Sachsenring: Zarco gewinnt Rennen vorm Rennen

Von Thorsten Horn
Der Pre-Event zum nun unmittelbar bevorstehenden Liqui Moly Motorrad Grand Prix Deutschland dürfte nach dem Geschmack der eingeladenen Fahrer gewesen sein. Sie durften sich mit E-Bikes austoben.

Der Pre-Event zur deutschen WM-Runde war kein Allerwelt-PR-Termin, sondern bot den Rennfahrern genau das, was sie lieben – schlicht und einfach «real racing». Im vorigen Jahr schaffte der ADAC Sachsen zehn Thundervolt-E-Pitbikes mit einer Maximalleistung von acht Kilowattstunden bei einem Fahrzeuggewicht von 85 Kilogramm an und brachte so den ADAC Sachsen Motobike E Cup auf den Weg.

Auf eben diese emissionslosen Untersätze wurden am heutigen Donnerstag der MotoGP-Pilot Johann Zarco (Prima Pramac Racing), Marcel Schrötter und Jeremy Alcoba (beide Liqui Moly Intact GP) aus der Moto2 sowie der Moto3-Tabellenleader Sergio García (Valresa GASGAS Aspar Team) sowie dessen Klassenkameraden Tatsuki Suzuki (Leopard Racing) und David Munoz (BOE Motorsports) gesetzt, damit sie nach Herzenslust elektrisch angasen konnten.

Das «Rennen vor dem Rennen» ging in der 2019 in Mülsen (20 Kilometer westlich vom Sachsenring entfernt) errichteten Kart-und Mini-Bike-Anlage namens Arena E über die Bühne. Nach einem fünfminütigen Training gewann David Munoz das Rennen über sechs Runden mit eineinhalb Sekunden Vorsprung vor Johan Zarco und dem eine weitere Sekunde nachfolgenden Marcel Schrötter.

Im anschließenden (Verbrenner-)Kartrennen der Vollgas-Tiere setzte sich Johann Zarco durch und verwies Jeremy Alcoba und Sergio Garcia auf die Plätze. Der Franzose sagte anschließend: «Es war tatsächlich das erste Mal, dass ich ein E-Bike gefahren bin. Es hat viel Spaß gemacht mit diesem kleinen Bike auf der kleinen Strecke. Solche Aktionen machen immer Spaß. Für Trainingszwecke macht das aber für mich keinen Sinn, da brauche ich etwas mit einem richtigen Motor.»

Nach zwei imaginären und wenig fürs Kerngeschäft dienlichen Podestplätzen stellte sich natürlich die Frage, ob er sich auch für den Sonntag Podestchancen ausrechnet, zumal Ducati auf dem Sachsenring in den letzten Jahren nicht viel geholt hat. Das letzte Ducati-Podium auf der Berg- und Talbahn holte Andrea Dovizioso 2016 als Dritter. Dazu sagt Johann Zarco: «Es ist eine schöne Strecke und ich möchte gern ums Podium kämpfen. Wir haben viel verbessert in der letzten Zeit und ich weiß, dass wir ein Bike haben, das fürs Podium gut ist.»

Das Podium ist auch das Ziel von Marcel Schrötter, der zunächst aber vom besondern Pre-Event angetan war. Dazu meinte er: «Es gibt gewisse Pre-Events, die eher langweilig sind. Bei so etwas ist man dann aber sehr gern dabei. Wenn ein bisschen Action dabei ist, macht man das natürlich sehr gern. Die E-Bikes waren echt cool. Die ließen sich besser fahren, als sie ausschauen. Es hat echt Spaß gemacht, hätte zwar ein bisschen länger gehen können, war aber voll cool.»

Wer sich als Hobby-Rennfahrer mit ein paar Vorkenntnissen davon inspiriert fühlt, der hat in diesem Jahr zwei Chancen, mitzumachen – einmal am 31. Juli und/oder am 2. Oktober. Infos unter www.sachsen-motorsport.de/seriencups/mbec.

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