Igora Circuit verlängert, aber Russland-GP «No Go»

So präsentiert sich der Igora Drive Circuit nun

So präsentiert sich der Igora Drive Circuit nun

Der KymiRing ist längst nicht der einzige Austragungsort, der die ehrgeizigen MotoGP-Pläne begraben musste: Der Igora Drive Circuit wurde nun zwar ausgebaut, ein Russland-GP kommt aber mittelfristig nicht mehr in Frage.

An diesem Wochenende findet auf dem Igora Drive 54 km nördlich von St. Petersburg die dritte Runde der russischen Motorrad-Meisterschaft statt. Es ist die erste Veranstaltung mit der neuen Streckenkonfiguration. Erst am vergangenen Mittwoch fand die Neueröffnung statt, nachdem der Kurs um rund 900 m auf eine Gesamtlänge von insgesamt 5,183 km ausgebaut worden war.

Das Gelände soll nun technisch komplexer und interessanter sein, der Höhenunterschied pro Runde wurde von 17 auf 20,5 Meter erhöht. Außerdem wurden Sturzräume vergrößert, Bordsteine verlängert und die Ein- und Ausfahrt in die Boxengasse neu gestaltet.

«Die neue Konfiguration erfüllt alle Anforderungen der führenden russischen und internationalen Verbände», wird auf der Website des russischen Motorradverbands MFR mitgeteilt. Dabei wird speziell auf FIA und FIM verwiesen. Somit sei der Igora Drive nun auch bereit, Events der MotoGP- und Superbike-WM auszurichten, hieß es weiter.

Zwar stand der Igora Drive Circuit schon 2021 neben Portimão und Mandalika als Reserve-GP-Schauplatz im provisorischen Kalender der MotoGP-WM. Auch die Motocross-WM plante dort einen Event; ein Superbike-WM-Meeting und sogar die Formel 1 standen zur Debatte. Doch aufgrund des Ukraine-Krieges wird ein Russland-GP für lange Zeit ein «No Go» bleiben.

Die russische Rennstrecke wurde vom deutschen Unternehmen «Tilke Engineers & Architects» geplant und errichtet. Ex-Sportwagen-Rennfahrer Hermann Tilke hat bereits 21 Formel-1-Rennstrecken und 90 weitere Rennpisten und Teststrecken geplant und designt. Igora-Drive-Besucher kommen zur Ansicht, die Rennstrecke habe gewisse Ähnlichkeiten mit dem ebenfalls von Tilke gebauten MotorLand Aragón.

Der Motorsport-Komplex grenzt unmittelbar an ein großes Ferienressort und umfasst unter anderem eine Motocross-Piste, einen Rallycross-Kurs, einen SUV-Geländepark, ein Zentrum für Fahrsicherheitstrainings sowie eine Kartbahn.

Die Anlage hat rund 192 Millionen US-Dollar gekostet. Sie beinhaltet unterschiedliche Strecken-Varianten und verfügt auch über eine FIA-Grade-1-Homologation für die Formel 1. Einer der Hauptinvestoren ist Milliardär Yury Kovalchuk, Haupteigentümer der Rossiya Bank und enger Verbündeter des autokratischen Staatschefs Putin, der sich gern im Igora Ski Resort aufhält.

Franco Uncini, 500-ccm-Weltmeister 1982 auf Suzuki und jetzt FIM Safety Officer, hat die Strecke bereits vor zwei Jahren inspiziert. Ex-FIA-Präsident Jean Todt hat die Baustelle im Dezember 2018 besucht. Und da das Areal um die Formel-1-Piste in Sotschi in ein russisches Silicon Valley umgebaut werden soll, gab es Spekulationen, der Igora Drive Circuit werde ab 2023 Schauplatz des Formel-1-GP von Russland sein.

Doch nach dem Angriff der Russischen Föderation auf die Ukraine kommt Russland mittelfristig nicht mehr als Austragungsort von internationalen Sportevents in Frage. Die bisher vorhandene Infrastruktur in St. Petersburg hätte für die Bedürfnisse der Formel 1 sowieso nicht ausgereicht. In Sotschi wurde seit 2014 jedes Jahr ein Formel-1-GP ausgetragen.

Bei der Dorna existierten für 2021 bereits konkrete Pläne für einen Termin des Russland-GP auf dem Igora Circuit. Der russische WM-Lauf sollte zeitlich mit dem KymiRing-GP in Finnland kombiniert werden, von Helsinki hätte der GP-Tross per Schiff innerhalb von ein bis zwei Tagen nach St. Petersburg reisen können. Der KymiRing ist inzwischen auch kein Thema mehr für die Kalenderplanung, der finnischen Strecke droht die Insolvenz.

Die Superbike-WM ist zumindest 2012 und 2013 auf dem Moscow Raceway in Russland Erscheinung getreten.

Für den Motorrad-GP-Sport stand vor zehn Jahren sogar der «Crimea Circuit» auf der Insel Krim als Austragungsort zur Diskussion. Das Gresini-Team warb jahrelang für diese Rennstrecke. Aber dieses Thema hat sich durch die Annexion der Halbinsel Krim durch Russland 2014 längst erledigt.

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