Johann Zarco (6.): «Für den Körper ist es merkwürdig»
Eine clevere Renneinteilung gehört zu den Stärken von Pramac-Ducati-Routinier Johann Zarco, in Indien sorgten die äußeren Bedingungen aber für eine zusätzliche Herausforderung für die MotoGP-Asse.
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Durch den Ausfall von Luca Marini (linkes Schlüsselbein gebrochen) rückte Johann Zarco für das GP-Rennen auf dem Buddh International Circuit in die zweite Startreihe vor. Platz 6 brachte der 33-jährige Franzose nach 21 Runden auch ins Ziel.
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"Ich bin glücklich mit der sechsten Position. Die zehn Punkte sind wichtig für mich", unterstrich der WM-Sechste. "Vielleicht war der Start nicht fantastisch, aber Aleix [Espargaró] hat Brad [Binder] ein bisschen nach außen geschoben. Sie sind beide hinter mir losgefahren, haben mich aber beim Start und in der Bremsphase [vor Kurve 1] überholt. Sie sind ein bisschen schnell angekommen und Aleix hat Brad ein bisschen gepusht, so bin ich innen durchgekommen und habe ein paar Positionen gutgemacht."
"In den ersten Runden war es ziemlich schwierig, an Fabio [Quartararo] und Mir dranzublieben. Ich konnte das Motorrad nicht gut abbremsen", schilderte Zarco seine Schwierigkeiten. "Danach habe ich versucht, die Referenz für die Bremspunkte wie im Training zu finden, ich habe aber den Bremspunkt in Kurve 4 verpasst und viele Positionen verloren."
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Die eingebüßten Positionen wieder gutzumachen, gestaltete sich für den Pramac-Ducati-Piloten danach als schwierig. "Es war nicht einfach, Morbidelli gleich wieder zu überholen. Ich habe also versucht, das Rennen zu kontrollieren und abzuwarten, bis sein Hinterreifen ein bisschen nachlassen würde, damit ich ihn überholen konnte. Mein Reifendruck ist dadurch ziemlich angestiegen. Als ich dann vor Morbidelli war, hat es auch noch ein paar Runden gedauert, bis der Luftdruck wieder ein bisschen niedriger war. Ich habe auch versucht zu trinken, das war ziemlich wichtig."
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"In den letzten fünf Runden hatte ich das Gefühl, wieder ein bisschen pushen zu können, um vielleicht noch Joan Mir und Brad Binder zu erreichen", erzählte Zarco. "Im Zweikampf hätten sie ja auch kleine Fehler machen können, also habe ich mein Bestes versucht, um ranzukommen. Ich bin in den letzten drei Runden auch gute Rundenzeiten gefahren und bin näher herangerückt. Ich war jedoch zu weit weg, um irgendetwas probieren zu können."
Insgesamt fasste Zarco den ersten Indien-GP aus seiner Sicht folgendermaßen zusammen: "Ich liebe die Strecke, aber ich hatte an diesem Wochenende nicht den Speed, den ich wollte. Ich habe mein Bestes versucht und wusste, dass man dieses lange Rennen managen musste. Ich bin glücklich, dass mir das gelungen ist. Ich hatte natürlich auch Glück, dass Pecco gestürzt ist und Aleix Espargaró ein technisches Problem hatte." An einem schwierigen Wochenende sei der sechste Platz jedenfalls ein gutes Ergebnis. Auffällig: Der zweifache Moto2-Weltmeister nahm noch auf der Auslaufrunde die Handschuhe ab. "Ja, um den Körper zu kühlen. Ich habe versucht, das Visier zu öffnen und die Handschuhe abzunehmen. Das habe ich bei ein paar heißen Rennen auch schon in der Vergangenheit gemacht. Ich habe auch die Lederkombi ein bisschen aufgemacht und dann zurück in der Box gleich das Rennleder ausgezogen und mich mit etwas Wasser gekühlt. Ich war völlig durchgenässt, als ich mit meinen Technikern gesprochen habe", erzählte er.
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"Ich bin aber glücklich, dass ich gut durchgehalten habe. Ich kann das lange Rennen fast besser händeln als den Sprint", musste der 33-Jährige schmunzeln. "Denn im Sprint haben mir die fünf Zehntel gefehlt, um mich wirklich wohl zu fühlen. Deshalb habe ich dann viel mehr Mühe, weil die anderen ein bisschen schneller sind. Wenn die anderen anfangen, Probleme mit dem Grip zu bekommen, fühle ich mich ein bisschen wohler." Zu den körperlichen Anforderungen bei weit über 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit meinte Zarco: "Malaysia, Indonesien und auch Thailand werden gleich sein, auch wenn jetzt der Anschein erweckt wurde, dass es hier schwieriger ist. Ich erinnere mich aber daran, dass ich in Indonesien im Vorjahr nach dem Warm-up ein bisschen besorgt war. Zum Glück hat es dann im Rennen geregnet, in Thailand genauso. Ich würde liebend gerne auch die nächsten Rennen in diesen Ländern im Regen fahren. Das genießt man mehr und ist für den Körper weniger fordernd." "Um drei Runden zu verkürzen, war eine gute Entscheidung. Man kann drei Runden mehr machen, aber mit einer anderen Pace. Es war also gut, dass wir es so gemacht haben. Und es gehört auch zur Show, aber manchmal fragst du dich schon, warum du bei solchen Temperaturen Rennen fährst. Denn für den Körper ist es merkwürdig", gestand Zarco. MotoGP-Ergebnisse, Buddh Circuit (24.9.):
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