Cal Crutchlow (16./Yamaha): «Ich bin angepisst»

Von Tim Althof
Yamaha-Fahrer Cal Crutchlow zeigte am Freitag in Motegi eine beeindruckende Leistung. Der Ersatzfahrer beim WithU-RNF-Team verpasste am Ende ein besseres Ergebnis, weil sein Hinterreifen nicht wunschgemäß funktionierte.

Das 16. Rennwochenende der MotoGP-Weltmeisterschaft 2022 begann in Motegi mit einer größtenteils trockenen ersten Trainingssession. Cal Crutchlow, der im Sommer letztmals bei Testfahrten für Yamaha auf der 4,8 km langen Strecke unterwegs war, lag in dem 75 Minuten langen FP1 zeitweise in den Top-10, doch am Ende konnte er nicht nachlegen, somit verlor er 0,6 Sekunden auf Jack Miller (Lenovo Ducati) auf Platz 1.

«Ich bin angepisst, dass es nicht für die Top-10 gereicht hat. Wirklich angepisst. Ich fühlte mich gut, aber der letzte Reifen, den ich verwendet habe, war nicht gut. Ich hatte während des ganzen Runs weniger Grip als mit dem Reifen zuvor», klagte der Engländer am Freitag. «Ich hatte mir mit dem frischen Reifen erhofft, eine Zehntel pro Sektor zu holen, dies hätte mich in die Top-10 gebracht, aber leider hat es nicht geklappt. Jack hat mich hinterher fahren lassen beim letzten Versuch, aber ich kam nicht aus den Kurven raus. Der Kurveneingang war nicht zu schlecht, aber ich kam nicht raus aus den Kurven.»

Crutchlow fügte hinzu: «Jack ist ein brillanter Fahrer. Er hat kaum einen Scheitelpunkt in seiner schnellsten Runde getroffen, trotzdem steht er vorne. Er hat fahrerisch nur ein paar Zehntel auf mich gut gemacht, ansonsten hat er alles in der Beschleunigung herausgeholt. Er betonte aber auch, dass sein Reifen außergewöhnlich gut war. Er hat drei Runden darauf fahren können, das hätte ich nicht mit dem Ersten geschafft.»

Wo sieht der dreifache GP-Sieger die Schwächen mit der M1? «Auf der Bremse hatte ich ein paar Probleme. Wir müssen mehr Performance aus den Bremsen holen, um in diesem Bereich besser zu werden», antwortete er. «Ich habe mich gut gefühlt, deshalb bin ich auch enttäuscht, nicht in Q2 zu stehen. Vor ein paar Jahren wärst du mit sechs Zehnteln Rückstand Zweiter gewesen, aber jetzt bist du weit zurück. Für mich ist es kaum zu begreifen, wie schnell die Jungs am Ende einer Session fahren können. Klar bin ich nicht daran gewöhnt, aber es ist schon verrückt.»

«Die Jungs schaffen es von der einen auf die andere Runde fast eine Sekunde herauszuholen, wenn man sich Pecco bei seinen letzten Qualifyings anschaut, ist das unglaublich stark», staunte der Familienvater. «Wir bei Yamaha müssen das Beste aus dem vorhandenen Material machen. Fabio schafft das aktuell am besten und er führt die Meisterschaft immer noch an.»

Crutchlow hat die neue M1 für 2023 mitentwickelt. Wie sieht er die Unterschiede zum neuen Modell? «Yamaha hat bereits jetzt ein neues Chassis gebracht, es scheint den Fahrern zu gefallen. Es ist wirklich nicht schlecht, aber das Bike ist ja kein neues», erklärte der 36-Jährige. «Ich habe noch nie erlebt, dass Yamaha so viel investiert. Für 2023 ist der Leistungsunterschied sehr stark bemerkbar. Das 2023er-Bike ist fast überall stärker, aber es gibt auch noch Bereiche, die verbessert werden müssen. Besonders im Top-Speed ist ein großer Sprung gelungen.»

MotoGP-Ergebnis FP1, Motegi (23. September):

1. Miller, Ducati, 1:44,509 min
2. Bagnaia, Ducati, + 0,028 sec
3. Quartararo, Yamaha, + 0,049
4. Aleix Espargaró, Aprilia, + 0,068
5. Marini, Ducati, + 0,136
6. Marc Márquez, Honda, + 0,147
7. Pol Espargaró, Honda, + 0,169
8. Brad Binder, KTM, + 0,226
9. Oliveira, KTM, + 0,234
10. Viñales, Aprilia, + 0,288
11. Zarco, Ducati, + 0,289
12. Nakagami, Honda, + 0,377
13. Rins, Suzuki, + 0,404
14. Bastianini, Ducati, + 0,469
15. Martin, Ducati, + 0,500
16. Morbidelli, Yamaha, + 0,556
17. Crutchlow, Yamaha, + 0,678
18. Darryn Binder, Yamaha, + 0,857
19. Bezzecchi, Ducati, + 0,917
20. Alex Márquez, Honda, + 1,091
21. Raúl Fernández, KTM, + 1,230
22. Nagashima, Honda, + 1,336
23. Gardner, KTM, + 1,482
24. Di Giannantonio, Ducati, + 1,856
25. Tsuda, Suzuki, + 2,209

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