Preisfrage: Verdient Quartararo 10 Millionen Euro?

Von Günther Wiesinger
Da selbst mit Maverick Viñales 2021 bei Yamaha noch eine Jahresgage von € 6,5 Mio. vereinbart war, wird das Yamaha-Salär von Fabio Quartararo für 2023 auf 10 Millionen € geschätzt.

Seit Fabio Quartararo im vergangenen Frühjahr trotz lukrativer Angebote anderer Hersteller den Vertrag mit Yamaha Motor Racing um zwei weitere Jahre bis Ende 2024 verlängert hat, rätseln die gegnerischen Werksteam über die Gage des eindrucksvollen Franzosen. Die meisten Experten schätzen die Jahresgage von Fabio auf stattliche 10 Millionen Euro. Denn sein letztjähriger Teamkollege Maverick Viñales soll von Yamaha bereits 2021 mit 6,5 Millionen Euro alimentiert worden sein. Doch er löste den Vertrag dann frühzeitig auf und ging zu Aprilia.

«Ich habe diese Summe von 10 Millionen auch gehört», sagt KTM-Vorstand Hubert Trunkenpolz im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Und zwar aus zuverlässiger Quelle. Aber ich konnte mir zuerst nicht vorstellen, dass heute in Anbetracht der wirtschaftlichen Situation noch ein Werk solche Gagen bezahlen kann. Ich habe gedacht, dass in diesem Paddock keiner mehr als 5 oder 6 Millionen Euro bekommt. Anderseits: Wir haben bei KTM den fünffachen Motocross-Weltmeister Jeffrey Herlings unter Vertrag. Der verdient im Motocross mehr als unsere MotoGP-Rennfahrer... Für Yamaha macht diese geschickte Strategie durchaus Sinn, denn mit ihm gewinnen sie in der MotoGP. Ich finde, dass Fabio Quartararo momentan der beste Fahrer ist; daran gibt es nichts zu rütteln. Er ist ein außergewöhnlicher Pilot.»

Trunkenpolz fügt jedoch an: «Für mich zählt Brad Binder ganz klar zu den drei besten MotoGP-Piloten.»

Für Yamaha Motor Racing hat sich die Investment Fabio Quartararo bereits ausgezahlt, Denn Maverick Viñales hat bei Yamaha in viereinhalb Jahren acht MotoGP-Siege eingeheimst und nie um den Titel gefightet. Quartararo hingegen gewann 2020 schon im Petronas-Kundenteam drei Rennen, 2021 sorgte er für den ersten MotoGP-Titelgewinn der Japaner seit Jorge Lorenzo im Jahr 2015.
«Es Diablo» hat auf der YZR-M1-Yamaha inzwischen insgesamt elf Rennen gewonnen: drei im Jahr 2020, fünf im Vorjahr, drei in der Saison 2022.

Dazu hat er in der abgelaufenen Saison den Titelkampf gegen Ducati und Bagnaia bis zum Finale offengehalten.

Übrigens: Die Honda-Gage des sechsfachen MotoGP-Weltmeisters Marc Márquez (er hat bei HRC einen Vier-Jahres-Vertrag bis Ende 2024) wird von den Ducati-Managern auf 15 bis 20 Millionen geschätzt.

Doch für Yamaha kam es nicht in Frage, das Juwel Fabio Quartararo nach vier Aufbaujahren leichtsinnig aus der Hand zu geben. Denn der Franzose ist ein Ausnahmekönner eines Kenny Roberts (3x Weltmeister auf Yamaha in der Königsklasse), Eddie Lawson (4x), Wayne Rainey (3x), Valentino Rossi (4x) und Jorge Lorenzo (3x).

Er ist ein Fahrer, der den Unterschied ausmacht – wie Pecco Bagnaia bei Ducati, Marc Márquez bei Honda und Brad Binder bei KTM.


Diesen Artikel teilen auf...

Mehr über...

Siehe auch

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Sebastian Vettel: Ein Grosser verlässt die GP-Bühne

Mathias Brunner
Ende Juli 2022 stand fest: Sebastian Vettel wird seine Formel-1-Karriere beenden. Nun hat er in Abu Dhabi seinen letzten Grand Prix bestritten. Die Königsklasse verliert einen Mann mit Rückgrat.
» weiterlesen
 

TV-Programm

  • Mo.. 28.11., 06:00, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 28.11., 06:18, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 28.11., 06:39, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 28.11., 06:55, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 28.11., 07:09, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 28.11., 07:28, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 28.11., 07:41, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 28.11., 09:00, ORF Sport+
    Extreme E 2022
  • Mo.. 28.11., 23:00, ORF Sport+
    Extreme E 2022
  • Di.. 29.11., 00:30, Eurosport
    Motorsport: Extreme E
» zum TV-Programm
6