Jorge Martin (Ducati): 2022er-Motor das Problem?

Von Nora Lantschner
Jorge Martin mit Crew-Chief Daniele Romagnoli (links)

Jorge Martin mit Crew-Chief Daniele Romagnoli (links)

Jorge Martin wird sich Anfang Juni einer Operation unterziehen, er kämpft in dieser MotoGP-Saison aber nicht nur mit körperlichen Problemen. «Wir haben noch keine gute Basis gefunden», klagte das Pramac-Ass.

«Heute war es ein bisschen schwierig, weil ich zum ersten Mal mit dem MotoGP-Bike hier gefahren bin», berichtete Jorge Martin nach Platz 11 am ersten Trainingstag in Mugello. «Das war nicht einfach, ich war aber gar nicht so weit weg, nur in einem Sektor verlor ich rund sechs Zehntel. Am Nachmittag habe ich meinen Fahrstil und die Linienwahl deutlich verbessert, ich kann aber überhaupt kein gutes Gefühl finden – Front oder Heck, es ist ein Desaster. In jeder Runde stürze ich fast, auch mit frischen Reifen», klagte der 24-jährige Spanier, der in den ersten sieben Rennen der Saison fünf Mal stürzte.

Martins Grundproblem auf der GP22: «Wir haben noch keine gute Basis gefunden, mit der wir überall fahren können. In jeder Session verändern wir das Motorrad. Mit diesem neuen Bike und dem neuen Motor habe ich Schwierigkeiten mit dem Hinterradgrip. Wir versuchen Grip zu finden, dann verliere ich aber anderswo. Es war für uns bisher eine schwierige Saison, wir müssen aber einfach weiterarbeiten. Wir müssen eine Lösung finden. Finden wir die, werden wir schnell sein.»

«Ich habe das Gefühl, dass ich viel schneller sein kann», bekräftigte der Pramac-Ducati-Pilot. «Ich habe das Gefühl, dass ich schneller einlenken kann. Ich fühle mich aber sehr eingeschränkt – ich weiß nicht, ob es an den Reifen oder am Motorrad liegt, aber wenn ich schneller fahre, stürze ich. Ich will mich auch nicht verletzen, weil ich schon viel durchgemacht habe. Ich muss einfach warten, bis wir eine Basis finden, mit der mir die Dinge leichter fallen. Ich versuche es im Moment zu hart. Es ist nicht schön, wenn man in jeder Kurve stürzt.»

«Bei jedem Rennen war das Motorrad in diesem Jahr komplett anders. Auch wenn ich vier Mal in der ersten Reihe stand und einmal auf dem Podium – das ist nicht das, wo wir sein sollten. Heute war ich Elfter, habe auf der einen Runde aber viel riskiert, weil das Feeling fehlt. Wenn ich das Gefühl habe, geht es mir leichter von der Hand. Ich hoffe, dass es bald so sein wird.»

Zeigt Ducati Verständnis für die Probleme des jungen Pramac-Stars? «Wir haben mit diesem Motor große Schwierigkeiten mit dem Grip. Wir versuchen Grip zu finden und verlieren in einem anderen Bereich. Dann suchen wir das Front-Feeling und verlieren an Grip… Es ist für uns sehr schwierig, eine Basis zu finden. Manchmal probieren wir Peccos Weg, manchmal den von Jack, am Ende ist es aber ein anderes Bike. Wir sind in der Hinsicht ein bisschen allein. Wir müssen einfach abwarten. Ich hoffe, dass sie das verstehen. Mit Sicherheit werden sie uns helfen. Vier unterschiedliche Spezifikationen im Grid sind aber auch für sie nicht einfach. Wir müssen einfach arbeiten, das ist der einzige Weg», unterstrich der Spielberg-1-Sieger des Vorjahres.

War also die «hybride» Motorenspezifikation der Ducati-Lenovo-Werksfahrer die bessere Option? «Ich kann das nicht sagen, weil ich die nicht getestet habe», entgegnete der Prima-Pramac-Fahrer. Er machte aber sehr wohl deutlich: «Mit dem 2022er-Motor, den wir verwenden, fühlte ich mich aber vom ersten Tag an nicht gut – und ich habe damit noch immer Mühe.»

Dazu kommen körperliche Einschränkungen: Bei Martin trat in Le Mans das aus dem Vorjahr bekannte Problem mit einem Nerv in seinem rechten Arm auf, was zu Taubheitsgefühlen an der Hand führt. Deshalb wird er sich nach dem Catalunya-GP operieren lassen.

Immerhin: Am Freitag hatte der der Moto3-Weltmeister von 2018 auf der körperlich anspruchsvollen Highspeed-Strecke in Mugello keine Beschwerden. «Heute war es perfekt. Ich ließ in der vergangenen Woche ein paar Behandlungen durchführen, ich ruhte mich aus und war auch bei vielen Ärzten. Deshalb kamen wir auch zum Entschluss, dass die Lösung eine OP nach Barcelona ist. Jetzt wäre es zu knapp geworden, ich hätte hier das Rennen nicht fahren können. Für den Moment ist es okay.»

