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MotoGPKolumne

Was die MotoGP-Wintertests alles (nicht) aussagen

Die Tests in Sepang und Mandalika sind geschlagen, in gut zwei Wochen werden die ersten WM-Punkte der MotoGP-Saison 2022 in Katar vergeben. Eine Standortbestimmung von SPEEDWEEK.com-Kolumnist Michael Scott.

Im Artikel erwähnt



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Honda-Star Marc Márquez zwischen der GP22 von Miller (links) und der GP21 von Bastianini (rechts)
Honda-Star Marc Márquez zwischen der GP22 von Miller (links) und der GP21 von Bastianini (rechts)
Foto: motogp.com
Honda-Star Marc Márquez zwischen der GP22 von Miller (links) und der GP21 von Bastianini (rechts)
© motogp.com

Es geht wieder los… Die Wintertests hat die MotoGP bereits absolviert. Zuerst in Sepang, um den Blutkreislauf wieder in Schwung zu bringen – und die Pace, mit inoffiziellen All-Time-Bestzeiten, die von einigen überraschenden Fahrern aufgestellt wurden. Zunächst von Aleix Espargaró auf der Aprilia, der Hersteller aus Noale setzt den Aufwärtstrend offensichtlich fort. Dann war es Enea Bastianini, der dem neuen MotoGP-Projekt von Gresini einen Einstand nach Maß bescherte.

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Weiter ging es auf dem schnellen, neuen Rundkurs von Mandalika in Indonesien, wo die Fahrer allerdings zuerst noch gegen eine dicke Schmutzschicht auf der Strecke ankämpfen mussten.

Was sagen Tests wirklich aus? Naja, alles und nichts. Es sind nur Tests, keine Events mit einem aussagekräftigen Endergebnis. Um nur ein Beispiel zu nennen: Die finalen Zeitenjagden in Sepang verhinderte ein Regenschauer in der letzten halben Teststunde. Die Pläne der Fahrer, die ihre ‚time attack‘ für den späten Nachmittag vorgesehen hatten, wurden durchkreuzt. Darunter Titelverteidiger Fabio Quartararo, der zwei frische Soft-Reifen für einen furiosen Schluss aufgeboben hatte.

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Die ganze Aufregung um die "schnellsten je in Sepang gefahrenen Runden" war auch nicht wirklich gerechtfertigt. Denn der offizielle All-Time-Record von Quartararo (1:58,303 min) geht auf die Pole-Runde von 2019 zurück. 2020 und 2021 fiel der Grand Prix in Malaysia jeweils Corona-bedingt aus. Es war also zu erwarten, dass fast drei Jahre technischer Fortschritt zu einer Steigerung führen würden.

Bastianinis Bestzeit an sich ist mit Wenn und Aber zu versehen. Klar, der Moto2-Weltmeister von 2020 hat sein Talent auf dem MotoGP-Bike mit zwei Podestplätzen in der Rookie-Saison – noch dazu auf einer alten GP19 im privaten Avintia Team – bereits unter Beweis gestellt. Auch in diesem Jahr ist er noch nicht auf der obersten Stufe des Herstellers aus Borgo Panigale angekommen. Bei Gresini Racing sitzt er auf einem Vorjahres-Bike, wenn auch mit kleinen Updates.

Diese Tatsache kann bei den frühen Testfahrten jedoch als Vorteil gewertet werden. Die GP21 ist bereits bewährt und voll ausgereift, währen die Konkurrenz auf den 2022er-Prototypen noch nach dem richtigen Set-up suchen musste. Die Fahrer auf den Factory-Ducati etwa waren schwer damit beschäftigt, die Elektronik an den neuen, verbesserten Motor anzupassen.

Schlussfolgerungen auf Lombok mussten ebenso mit Vorbehalt gezogen werden, gab es auf dem erst 2021 fertiggestellten Mandalika Street Circuit doch keine echten Vergleichswerte, die für die MotoGP-Klasse herangezogen werden konnten.

