Mugello FP3: Bagnaia vorne, Marc Márquez nur 21.

Von Nora Lantschner
Pecco Bagnaia mit Mugello-Spezial-Helm

Pecco Bagnaia mit Mugello-Spezial-Helm

Trotz eines schnellen Abflugs fuhr Ducati-Werksfahrer Pecco Bagnaia beim Heimrennen in Mugello Trainingsbestzeit. In den Top-7 liegen sechs Bikes aus Borgo Panigale und eine Aprilia.

Gleich zu Beginn des FP3 ging es ereignisreich zu: Die zwei Rookies Marco Bezzecchi und Fabio di Giannantonio verpassten vor der San Donato den Bremspunkt und fuhren geradewegs ins Kiesbett, wo der Mooney-VR46-Fahrer umkippte. Im Laufe der Session waren in der ersten Kurve noch mehr Ausritte zu sehen.

Jack Miller musste seine Werks-Ducati mit einem technischen Problem früh in Kurve 8 abstellen. Nach zehn Minuten stürzte dann sein Teamkollege Francesco «Pecco» Bagnaia in Kurve 12. Seine GP22 flog in die Airfences und wurde schwer beschädigt, der Vizeweltmeister von 2021 rappelte sich aber gleich wieder auf. Pramac-Jungstar Jorge Martin landete nach knapp 20 Minuten im Kiesbett von Kurve 10.

Als noch 25 Minuten auf der Uhr standen, ging Miller als Erster auf frischen Soft-Reifen auf Zeitenjagd, während Bagnaia in einer neuen Lederkombi (ohne «shoulder cam») in die Box zurückkehrte. Miller zeigte zwei Sektorbestzeiten, verlor im dritten Sektor aber zu viel und steigerte sich im Vergleich zu FP2 noch nicht.

Zur Erinnerung: Die Freitagsbestzeit von Aleix Espargaró war eine 1:45,891 min. Luca Marini, nach FP2 Fünfter, hatte sogar vermutet: «Ich glaube, dass wir alle unter 1:45,7 min fahren müssen, um ins Q2 einzuziehen.»

18 Minuten vor Schluss machte Aprilia-Werksfahrer Maverick Viñales einen ersten großen Sprung nach vorne: Er fand neun Zehntelsekunden und übernahm Platz 3 der kombinierten Zeitenliste. Fünf Minuten später schob sich Enea Bastianini auf der Gresini-Ducati im Frieden-Design auf den vorläufigen vierten Rang nach vorne.

Bagnaia setzte dann elf Minuten vor Schluss mit einer 1:45,393 min die neue Richtzeit. Damit lag er fast eine halbe Sekunde vor dem Rest des Feldes.

Der All-Time-Lap-Record von Fabio Quartararo rückte näher, der Yamaha-Star war im Vorjahr in 1:45,187 min auf die Pole-Position gefahren. In diesem Jahr scheint der Titelverteidiger und Mugello-Sieger von 2021 aber mehr Mühe zu haben. Nach einem heftigen Wackler an der Front zeigte er sich sichtlich frustriert.

Gresini-Rookie Di Giannantonio überraschte mit einem starken letzten Sektor und setzte sich sieben Minuten vor Schluss auf Platz 5. Bemerkenswert: Damit lagen zu diesem Zeitpunkt sieben Ducati-Piloten in den Top-10.

Dabei blieb es aber nicht: LCR-Honda-Pilot Takaaki Nakagami lag kurzzeitig sogar auf Platz 3, bis sich Marini 0,369 sec hinter Bagnaia auf Platz 2 einreihte. Sein VR46-Teamkollege Bezzecchi und das Pramac-Duo Zarco und Martin waren ebenfalls auf dem Vormarsch.

Einzig Aprilia-Speerspitze Aleix Espargaró sprengte als Zweiter am Ende die Ducati-Übermacht. Mit Pol Espargaró und Nakagami schafften zwei Honda den Sprung ins Q2, während Marc Márquez nur auf Platz 21 landete.

Quartararo ergatterte zwei Minuten vor Schluss das letzte Q2-Ticket, ehe es im Finish noch eine gelbe Flagge gab: Bastianini griff die Bestzeit an, er flog aber in der 15. und letzten Kurve ab.

Darryn Binder stürzte wenig später in derselben Kurve. Deshalb untersuchen die FIM MotoGP Stewards den Vorfall, weil nicht klar ist, ob die Gelbphase zu diesem Zeitpunkt schon aufgehoben war.

Einzig Red Bull-KTM-Werksfahrer Brad Binder gelang im Vergleich zum Freitag keine Steigerung, er wurde in der Folge von Rang 7 auf 18 durchgereicht. Noch mehr Plätze büßte Miller ein, nach der dritten FP2-Zeit findet er sich als 15. nach FP3 ebenfalls im Q1 (Beginn: 14.10 Uhr) wieder.

MotoGP, Mugello, kombinierte Zeiten nach FP3 (28. Mai):

1. Bagnaia, Ducati, 1:45,393
2. Aleix Espargaró, Aprilia, + 0,276
3. Marini, Ducati, + 0,369
4. Zarco, Ducati, + 0,347
5. Bezzecchi, Ducati, + 0,460
6. Bastianini, Ducati, + 0,467
7. Martin, Ducati, + 0,486
8. Pol Espargaró, Honda, + 0,487
9. Nakagami, Honda, + 0,606
10. Quartararo, Yamaha, + 0,639
11. Viñales, Aprilia, + 0,667
12. Rins, Suzuki, + 0,671
13. Di Giannantonio, Ducati, + 0,723
14. Oliveira, KTM, + 0,761
15. Miller, Ducati, + 0,776
16. Mir, Suzuki, + 0,944
17. Alex Márquez, Honda, + 0,970
18. Brad Binder, KTM, + 1,046
19. Morbidelli, Yamaha, + 1,090
20. Pirro, Ducati, + 1,164
21. Marc Márquez, Honda, + 1,184
22. Raúl Fernández, KTM, + 1,346
23. Gardner, KTM, + 1,546
24. Darryn Binder, Yamaha, + 1,570
25. Dovizioso, Yamaha, + 1,630
26. Savadori, Aprilia, + 1,653

MotoGP, FP3-Ergebnis:

1. Bagnaia, Ducati, 1:45,393
2. Aleix Espargaró, Aprilia, + 0,276
3. Marini, Ducati, + 0,369
4. Zarco, Ducati, + 0,347
5. Bezzecchi, Ducati, + 0,460
6. Bastianini, Ducati, + 0,467
7. Martin, Ducati, + 0,486
8. Pol Espargaró, Honda, + 0,487
9. Nakagami, Honda, + 0,606
10. Quartararo, Yamaha, + 0,639
11. Viñales, Aprilia, + 0,667
12. Rins, Suzuki, + 0,671
13. Di Giannantonio, Ducati, + 0,723
14. Oliveira, KTM, + 0,761
15. Miller, Ducati, + 0,776
16. Mir, Suzuki, + 0,944
17. Alex Márquez, Honda, + 0,970
18. Morbidelli, Yamaha, + 1,090
19. Brad Binder, KTM, + 1,107
20. Pirro, Ducati, + 1,164
21. Marc Márquez, Honda, + 1,184
22. Raúl Fernández, KTM, + 1,346
23. Gardner, KTM, + 1,546
24. Darryn Binder, Yamaha, + 1,570
25. Dovizioso, Yamaha, + 1,630
26. Savadori, Aprilia, + 1,653

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