Auf die OP-Pläne hat das aber keine Auswirkung. «Ich habe ein Problem mit dem Nerv, der wie blockiert ist. Es funktioniert jetzt gut wegen der entzündungshemmenden Behandlungen. Es wird aber mit Sicherheit wieder auftreten, deshalb werde ich mich zu 100 Prozent operieren lassen. Ich weiß noch nicht, ob der Eingriff am Montag oder Dienstag [nach dem Cataluyna-GP] angesetzt wird, denn wir hätten ja den Montag-Test. Vielleicht lasse ich den aber aus, das weiß ich noch nicht. Fakt ist: Ich werde mich zu 100 Prozent operieren lassen, damit ich für die Zukunft bei 100 Prozent bin», bekräftigte Martin.

MotoGP, Mugello, kombinierte Zeiten nach FP2 (27. Mai):

1. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:45,891 min
2. Bagnaia, Ducati, + 0,049 sec
3. Miller, Ducati, + 0,422
4. Zarco, Ducati, + 0,458
5. Marini, Ducati, + 0,471
6. Bastianini, Ducati, + 0,504
7. Brad Binder, KTM, + 0,548
8. Bezzecchi, Ducati, + 0,582
9. Quartararo, Yamaha, + 0,628
10. Pol Espargaró, Honda, + 0,727
11. Martin, Ducati, + 0,738
12. Marc Márquez, Honda, + 0,767
13. Nakagami, Honda, + 0,711
14. Rins, Suzuki, + 0,772
15. Oliveira, KTM, + 0,927
16. Di Giannantonio, Ducati, + 1,024
17. Viñales, Aprilia, + 1,162
18. Alex Márquez, Honda, + 1,260
19. Mir, Suzuki, + 1,378
20. Pirro, Ducati, + 1,541
21. Morbidelli, Yamaha, + 1,577
22. Dovizioso, Yamaha, + 1,692
23. Gardner, KTM, + 1,793
24. Darryn Binder, Yamaha, + 1,796
25. Raúl Fernández, KTM, + 2,107
26. Savadori, Aprilia, + 2,197

MotoGP, Mugello, FP2:

1. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:45,891 min
2. Bagnaia, Ducati, + 0,049 sec
3. Miller, Ducati, + 0,422
4. Zarco, Ducati, + 0,458
5. Marini, Ducati, + 0,471
6. Bastianini, Ducati, + 0,504
7. Brad Binder, KTM, + 0,548
8. Bezzecchi, Ducati, + 0,582
9. Quartararo, Yamaha, + 0,628
10. Pol Espargaró, Honda, + 0,727
11. Martin, Ducati, + 0,738
12. Marc Márquez, Honda, + 0,767
13. Rins, Suzuki, + 0,772
14. Oliveira, KTM, + 0,927
15. Nakagami, + 0,961
16. Di Giannantonio, Ducati, + 1,024
17. Viñales, Aprilia, + 1,162
18. Alex Márquez, Honda, + 1,260
19. Mir, Suzuki, + 1,378
20. Morbidelli, Yamaha, + 1,577
21. Dovizioso, Yamaha, + 1,692
22. Gardner, KTM, + 1,793
23. Darryn Binder, Yamaha, + 1,796
24. Pirro, Ducati, + 1,835
25. Raúl Fernández, KTM, + 2,107
26. Savadori, Aprilia, + 2,197

MotoGP, Mugello, FP1:

1. Nakagami, Honda, 1:46,662 min
2. Aleix Espargaró, Aprilia, + 0,408 sec
3. Bagnaia, Ducati, + 0,408
4. Rins, Suzuki, + 0,409
5. Bastianini, Ducati, + 0,524
6. Viñales, Aprilia, + 0,529
7. Miller, Ducati, + 0,653
8. Pol Espargaró, Honda, + 0,705
9. Zarco, Ducati, + 0,705
10. Marini, Ducati, + 0,721
11. Quartararo, Yamaha, + 0,731
12. Pirro, Ducati, + 0,770
13. Alex Márquez, Honda, + 0,900
14. Bezzecchi, Ducati, + 0,922
15. Mir, Suzuki, + 0,996
16. Morbidelli, Yamaha, + 1,065
17. Brad Binder, KTM, + 1,084
18. Oliverira, KTM, + 1,158
19. Marc Márquez, Honda, + 1,213
20. Martin, Ducati, + 1,241
21. Dovizioso, Yamaha, + 1,416
22. Savadori, Aprilia, + 1,591
23. Di Giannantonio, Ducati, + 1,673
24. Darryn Binder, Yamaha, + 2,248
25. Raúl Fernández, KTM, + 2,249
26. Remy Gardner, KTM, + 2,298

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