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Warum Rundenzeiten dennoch wichtig sind

Die Zahlen haben aber sehr wohl eine Bedeutung. Besonders auffallend war, wie eng das gesamte Feld beisammen lag. In Sepang blieben die Top-6 allesamt unter der All-Time-Bestzeit von 2019. Die Top-13 lagen innerhalb einer halben Sekunde – auf einer Strecke, die 5,543 km lang ist. Den dreitägigen Mandalika-Test beendeten dann sogar 21 Fahrer in nur 0,855 Sekunden!

Die Tendenz in der MotoGP-Klasse geht schon länger hin zu einer unglaublichen Leistungsdichte. Die natürliche Folge eines Reglements, das nicht nur Einheitsreifen und Einheits-ECU vorschreibt, sondern auch die Anzahl und Bohrung der Zylinder einschränkt. Kein Wunder, dass sich die Bike-Performance kaum noch unterscheidet. In vielen wichtigen Aspekten sind sie alle identisch.

Die Abstände sind 2022 noch einmal ein bisschen geringer, Aprilia verzeichnete erhebliche Fortschritte und Honda steigerte sich nach zwei schwierigen Jahren ebenfalls deutlich.

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Die Motorräder liegen sehr eng beisammen, aber warum gilt dasselbe für die Fahrer?

Das ist eine andere Sache, die von derselben Vereinfachung herrührt. Viele Beobachter glauben, dass sich die MotoGP-Bikes heutzutage zu einfach fahren lassen, dank limitierter technischer Variablen und moderner Technologie. Daher die starken Rookies, die den erfahrenen Piloten schnell auf die Füße treten können.

Die "zu einfach"-Kommentare kommen nicht zuletzt von einer Reihe ehemaliger GP-Fahrer, die sich auf den lebhaften 500-ccm-Maschinen noch die Zähne ausbissen (und oft auch die Arme und Beine brachen). Sie trennten wirklich die Spreu vom Weizen, in einem oft schmerzhaften Prozess.

Nun ja, das ist der Fortschritt. Vielleicht sollten wir alle dankbar sein, dass die MotoGP-Maschinen noch über keine Software verfügen, die die Spur selbstständig hält oder automatisch bremst, um den Sicherheitsabstand zwischen den Motorrädern zu gewährleisten.

Das Paradoxe daran: Während einfacher zu bändigende MotoGP-Bikes die brutalen Highsider aus der Vergangenheit reduzieren, bringt das enge Racing andere Gefahren mit sich, die sich vor allem in den kleinen Klassen auf tragische Weise zeigten.

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Die üblichen Verdächtigen

Für die Fans ist die heutige MotoGP ein Fest. Und die Crème de la Crème, das ist bekannt, wird sich immer durchsetzen. Selbst wenn die Rundenzeiten so eng beisammen sind, liegen tendenziell dieselben Namen ganz vorne in den Top-3.

Die Favoriten für die bevorstehende Saison sind unter diesem Gesichtspunkt ziemlich klar: Bagnaia, Quartararo, Marc Márquez und Joan Mir (mit Außenseiterchancen für Martin und Miller).

Besteht für die vier heißen Anwärter angesichts ihrer Platzierungen bei den Testfahrten Anlass zur Sorge? Überhaupt nicht. Dafür reicht ein Blick auf die Abstände. Die jeweils anderen sollten ihnen mehr Kopfzerbrechen bereiten – und vor allem Márquez.

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Beim Comeback nach mehr als drei Monaten war Marc auf einer komplett überarbeiteten Honda RC213V, die noch lange nicht perfekt abgestimmt war, auf Anhieb voll im Geschäft. Trotz Defiziten in seiner körperlichen Vorbereitung. Und es ging gerade erst los.

Wer auch immer sich 2022 die MotoGP-Krone aufsetzen wird, muss vorher Marc Márquez schlagen.

