Enea Bastianini: «Ich kann von Bagnaia viel lernen»

Von Günther Wiesinger
Enea Bastianini nimmt Stellung zum Wechsel ins Lenovo-Ducati-Werksteam, er spricht über Pecco Bagnaia und nimmt sich vor, beständiger zu werden.

Enea Bastianini liegt nach dem knappen zweiten Platz beim San-Marino-GP in der MotoGP-Fahrer-WM noch 73 Punkte hinter WM-Leader Fabio Quartararo. Er müsste also bei den restlichen sechs Grand Prix jeweils 12 Punkte auf den Franzosen wettmachen, wenn er noch WM-Chancen haben möchte. Pecco Bagnaia (minus 30 Punkte) und Aleix Espargaró (minus 33 Punkte) sind ind er Tabelle deutlich aussichtsreicher platziert.

Aber durch den Wechsel ins Ducati-Lenovo-Werksteam hat «La Bestia» in den letzten zwei Wochen einen wichtigen Sieg gegen seinen Rivalen Jorge Martin errungen, der mit Johann Zarco bei Prima Pramac Ducati bleibt.

Bastianini kam im Winter nach zwei dritten Plätzen auf der Avintia-Ducati ins neue Gresini-Team, wo er bereits drei MotoGP-Rennen gewonnen hat. «Durch den Aufstieg ins Lenovo-Team ist ein Traum wahr geworden», hielt der 24-jährige Italiener fest. «Dass ich diesen Platz bekommen habe, verstärkt meine Motivation noch weiter. «Ich erwarte 2023 harte Fights, denn der Druck wird für mich jetzt noch höher. Es wird ein Vergnügen sein, Teamkollege von Pecco zu sein. Wir bekämpfen uns schon seit Kindheitstagen und sind schon schon in vielen Serien gegenübergestanden. Aber nächstes Jahr werden wir erstmals Teamkollegen sein. Wir werden sehen, wie das klappt.»

Wie hat Gresini-Ducati-Pilot Bastianini die vielen Monaten erlebt, in denen die Ducati-Manager überlegt haben, ob sie Martin oder ihn (statt Jack Miller) ins Werksteam befördern sollen?

«Ducati ist die Entscheidung sicher nicht leicht gefallen, denn Jorge ist sicher auch ein schneller Fahrer», räumte Enea ein, der 2020 die Moto2-WM auf der Italtrans-Kalex gewonnen hat. «Ich weiß, dass ich in meiner bisherigen Saison 2022 nicht immer konstante Leistungen gebracht habe. Das will ich jetzt bei den ausstehenden Rennen verbessern. Ich will auch in Zukunft beständigen werden, damit ich ein ernsthafter Titelanwärter werden kann.»

Bagnaia ist momentan klar der beste Ducati-Fahrer in der Streitmacht der Italiener. Was kann Enea von ihm lernen? Bastianini: «Ich kann sehr viel von ihm lernen. Denn er fährt extrem schnell, außerdem teilt er sich die GP-Wochenenden sehr gut ein. Da muss ich ihm einiges abschauen. Anderseits kann er auch von mir etwas lernen. Wir werden sehen, was wir dann in der kommenden Saison leisten können.»

Inzwischen ist durchgesickert, dass Bastianinis wertvoller Crew-Chief Alberto Giribuola, der jahrelang an der Seite von Dovizioso erfolgreich war, nicht mit Bastianini ins Ducati-Werksteam übersiedeln wird. Er hatte in der Vergangenheit Meinungsverschiedenheiten mit Gigi Dall‘Igna und geht deshalb als Analyst und Entwickler zu KTM.

Bastianini darf sich zu diesem Stellenwechsel noch nicht äußern. «Alberto war in den letzten zwei Jahren eine wichtige Person für mich. Er hat ja auch lange Zeit mit Andrea Dovizioso zusammengearbeitet und viel Erfahrung. Alberto hat viel von seinem Wissen an mich weitergegeben. Das hat mir geholfen, ein guter MotoGP-Fahrer zu werden. Was er in Zukunft machen wird, kann ich nicht sagen.»

SPEEDWEEK.com hat bereits am Wochenende berichtet: Ducati Corse hat Bastianini für 2023 den bisherigen Zarco-Crew-Chief Marco Rigamonti für Bastianini zugeteilt.

Ergebnisse MotoGP Misano/I am 4. September

1. Pecco Bagnaia (I), Ducati, 27 Runden in 41:43,199 min
2. Enea Bastianini (I), Ducati, +0,034 sec
3. Maverick Viñales (E), Aprilia, +4,212
4. Luca Marini (I), Ducati, +5,283
5. Fabio Quartararo (F), Yamaha, +5,771
6. Aleix Espargaró (E), Aprilia, +10,230
7. Alex Rins (E), Suzuki, +12,496
8. Brad Binder (ZA), KTM, +14,661
9. Jorge Martin (E), Ducati, +17,732
10. Alex Márquez (E), Honda, +21,986
11. Miguel Oliveira (P), KTM, +23,685
12. Andrea Dovizioso (I), Yamaha, +29,276
13. Raúl Fernández (E), KTM, +30,433
14. Stefan Bradl (D), Honda, +31,768
15. Takaaki Nakagami (J), Honda, +32,547
16. Darryn Binder (ZA), Yamaha, +41,857
17. Marco Bezzecchi (I), Ducati, +50,559
18. Jack Miller (AUS), Ducati, +53,371
19. Remy Gardner (AUS), KTM, +56,613
20. Fabio Di Giannantonio (I), Ducati, +57,304
21. Kazuki Watanabe (J), Suzuki, 1 Runde zurück
– Franco Morbidelli (I), Yamaha, 25 Runden zurück
– Johann Zarco (F), Ducati, 1. Runde nicht beendet
– Michele Pirro (I), Ducati, 1. Runde nicht beendet
– Pol Espargaró (E), Honda, 1. Runde nicht beendet

Stand MotoGP-Fahrer-WM nach 14 von 20 Grands Prix:

1. Quartararo, 211 Punkte. 2. Bagnaia 181. 3. Aleix Espargaró 178. 4. Bastianini 138. 5. Zarco 125. 6. Miller 123. 7. Brad Binder 115. 8. Viñales 101. 9. Rins 101. 10. Martin 94. 11. Oliveira 90. 12. Marini 82. 13. Mir 77. 14. Bezzecchi 68. 15. Marc Márquez 60. 16. Nakagami 46. 17. Pol Espargaró 42. 18. Alex Márquez 35. 19. Morbidelli 26. 20. Di Giannantonio 23. 21. Dovizioso 15. 22. Darryn Binder 10. 23. Gardner 9. 24. Raúl Fernández 8. 25. Bradl 2.

Konstrukteurs-WM:

1. Ducati, 321 Punkte. 2. Yamaha 211. 3. Aprilia 201. 4. KTM 148. 5. Suzuki 127. 6. Honda 96.

Team-WM:

1. Ducati Lenovo Team, 304 Punkte. 2. Aprilia Racing 279. 3. Monster Energy Yamaha 237. 4. Prima Pramac Racing 219. 5. Red Bull KTM Factory 205. 6. Suzuki Ecstar 178. 7. Gresini Racing 161. 8. Mooney VR46 Racing 150. 9. Repsol Honda 104. 10. LCR Honda 81. 11. WithU Yamaha RNF 25. 12. Tech3 KTM Factory 17.

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