Jack Miller zu KTM: Ist der Deal schon besiegelt?

Von Günther Wiesinger
Jack Miller: Kehrt er Ducati nach 5 Jahren den Rücken zu?

Jack Miller: Kehrt er Ducati nach 5 Jahren den Rücken zu?

Bei KTM zeichnet sich ab, dass 2023 Brad Binder und Jack Miller das Red Bull-Werksteam bilden und Miguel Oliveira bei Tech3 fahren wird. Pit Beirer verriet, was für eine Verpflichtung des Australiers spricht.

KTM hat bisher nicht offiziell bestätigt, in welcher Formation das Werk 2023 in der MotoGP-Weltmeisterschaft auftreten wird. Bei Red Bull-KTM fahren in dieser Saison Brad Binder und Miguel Oliveira, beim KTM Tech3 Factory Racing-Team sind Moto2-Weltmeister Remy Gardner und Raúl Fernández unter Vertrag, der letztes Jahr acht Moto2-Rennen gewonnen und die WM als Gesamtzweiter beendet hat.

Nach den jüngsten Recherchen von SPEEDWEEK.com zeichnete sich für 2023 bei Red Bull-KTM eine Fahrerpaarung mit Brad Binder und Jack Miller ab, während der vierfache MotoGP-Sieger Miguel Oliveira ins Tech3-Team von Hervé Poncharal zurückkehren soll. Ob dort Gardner oder Fernández als sein Teamgefährte bleiben, ist offen. Die bisherigen Ergebnisse sprechen eher für Gardner. Aber zuerst muss die Gesprächsbasis zwischen KTM-Motorsport-Direktor Pit Beirer und Gardner-Manager Paco Sanchez wiederhergestellt werden.

Am Freitag gab es etliche Gespräche von Gardner mit Technikchef Fabio Sterlacchini und Technical Coordinator Esteban Garcia. Eventuell muss auch ein neuer Crew-Chief für Gardner gesucht werden, denn das Verhältnis mit Alex Merhand ist belastet, behauptet Paco Sanchez.

Pit Beirer räumte vor einigen Tagen ein, KTM verhandle mit Jack Miller, Alex Rins und Pol Espargaró, er wollte aber in Mugello heute auf Nachfrage von SPEEDWEEK.com nicht bestätigen, dass der Deal mit Miller bereits unter Dach und Fach sei. Ein klares Dementi liess sich der 250-ccm-Motocross-Vizeweltmeister von 1999 allerdings auch nicht entlocken.

Ducati möchte zwar Miller gern weiter auf der Desmosedici sehen, doch das Lenovo-Werksteam werden künftig Bagnaia und Bastianini bilden. Im Pramac-Ducati-Team hätte Miller, der 2014 auf der Red Bull-KTM im Ajo-Team mit sieben GP-Siegen Moto3-Vizeweltmeister wurde, eine empfindliche Gagenkürzung hinnehmen müssen. Und Teambesitzer Aki Ajo ist seit damals Jacks persönlicher Manager.

«Für Jack Miller spricht, dass er im Vorjahr Vierter in der WM war und jetzt vor Bagnaia an fünfter Stelle liegt», stellte Beirer fest. «Wir haben gute Gespräche mit Jack Miller, wir reden aber auch mit Pol und weiterhin mit Miguel. Es wäre jetzt zu früh, etwas zu verkünden. Alle erwähnten Fahrer haben etwas ganz Spezielles, was uns reizt. Pol hat bei uns das MotoGP-Projekt von 2017 bis 2020 ganz stark mitgeprägt. Mit seiner Hilfe sind wir dorthin gekommen, wo wir sind. Gleichzeitig haben wir mit Miguel einen vierfachen GP-Sieger. Er hat mit KTM noch eine Rechnung offen. Als das Motorrad siegfähig geworden ist, hat er uns zu einem anderen Hersteller verlassen; dort ist er seinem Jugendtraum nachgegangen. Inzwischen hat er bemerkt, dass dort auch nicht alles einfacher ist als bei uns. Miller hat drei MotoGP-Rennen gewonnen. Jeder dieser Kandidaten hat ganz aussergewöhnliche Fähigkeiten. Wir müssen jetzt schauen, wer am besten zu uns passt.»

Es deutet jedoch bei KTM sehr viel darauf hin, dass Binder und Miller 2023 das Red-Bull-Duo bilden werden und Oliveira überredet wird, bei Tech3 künftig die Richtung vorzugehen. Er hat in diesem Rennstall 2020 bereits die MotoGP-Rennen in Spielberg und Portimão gewonnen. «Ja, dass Miguel zu Tech3 geht, das ist eine unserer Optionen», bestätigte Beirer heute. «Aber nur, wenn Miguel auch überzeugt ist, dass es die richtige Entscheidung ist. Momentan ist das Spiel noch offen. Nur der Platz von Brad Binder im Red Bull-Team ist fixiert. Über alles andere wird momentan intensiv diskutiert.»

Was Gardner und Fernández betrifft, so wird voraussichtlich erst nach vier weiteren Rennen Ende Juni oder im Juli eine Entscheidung getroffen.

Pol Espargaró bekam bei Honda zu hören, man wolle einen jüngeren Fahrer engagieren, das wird aller Voraussicht nach Joan Mir sein. Deshalb hofft der Moto2-Weltmeister von 2013 auf eine Rückkehr zu Red Bull-KTM.

«Wir sind heute in Mugello im FP3 mit Miguel Oliveira nur eine Zehntelsekunde hinter Weltmeister und WM-Leader Fabio Quartararo gewesen», stellte Pit Beirer fest. «Wir mussten am Freitag mit der neuen Aerodynamik erst wieder die richtige Suspension-Set-up finden. Trotzdem war Brad Binder nach dem FP2 am Freitag an siebter Stelle und auf Platz 2 in der Top-Speed-Wertung. Trotzdem wissen wir, dass wir das Motorrad verbessern müssen. Ducati macht es ja vor. Sie haben ein Bike, mit dem nicht nur die Routiniers, sondern auch die Rookies Topleistungen bringen können.»


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