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Überhol-Problem? Carmelo Ezpeleta bleibt gelassen

In der ersten Hälfte der MotoGP-WM 2022 diskutierten Fahrer, Beobachter und Fans immer wieder über Aerodynamik und Devices, die das Überholen erschweren würden. Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta sieht keinen Handlungsbedarf.

MotoGP

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Nicht zuletzt die Fahrer brachten die Frage auf, ob die MotoGP-WM mit den vielen technischen und aerodynamischen Innovationen den falschen Weg beschreite. Kein geringerer als der achtfache Weltmeister Marc Márquez meinte: "Heute sind die Bikes in der MotoGP so ausgeglichen, dass du ein sehr aggressives Manöver starten musst, wenn du einen Gegner überholen willst – wirklich aggressiv. Denn mit den Holeshot-Systemen, durch die anderen Devices und mit der Aerodynamik ist das Überholen sehr mühsam geworden."

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Das trage nicht zum Spektakel für die Fans bei, mahnte der Repsol-Honda-Star: "Wir schaffen zwar dauernd bessere Rundenzeiten, aber ich weiß nicht, ob den Zuschauern der Weg gefällt, den wir gerade beschreiten. Man kann nicht demonstrieren, ob man eine halbe Sekunde schneller oder langsamer fahren kann. Die Zuschauer wollen aber Überholmanöver sehen." Das Problem: "Wenn der Vordermann keinen Fehler macht, hast du kaum eine Chance zum Überholen."

Die spanischen Kollegen von "AS" sprachen Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta auf das vermeintliche Überhol-Problem an. "Ich langweile mich nicht", hielt der langjährige MotoGP-Boss betont gelassen fest. "Sport ist Sport und die Umstände, die Menschen und der Druck führen dazu, dass manche Rennen unterhaltsam sind und andere nicht. Was man erreichen muss, ist, dass sie sehr ausgeglichen sind und dass der Beste gewinnt. Es ist schon lustig, denn es gibt Leute, die sich darüber beschweren, dass nicht immer nur ein Fahrer gewinnt, und wieder andere, die beklagen, dass immer derselbe gewinnt. Das macht nichts. Wir können daran nichts ändern."

Bei der Diskussion um die aerodynamischen Auswüchse und die verschiedenen Devices verweist Ezpeleta auf die bis Ende 2026 festgeschriebenen technischen Regularien. "Ich weiß nicht, ob sie das Überholen erschweren oder nicht, aber es ist jetzt so. Das sind technische Standards, die von den Herstellern für diese fünf Jahre genehmigt wurden und das war’s. Geändert werden können sie nur, wenn dem alle Hersteller zustimmen."

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Demnach sollten die MotoGP-Piloten mit ihren Arbeitgebern reden, wenn sie ein Überhol-Problem sehen, gab Ezpeleta zu verstehen. Der Dorna-CEO sieht in der besonders in dieser Saison zur Sprache gekommenen Entwicklung keinen Anlass zur Sorge. "Letztes Jahr waren die Regeln dieselben", schob er vielsagend nach.

Auf Seiten der Dorna habe man eine stabile Situation in der Weltmeisterschaft geschaffen, "in der viele Hersteller gewinnen und alle wettbewerbsfähig sind, mit einem Regelwerk, das wir in Übereinstimmung mit ihnen getroffen haben", bekräftigte Ezpeleta. Er sehe also kein Problem. "Nein. Was wir jetzt machen, ist das Regelwerk für 2027 vorzubereiten."

Dabei denke man unter anderem darüber nach, wie man künftig die Höchstgeschwindigkeiten reduzieren könne – speziell in den Kurven, verriet Ezpeleta.

Zum Thema Winglets sagte der Dorna-CEO: "Straßenmotorräder haben Flügel, sollten wir sie an den Renn-Bikes verbieten?"

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Auch nicht, wenn die vom Flügelwerk verursachten Turbulenzen das Überholen erschweren? Es gebe sehr wohl Überholmanöver, entgegnete Ezpeleta. "Es gibt vielleicht wenigere, aber es gibt sie. Das ist hier kein Zirkus. Wir machen das, was aus unserer Sicht und in Abstimmung mit den Herstellern getan werden muss. Es wird Hersteller geben, die die Flügel nicht befürworten. Beim nächsten Mal werden wir also sehen, wie wir es machen, aber für diesen Zeitraum wurden Regeln akzeptiert, bei denen sich alle einig waren, dass sie stabil sein sollten."

"Wir werden die Motorräder nicht verändern, damit es mehr Überholvorgänge gibt", stellte Ezpeleta klar.

MotoGP-Fahrer-WM nach 11 von 20 Grand Prix:

1. Quartararo 172 Punkte. 2. Aleix Espargaró 151. 3. Zarco 114. 4. Bagnaia 106. 5. Bastianini 105. 6. Brad Binder 93. 7. Miller 91. 8. Mir 77. 9. Rins 75. 10. Oliveira 71. 11. Martin 70. 12. Viñales 62. 13. Marc Márquez 60. 14. Bezzecchi 55. 15. Marini 52. 16. Nakagami 42. 17. Pol Espargaró 40. 18. Alex Márquez 27. 19. Morbidelli 25. 20. Di Giannantonio 18. 21. Darryn Binder 10. 22. Dovizioso 10. 23. Gardner 9. 24. Raúl Fernández 5.

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Konstrukteurs-WM:

1. Ducati 246 Punkte. 2. Yamaha 172. 3. Aprilia 155. 4. KTM 121. 5. Suzuki 101. 6. Honda 85.

Team-WM:

1. Aprilia Racing 213 Punkte. 2. Monster Energy Yamaha 197. 3. Ducati Lenovo Team 197. 4. Prima Pramac Racing 184. 5. Red Bull KTM Factory 164. 6. Suzuki Ecstar 152. 7. Gresini Racing 123. 8. Mooney VR46 Racing 107. 9 Repsol Honda 100. 10. LCR Honda 69. 11. WithU Yamaha RNF 20. 12. Tech3 KTM Factory 14.

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1

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2

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Aprilia Racing

127

3

Fabio Di Giannantonio

Pertamina Enduro VR46 Racing Team

84

4

Pedro Acosta

Red Bull KTM Factory Racing

83

5

Ai Ogura

Trackhouse MotoGP Team

67

6

Raúl Fernández

Trackhouse MotoGP Team

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Marc Márquez

Ducati Lenovo Team

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Alex Márquez

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Francesco Bagnaia

Ducati Lenovo Team

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