner
Andrea Dovizioso auf seiner Yamaha in den Farben von WithU

Andrea Dovizioso auf seiner Yamaha in den Farben von WithU

Nach dem Rückzug von Valentino Rossi ist Andrea Dovizioso der älteste MotoGP-Fahrer der WM-Saison 2022. «Ich kann natürlich nicht glücklich darüber sein», räumt der WithU-Yamaha-Pilot ein. Er kann aber darüber lachen.

Am 23. März wird Andrea Dovizioso 36 Jahre alt. Er geht damit als ältester MotoGP-Fahrer im Grid in sein 20. Jahr in der Motorrad-WM – abzüglich seines halben Sabbatjahres in der Vorsaison, als er nur die letzten fünf Rennen auf der sogenannten A-spec-Yamaha bestritt. 2022 wird der dreifache MotoGP-Vizeweltmeister dagegen mit einer aktuellen Werksmaschine ausgestattet.

«20 Jahre sind viel – und viel Erfahrung», weiß der 24-fache GP-Sieger. «Das ist auf einer Seite gut, weil man dadurch Fehler vermeidet. Du weißt schon, woran du arbeiten willst, abhängig von deiner Erfahrung und deinen Eigenschaften. Auf der anderen Seite kann dich die Erfahrung aber auch beeinflussen, weil in 20 Jahren viele Dinge passiert sind. Manchmal ist das nicht gut. Man muss also geschickt darin sein, diese zwei Aspekte zu kombinieren. Ich glaube aber, die positive Seite überwiegt», unterstrich Dovizioso.

«Ich kann aber natürlich nicht glücklich darüber sein, dass ich der Älteste im Feld bin. Das ist nicht positiv», räumte «Dovi» lachend ein. «Aber wenn ich in diesem Alter noch hier bin, bedeutet es, dass ich in meiner Karriere auf die richtige Weise gearbeitet habe und dass die Leute, die mit mir gearbeitet haben, mir sehr geholfen haben, mich konstant zu verbessern. Dafür kann ich ihnen gar nicht genug danken. Und darauf kann ich stolz sein.»

Machte sich Dovi auch schon Gedanken darüber, wie es für ihn nach 2022 weitergehen soll? «Das Vorjahr war ein merkwürdiges Jahr und diese Saison wird auch merkwürdig, weil ich keinen Plan habe», entgegnete der Italiener. «Das ist die Wahrheit. Es ist nicht so, dass ich nicht darüber reden will. Ich lebe diese Saison, als wäre es meine letzte. Denn ich weiß nicht, was danach passieren wird. Alles hängt immer von den Ergebnissen ab, das ist klar. Wenn die Ergebnisse sehr gut sind, wird es auch kein Problem sein. Sind sie nicht so gut, ist es eben das, was es ist.»

«Ich bin in der Hinsicht sehr entspannt», bekräftigte Andrea. «Ich nehme es wirklich so, als wäre es meine letzte Saison, aber nicht etwa, weil sich dadurch meine Herangehensweise verändert. Das ist nichts, was man sich aussuchen kann. Ich bin aber total entspannt. Ich habe keinen Vertrag für das nächste Jahr, ich will im Moment aber auch keinen Vertrag für das nächste Jahr, weil ich noch nicht weiß, was ich tun möchte. Sicherlich hängt alles mit den Ergebnissen zusammen. Denn wenn du schnell bist, genießt du es. Bist du nicht schnell, ist es auch kein Genuss – besonders in diesem Moment meiner Karriere. Daher bin ich in der Hinsicht total locker.»

Bei diesen Ausführungen konnte sich ein italienischer Kollege in der Online-Presserunde eine kleine Provokation nicht verkneifen: Andrea Dovizioso übernimmt von Valentino Rossi den Staffelstab des Ältesten im Feld. Wird der 35-Jährige stärker sein als sein 42-jähriger Vorgänger? «Das wäre das Ziel», erwiderte der WithU-Yamaha-Fahrer.

Also wären Vales letztjährige Ergebnisse eine Enttäuschung? Dovi löste es diplomatisch. «Das hat er ja auch selbst gesagt. Wenn du mit den Platzierungen hinten liegst, wenn du das Motorrad nicht nutzen und nicht so pushen kannst, wie du es in der Vergangenheit getan hast, macht es keine Freude. So will man nicht weitermachen. Ich will diese Situation auch nicht erleben. Wenn ich hier bin, muss ich versuchen mich zu verbessern und so weit wie möglich vorne zu sein. Nur dann macht die MotoGP Spaß. Es hängt zu sehr von den Ergebnissen ab. Du kannst die MotoGP nicht genießen, nur weil du ein besonderes Motorrad mit besonderen Bremsen und besonderen Reifen fährst. Nur wenn du vorne bist, geht es dir gut. Da hinten geht es einem nicht gut.»

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