Luca Marini aus dem Rossi-Team Mooney VR46 trotzte den Problemen am Handgelenk und kämpfte am Sonntag in Mugello um einen Podestplatz. Nun freut er sich auf den Sachsenring, aus gutem Grund.
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Weil Alex Márquez einen Grid-Penalty verbüßen musste, rückte Luca Marini am Sonntag in Mugello in die erste Startreihe vor. Im Rennen mischte der VR46-Schützling dann trotz der Nachwirkungen seiner Handverletzung von Le Mans überraschend lange im Kampf um einen Podestplatz mit – zunächst gegen die Márquez-Brüder, die dann beide stürzten, und in der zweiten Rennhälfte gegen Johann Zarco.
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"Es war wirklich ein großartiges Rennen. Ich hätte nicht erwartet, diese Pace halten zu können", räumte Marini selbst ein. "Mit Sicherheit hat der Start aus der ersten Reihe geholfen, gerade wenn man nicht bei 100 Prozent ist. Im Qualifying habe ich eine unglaubliche Runde gemacht. Viel von diesem Ergebnis verdanke ich dem."
"Ich habe einfach versucht, alles zu geben und das Rennen in den richtigen Momenten zu managen", fuhr der 25-jährige Italiener fort. "Als mich Alex überholt hat, habe ich versucht, noch ein bisschen mehr zu pushen und ihn ein bisschen unter Druck zu setzen. Mit Johann hatte ich danach ein bisschen mehr Probleme mit der Hand. Ich konnte den Lenker nicht mehr so fest umklammern, wenn er ins Schlenkern kam. In der San Donato-Kurve musste ich deshalb im Windschatten etwas früher bremsen, auch im Ausgang der Biondetti 2. Ich hatte weniger Kraft und musste nachlassen."
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"In dem Moment hätte ich heulen können, weil der Podestplatz ein Traum gewesen wäre – und es ist noch immer ein Traum, ich schiebe einfach alles ein Jahr auf Ich kann es kaum erwarten, dieses Rennen im nächsten Jahr wieder zu fahren, weil es immer magisch ist", schwärmte Marini vom Italien-GP. "Endlich haben wir wieder einen fast vollen Mugello Circuit gesehen – fast wie zu den besten Zeiten. Das ist für uns Fahrer fantastisch. Vor allem habe ich viele junge Leute gesehen und es ist immer fantastisch, wenn man ihnen Show bieten und Freude bereiten kann, damit sie einen schönen Sonntag erleben – wie wir es dank ihnen tun. Es ist ein bisschen bunter, wenn die Tribünen voll sind."
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Dazu fragte Luca seinen Bruder Valentino Rossi um Ratschläge, der immerhin von 2002 und 2008 sieben Mugello-Siege hintereinander gefeiert hat. Allerdings mit mäßigem Nutzen, wie der Mooney-VR46-Fahrer belustigt erzählte: "Mein Schwachpunkt war heute – vom Fahrerischen her, abgesehen von meiner Verfassung – die letzte Kurve. Pecco war in der letzten Kurve an diesem Wochenende magisch, er hatte dort das gewisse Extra, das niemand sonst gefunden hat. Ich habe Vale um Rat gefragt, aber er hat mir gesagt: ‚Mach dir keine Sorgen, ich habe in 20 Jahren nicht herausgefunden, wie man die letzte Kurve am besten fährt. Ich kann dir nicht helfen.‘ Wir haben uns hingesetzt, haben die Daten und ein paar Videos angeschaut, aber haben trotzdem keine Lösung gefunden. Im Ausgang der letzten Kurve habe ich immer ein bis zwei Zehntel verloren."
Weil Marini die rechte Hand Probleme bereitet, freut er sich in diesem Jahr ganz besonders auf den Deutschland-GP: "Der Sachsenring ist fantastisch, weil es zum Glück nur einen Bremspunkt vor einer Rechtskurve gibt, danach geht alles linksrum. Auf der linken Seite ruhe ich mich aus, da geht es mir wirklich gut. Ich hoffe, dass ich mit der Physiotherapie bis Freitag bei 100 Prozent bin. Ich hatte auch gehofft, hier in Mugello von Samstag auf Sonntag einen Schritt zu machen, aber meine Verfassung hat sich nach dem Sprint nicht so sehr verbessert wie von Freitag von Samstag." "Am Sonntag wird mir die Hand sicher wehtun", befürchtete der Moto2-Vizeweltmeister von 2020. "Aber ich mache Physiotherapie und alles, was möglich ist, um bis Freitag vielleicht nicht bei 100 Prozent, aber so fit wie möglich bin. Da es alles Linkskurven sind, hoffe ich, in Deutschland keine Schmerzen zu haben."
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In Mugello musste Marini noch auf Schmerzmittel zurückgreifen. "Ich habe heute alles genommen, was man nehmen darf", gestand er am Sonntag nach dem Rennen. "Ich hatte in der Tat keine Schmerzen, zum Glück haben wir das gut gemanagt. Das Problem war, dass ich nach einer Weile keine Kraft mehr hatte." Der Traum vom Podestplatz beim Heim-GP tat das Übrige. "Das hat sehr viel ausgemacht, solange ich Dritter war. Als ich dann auf Rang 4 war, hat der Effekt etwas nachgelassen", schmunzelte Luca. "Das war wirklich ein schwerer Schlag. Ich habe alles versucht, aber ich hatte nichts mehr entgegenzusetzen. Johann ist zudem auf abgenutzten Reifen der vielleicht stärkste Fahrer der MotoGP. Er kann am Ende eines Rennens oder einer Session immer noch unglaubliche Runden fahren, obwohl die Reifen am Ende sind." MotoGP-Ergebnis, Mugello (11. Juni): 1. Bagnaia, Ducati, 23 Rdn in 41:16,863 min 2. Martin, Ducati, + 1,067 sec 3. Zarco, Ducati, + 1,977 4. Marini, Ducati, + 4,625 5. Binder, KTM, + 8,925 6. Aleix Espargaró, Aprilia, + 10,908 7. Miller, KTM, + 10,999 8. Bezzecchi, Ducati, + 12,654 9. Bastianini, Ducati, + 17,102 10. Morbidelli, Yamaha, + 17,610 11. Quartararo, Yamaha, + 17,861 12. Viñales, Aprilia, + 19,110 13. Nakagami, Honda, + 21,947 14. Di Giannantonio, Ducati, + 25,906 15. Augusto Fernández, KTM, + 26,500 16. Pirro, Ducati, + 30,150 17. Raúl Fernández, Aprilia, + 38,001 18. Savadori, Aprilia, + 38,662 19. Folger, KTM, + 1:18,912 min – Alex Márquez, Ducati, 9 Runden zurück – Oliveira, Aprilia, 13 Runden zurück – Marc Márquez, Honda, 18 Runden zurück
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