Fabio Quartararo (1.): «Long-Lap nicht so schlimm»

Von Nora Lantschner
Fabio Quartararo: Zweiter Silverstone-Sieg trotz Penalty möglich?

Fabio Quartararo: Zweiter Silverstone-Sieg trotz Penalty möglich?

Fabio Quartararo will sich von der bevorstehenden Strafe nicht aus dem Konzept bringen lassen, was der Yamaha-Werksfahrer in Silverstone mit Freitagsbestzeit untermauerte. Gleichzeitig übte er die Extra-Schleife bereits.

Abgesehen von einem Problem an der Benzinpumpe in der Anfangsphase des FP1 begann die zweite Saisonhälfte für Fabio Quartararo am Freitag in Silverstone plangemäß – und mit Tagesbestzeit. Der Yamaha-Star räumte am Abend aber ein: «Es war hart. In den ersten paar Runden im FP1 war ich ein bisschen verloren, vor allem auf der Bremse. Ich erinnerte mich nicht mehr daran, wie hart diese Bikes bremsen. Ich konnte nach Assen wegen meiner Schulterverletzung auch kein Motorrad fahren, das war merkwürdig.»

Die Schulter bereitet dem WM-Leader nun aber keinerlei Beschwerden mehr, versicherte er. «Nein, nein», winkte er ab. «Aber ich konnte in Andorra nicht mehr als ein paar Tage Trial fahren.»

Die Beschwerden waren nicht das einzige Andenken, das der 23-jährige Franzose aus Assen mitnahm. Wegen dem missglückten Überholmanöver gegen Aleix Espargaró steht ihm am Sonntag ein Long-Lap-Penalty bevor. Quartararo übte den Umweg in Kurve 14 bereits fleißig, nämlich «jedes Mal, wenn ich eine gelbe Flagge erwischte oder eine Runde misslungen war – ich glaube, fünf oder sechs Mal waren es heute. Und ich fuhr auch schon am Donnerstag auf dem Rennrad durch.»

Wie fühlt sich die Schleife an? «Es ist eine Long-Lap – aber am Ende ist es nicht so schlimm. Natürlich verlierst du Zeit, weil du viel mehr Meter machst. Du musst aber nicht so präzise sein wie zum Beispiel in Barcelona, wo die Long-Lap wirklich lang ist. Man macht einfach nur viel mehr Meter – und verliert natürlich ziemlich viel Zeit. Ich glaube immer noch nicht, dass ich den Penalty verdient habe, aber wenn es den Stewards hilft, das richtige Maß für die Zukunft zu finden, dann mache ich es doch gerne.»

Der Zeitverlust für so einen Long-Lap-Penalty wird in Silverstone auf knappe 1,5 Sekunden geschätzt. Zur Erinnerung: 2021 gewann Quartararo den Britischen Grand Prix mit 2,6 Sekunden Vorsprung auf Alex Rins.

Kopfzerbrechen bereitet dem Vorjahressieger allerdings der Zeitpunkt für den unfreiwilligen Umweg: «Ich muss den Penalty zu Beginn des Rennens verbüßen – hoffentlich nicht ganz zu Beginn, denn ich glaube, es ist eine ziemlich gefährliche Stelle, um auf die Linie zurückzukehren. Natürlich ist es auch ein kleiner Vorteil für mich, aber es geht um die Sicherheit. Deshalb hoffe ich, dass sie es nicht gleich in der ersten Runde anzeigen.»

Denn sobald der Fahrer den Long-Lap-Penalty angezeigt bekommt, muss er die Strafe innerhalb von drei Runden absitzen.

Zu viel mit der Strategie beschäftigen will sich «El Diablo» im Vorfeld aber nicht. «Ich darf mich nicht verrückt machen lassen. Ich muss eine Long-Lap-Penalty machen und zwei Runden mehr oder weniger werden nichts ändern», gab er sich betont gelassen. «Ich bevorzuge, nicht groß darüber zu reden. Samstagnachmittag werden wir schauen, was die Strategie ist – aber es ist weniger eine Strategie. Ich weiß, dass ich maximal zwei Mal über Start-Ziel kommen darf, wenn ich Long-Lap angezeigt bekomme. Ich glaube, wir werden die Nachricht länger auf dem Dashboard einblenden, denn in Assen hatte es Franky [Morbidelli] nicht wirklich gesehen.»

Während im Fahrerlager bereits am Donnerstag viel über den Long-Lap-Penalty des Titelverteidigers diskutiert wurde, sorgte am Freitagnachmittag Ducati für ein neues Gesprächsthema: Jorge Martin und Enea Bastianini rückten mit neuen Flügelchen am Heck aus, die einige Beobachter an einen Drachen erinnern. «Es sieht lustig aus, ein bisschen wie bei Fast & Furious», musste Quartararo darauf angesprochen schmunzeln. «Aber wenn sie es anbringen, bin ich mir sicher, dass es funktioniert», fügte der Yamaha-Werksfahrer wieder ernst an.

MotoGP, kombinierte Zeiten nach FP2, Silverstone (5. August):

1. Quartararo, Yamaha, 1:58,946 min
2. Mir, Suzuki, + 0,154 sec
3. Viñales, Aprilia, + 0,177
4. Zarco, Ducati, + 0,188
5. Aleix Espargaró, Aprilia, + 0,207
6. Oliveira, KTM, + 0,217
7. Rins, Suzuki, + 0,300
8. Bastianini, Ducati, + 0,412
9. Miller, Ducati, + 0,418
10. Bezzecchi, Ducati, + 0,432
11. Bagnaia, Ducati, + 0,439
12. Marini, Ducati, + 0,450
13. Martin, Ducati, + 0,711
14. Alex Márquez, Honda, + 0,843
15. Bradl, Honda, + 0,855
16. Pol Espargaró, Honda, + 0,906
17. Di Giannantonio, Ducati, + 1,040
18. Nakagami, Honda, + 1,057
19. Dovizioso, Yamaha, + 1,097
20. Morbidelli, Yamaha, + 1,192
21. Brad Binder, KTM, + 1,198
22. Gardner, KTM, + 1,208
23. Darryn Binder, Yamaha, + 2,582
24. Raúl Fernández, KTM, + 2,632

MotoGP-Ergebnis FP1, Silverstone:

1. Zarco, Ducati, 1:59,893 min
2. Bagnaia, Ducati, + 0,027 sec
3. Rins, Suzuki, + 0,327
4. Quartararo, Yamaha, + 0,545
5. Nakagami, Honda, + 0,555
6. Aleix Espargaró, Aprilia, + 0,737
7. Viñales, Aprilia, + 0,906
8. Mir, Suzuki, + 0,950
9. Martin, Ducati, + 1,055
10. Brad Binder, KTM, + 1,101
11. Pol Espargaró, Honda, + 1,147
12. Miller, Ducati, + 1,162
13. Bezzecchi, Ducati, + 1,219
14. Oliveira, KTM, + 1,227
15. Alex Márquez, Honda, + 1,281
16. Bastianini, Ducati, + 1,326
17. Gardner, KTM, + 1,646
18. Raúl Fernández, KTM, + 1,685
19. Marini, Ducati, + 1,714
20. Dovizioso, Yamaha, + 1,855
21. Morbidelli, Yamaha, + 1,882
22. Bradl, Honda, + 2,169
23. Di Giannantonio, Ducati, + 2,286
24. Darryn Binder, Yamaha, + 2,672

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