Aleix Espargaró (6.): Früher hätten wir Party gemacht

Von Nora Lantschner
Aprilia-Werksfahrer Aleix Espargaró war mit Platz 6 in Misano zwar nicht glücklich, aber mit Blick auf die Gesamtsituation zufrieden – auch wenn Pecco Bagnaia in der MotoGP-WM vorbeizog.

«Ich will nicht opportunistisch klingen, aber ich habe von Anfang an gesagt, dass Austin und Misano die schwierigsten Strecken für uns sein werden», hielt Aleix Espargaró nach dem San Marino-GP fest. «In Amerika war es ein großes Desaster, in Österreich und Misano bin ich jetzt zweimal auf Platz 6 gelandet. Vor Assen hatte ich 32 Punkte Rückstand, jetzt sind es 33. Das ist nicht allzu schlecht, wir müssen es positiv sehen.»

Maverick Viñales mischte auf der RS-GP in Misano jedoch lange Zeit im Kampf um den Sieg mit und stand am Ende als Dritter auf dem Podest. «Ich hatte die Pace von Maverick nicht, er war sehr stark. Ich glaube aber, dass meine Rennpace recht konkurrenzfähig war. Zur Hälfte des Rennens war ich auf einem ähnlichen Level mit dem späteren Sieger. Ich bin nicht glücklich, aber ich bin zufrieden, denn diese Strecke ist für mich schwierig», fasste Espargaró zusammen.

Besonders in den Richtungswechseln sei Espargaró nicht so schnell wie sein Teamkollege. «Ich bewege den Körper nicht und bin nicht so schnell bei der Gewichtsverlagerung wie Maverick. Es ist nicht wirklich das Bike, es liegt mehr an mir. Ich muss mich verbessern. Spielberg und Misano sind für mich und die Aprilia zwei wirklich schwierige Strecken – und ich muss mich verbessern.»

Ging es im Rennen einmal mehr darum, den Luftdruck im Vorderreifen zu kontrollieren? «Nicht wirklich», winkte der 33-jährige Spanier ab. «Ich musste eher kontrollieren, nicht zu stürzen. Denn ich war das gesamte Rennen über am Limit. Ich habe Fabio vor mir gesehen, er hat ein paar Fehler gemacht. Ich habe bis zum letzten Moment daran geglaubt, dass ich noch an ihn herankommen könnte. Am Ende habe ich es aber nicht geschafft.»

In der WM-Tabelle zog der nun sechsfache Saisonsieger Pecco Bagnaia an Espargaró vorbei. Der konzentrierte sich aber auf das große Ganze: «Insgesamt betrachtet, wenn du auf den schwierigen Strecken auf Platz 6 ins Ziel kommst, dann ist das gut. Wir befinden uns im letzten Abschnitt der WM, ich liege nur 33 Punkte hinter dem Führenden. Das bedeutet, dass wir während des Jahres etwas Gutes geleistet haben. Wir müssen daran glauben.»

«Ich bin super happy, Österreich und Misano hinter mir zu haben – mit zwei sechsten Plätzen. Früher hätten wir bei Aprilia eine Party geschmissen, wenn ich Sechster geworden wäre. Es sind zwei sehr schwierige Strecken für mich. Ich unternahm große Anstrengungen und war super, super fokussiert. Von hier an wird der Weg leichter, wir kommen auf sehr gute Strecken, wo ich mit diesem Motorrad ein wirklich gutes Gefühl hatte. Ich freue mich darauf, das wird ein sehr schöner letzter WM-Abschnitt.»

Bagnaia ist seit vier Rennen ungeschlagen, das gelang noch keinem anderen Ducati-Piloten in der MotoGP-Geschichte. Bleibt aber WM-Leader Fabio Quartararo der Mann, den es zu schlagen gibt? Espargaró hat keinen Zweifel: «Er führt die Meisterschaft an, also gilt es ihn zu schlagen», bestätigte er kurz und knapp.

Ergebnisse MotoGP Misano/I (4. September)

1. Pecco Bagnaia (I), Ducati, 27 Runden in 41:43,199 min
2. Enea Bastianini (I), Ducati, +0,034 sec
3. Maverick Viñales (E), Aprilia, +4,212
4. Luca Marini (I), Ducati, +5,283
5. Fabio Quartararo (F), Yamaha, +5,771
6. Aleix Espargaró (E), Aprilia, +10,230
7. Alex Rins (E), Suzuki, +12,496
8. Brad Binder (ZA), KTM, +14,661
9. Jorge Martin (E), Ducati, +17,732
10. Alex Márquez (E), Honda, +21,986
11. Miguel Oliveira (P), KTM, +23,685
12. Andrea Dovizioso (I), Yamaha, +29,276
13. Raúl Fernández (E), KTM, +30,433
14. Stefan Bradl (D), Honda, +31,768
15. Takaaki Nakagami (J), Honda, +32,547
16. Darryn Binder (ZA), Yamaha, +41,857
17. Marco Bezzecchi (I), Ducati, +50,559
18. Jack Miller (AUS), Ducati, +53,371
19. Remy Gardner (AUS), KTM, +56,613
20. Fabio Di Giannantonio (I), Ducati, +57,304
21. Kazuki Watanabe (J), Suzuki, 1 Runde zurück
– Franco Morbidelli (I), Yamaha, 25 Runden zurück
– Johann Zarco (F), Ducati, 1. Runde nicht beendet
– Michele Pirro (I), Ducati, 1. Runde nicht beendet
– Pol Espargaró (E), Honda, 1. Runde nicht beendet

Stand MotoGP-Fahrer-WM nach 14 von 20 Grands Prix:
1. Quartararo, 211 Punkte. 2. Bagnaia 181. 3. Aleix Espargaró 178. 4. Bastianini 138. 5. Zarco 125. 6. Miller 123. 7. Brad Binder 115. 8. Viñales 101. 9. Rins 101. 10. Martin 94. 11. Oliveira 90. 12. Marini 82. 13. Mir 77. 14. Bezzecchi 68. 15. Marc Márquez 60. 16. Nakagami 46. 17. Pol Espargaró 42. 18. Alex Márquez 35. 19. Morbidelli 26. 20. Di Giannantonio 23. 21. Dovizioso 15. 22. Darryn Binder 10. 23. Gardner 9. 24. Raúl Fernández 8. 25. Bradl 2.

Konstrukteurs-WM:
1. Ducati, 321 Punkte. 2. Yamaha 211. 3. Aprilia 201. 4. KTM 148. 5. Suzuki 127. 6. Honda 96.

Team-WM:
1. Ducati Lenovo Team, 304 Punkte. 2. Aprilia Racing 279. 3. Monster Energy Yamaha 237. 4. Prima Pramac Racing 219. 5. Red Bull KTM Factory 205. 6. Suzuki Ecstar 178. 7. Gresini Racing 161. 8. Mooney VR46 Racing 150. 9. Repsol Honda 104. 10. LCR Honda 81. 11. WithU Yamaha RNF 25. 12. Tech3 KTM Factory 17.

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