Pol Espargaró: «Wir waren im Vorfeld zu hart»

Von Nora Lantschner
Pol Espargaró (GASGAS Factory Racing Tech3) schildert seine ersten Eindrücke vom Buddh International Circuit, der den MotoGP-Assen im Vorfeld des Indien-GP Kopfzerbrechen bereitet hatte. Tatsächlich gefällt das Layout.

Als einer der ersten MotoGP-Piloten traf Pol Espargaró am Mittwoch am Buddh International Circuit ein. Die 5,010 km lange Strecke umrundete er seither schon mehrmals: «Ich bin die Strecke gestern zweimal zu Fuß abgegangen und habe heute am Morgen noch eine Runde gejoggt», berichtete Pol am Donnerstag.

Sein erstes Fazit viel dabei durchwegs positiv aus. «Ehrlich gesagt, ich glaube, dass wir ein bisschen zu kritisch waren, bevor wir hierhergekommen sind», räumte der GASGAS-Tech3-Pilot mit einem Lächeln ein. «Ich glaube, es ist viel besser, als wir alle erwartet hätten. In Sachen Sicherheit gibt es mit Sicherheit ein paar Dinge, die man verbessern kann. Es gibt aber auf allen Strecken dieser Welt Stellen, an denen wir gerne Verbesserungen sehen möchten. Ich bin ja am Circuit de Catalunya zu Hause und auch dort gibt es Stellen, die wir gerne verändern möchten – und das ist eine der besten Strecken der Welt. Ich glaube, dass alle Rennstrecken etwas verbessern müssen, weil die Motorräder jedes Jahr ein bisschen schneller werden. Der Top-Speed und der Kurvenspeed werden höher, deshalb stürzt man auch bei höherer Geschwindigkeit und erreicht die Streckenbegrenzungen auch viel schneller.»

Natürlich müsse man erst abwarten, wie es auf dem Buddh International Circuit, kurz BIC, in einer Rennsituation und im Falle von Stürzen aussehen wird. Nach seinen ersten Eindrücken von der GP-Strecke in Greater Noida nahe Delhi beruhigte der 32-jährige Katalane aber: «Es ist nicht riskanter als an anderen Orten. Ich würde sagen, es gibt nichts wirklich Kritisches, aber mit Sicherheit einige Stellen, die man verbessern könnte. Wie gesagt, ich glaube, dass wir im Vorfeld zu kritisch waren.»

Der Moto2-Weltmeister von 2013 ging noch einen Schritt weiter: «Wenn man sich das Layout anschaut, kann es eine der unterhaltsamsten Strecken des Jahres sein. Es geht auf- und abwärts, die Kurven sind ziemlich unterschiedlich, es gibt auch einige Steilkurven – es ist etwas anderes im Vergleich zu dem, was wir gewohnt sind, und es sieht danach aus, als würde es Spaß machen.»

Was stellt auf einer unbekannten Strecke die größte Herausforderung dar, etwa die Linienwahl oder das Herantasten an die Bremspunkte? «Ich glaube, es ist ein bisschen von allem», meinte Pol Espargaró. «Das Gute hier ist, dass du zwischen den Kurven jeweils ziemlich lange gerade Stücke hast. Du hast also Zeit zu sehen, dass die Kurve kommt. Ich erinnere mich an das erste Mal in Katar, das war ziemlich schwierig mit den viele blind anzufahrenden Kurven. Es war dort sehr schwierig zu verstehen, mit welchem Speed du in die Kurven fahren konntest.»

Auf dem BIC mit seinen acht Rechts- und fünf Linkskurven rechnet der Spanier mit weniger Schwierigkeiten: «Hier ist es gut, weil du jede Kurve schon siehst, sobald du aus der vorangegangenen Kurve kommst. Es gibt vielleicht ein oder zwei Kurven, die man erst lernen muss, weil es dort aufwärts geht, aber insgesamt glaube ich, dass der Lernprozess deutlich schneller sein wird. Ich habe auch schon recht viele Runden auf der Strecke gemacht und weiß mehr oder weniger, was mich erwartet.»

Die Temperaturen um die 35 Grad sind kombiniert mit der hohen Luftfeuchtigkeit von 65 Prozent eine weitere Herausforderung des ersten Indien-GP; zumindest damit haben die MotoGP-Piloten aber schon Erfahrung. «Im Vorfeld habe ich die Vorhersagen gecheckt und war besorgt, aber hier haben wir jetzt gesehen, dass die Temperaturen nicht höher sind als beispielsweise in Malaysia, Indonesien oder Thailand», schilderte Pol Espargaró. «Es ist ziemlich ähnlich, die Luftfeuchtigkeit ist hoch und ich trinke den ganzen Tag über viel Wasser. Das ist aber eine normale Sache für diese asiatischen Rennen.»

WM-Stand nach 24 von 40 Rennen:

1. Bagnaia, 283 Punkte. 2. Martin 247. 3. Bezzecchi 218. 4. Binder 173. 5. Aleix Espargaró 160. 6. Zarco 147. 7. Marini 135. 8. Viñales 128. 9. Alex Márquez 108. 10. Miller 104. 11. Quartararo 85. 12. Morbidelli 68. 13. Oliveira 65. 14. Augusto Fernández 58. 15. Rins 47. 16. Di Giannantonio 43. 17. Nakagami 35. 18. Pedrosa 32. 19. Marc Márquez 31. 20. Bastianini 25. 21. Raúl Fernández 22. 22. Savadori 9. 23. Folger 9. 24. Pol Espargaró 8. 25. Pirro 5. 26. Mir 5. 27. Petrucci 5. 28. Stefan Bradl 5.

Konstrukteurs-WM:
1. Ducati, 416 Punkte. 2. KTM 234. 3. Aprilia 218. 4. Yamaha 105. 5. Honda 105.

Team-WM:

1. Prima Pramac Racing, 394 Punkte. 2. Mooney VR46 Racing 353. 3. Ducati Lenovo Team 318. 4. Aprilia Racing 288. 5. Red Bull KTM Factory Racing 277. 6. Monster Energy Yamaha 153. 7. Gresini Racing 151. 8. CryptoDATA RNF 91. 9. LCR Honda 85. 10. GASGAS Factory Racing Tech3, 75. 10. Repsol Honda 36.

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