Zeiten MotoGP-Test Mandalika (11.–13. Februar):

1. Pol Espargaró, Honda, 1:31,060 min

2. Fabio Quartararo, Yamaha, 1:31,074

3. Luca Marini, Ducati, 1:31,289

4. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:31,385

5. Franco Morbidelli, Yamaha, 1:31,416

6. Francesco Bagnaia, Ducati, 1:31,436

7. Alex Rins, Suzuki, 1:31,477

8. Maverick Viñales, Aprilia, 1:31,478

9. Marc Márquez, Honda, 1:31,481

10. Johann Zarco, Ducati, 1:31,488

11. Brad Binder, KTM, 1:31,574

12. Joan Mir, Suzuki, 1:31,586

13. Enea Bastianini, Ducati, 1:31,599

14. Alex Márquez, Honda, 1:31,603

15. Miguel Oliveira, KTM, 1:31,620

16. Jorge Martin, Ducati, 1:31,665

17. Takaaki Nakagami, Honda, 1:31,687

18. Jack Miller, Ducati, 1:31,870

19. Andrea Dovizioso, Yamaha, 1:31,890

20. Marco Bezzecchi, Ducati, 1:31,901

21. Fabio Di Giannantonio, Ducati, 1:31,915

22. Raúl Fernández, KTM, 1:32,401

23. Remy Gardner, KTM, 1:32,598

24. Darryn Binder, Yamaha, 1:33,049

Zeiten MotoGP-Test Sepang (5. und 6. Februar):

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1. Enea Bastianini, Ducati, 1:58,131 min

2. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:58,157

3. Jorge Martin, Ducati, 1:58,243

4. Alex Rins, Suzuki, 1:58,261

5. Maverick Viñales, Aprilia, 1:58,261

6. Francesco Bagnaia, Ducati, 1:58,265

7. Fabio Quartararo, Yamaha, 1:58,313

8. Marc Márquez, Honda, 1:58,332

9. Johann Zarco, Ducati, 1:58,413

10. Pol Espargaró, Honda, 1:58,420

11. Luca Marini, Ducati, 1:58,430

12. Joan Mir, Suzuki, 1:58,529

13. Takaaki Nakagami, Honda, 1:58,607

14. Jack Miller, Ducati, 1:58,645

15. Miguel Oliveira, KTM, 1:58,701

16. Marco Bezzecchi, Ducati, 1:58,710

17. Alex Márquez, Honda, 1:58,800

18. Brad Binder, KTM, 1:59,016

19. Raúl Fernández, KTM, 1:59,180

20. Fabio Di Giannantonio, Ducati, 1:59,197

21. Cal Crutchlow*, Yamaha, 1:59,262

22. Andrea Dovizioso, Yamaha, 1:59,284

23. Remy Gardner, KTM, 1:59,348

24. Franco Morbidelli, Yamaha, 1:59,365

25. Darryn Binder, Yamaha, 1:59,857

26. Sylvain Guintoli*, Suzuki, 1:59,996

27. Lorenzo Savadori*, Aprilia, 2:04,385

28. Takuya Tsuda*, Suzuki, 2:05,678

* = Testfahrer

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1

Jorge Martin

Aprilia Racing

208

2

Ai Ogura

Trackhouse MotoGP Team

194

3

Marc Márquez

Ducati Lenovo Team

190

4

Marco Bezzecchi

Aprilia Racing

186

5

Fabio Di Giannantonio

Pertamina Enduro VR46 Racing Team

184

6

Raúl Fernández

Trackhouse MotoGP Team

159

7

Pedro Acosta

Red Bull KTM Factory Racing

148

8

Francesco Bagnaia

Ducati Lenovo Team

143

9

Alex Márquez

BK8 Gresini Racing MotoGP

87

10

Luca Marini

Honda HRC Castrol

79

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    TT Assen

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    26.–28.06.2026
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